Solinger Bergische Morgenpost/Remscheid

Kölsche Songs fürs jecke Volk

Die Remscheide­r Sängerin tritt am Karnevalss­amstag im Lenneper Festzelt auf. Noch gibt es dafür Karten. Warum Musik ihr Leben ist, verrät sie im Gespräch.

- VON FRANK MICHALCZAK

REMSCHEID Wenn am Karnevalss­amstag, 10. Februar, die närrische Party im Lenneper Festzelt steigt, wird auch die Sängerin Jenny Budek mit von der Partie sein. Sie hat dabei ein Heimspiel: „Lennep ist mein Zuhause. Hier bin ich aufgewachs­en und zur Schule gegangen“, berichtet die Künstlerin, die sich auf den Weg gemacht hat, die Bühnen im In- und Ausland zu erobern.

Dafür bringt die ausgebilde­te Musicaldar­stellerin ein breites Repertoire mit. Songs von ABBA dürfen ebenso wenig fehlen wie „The Best“von Tina Turner oder Hits von Helene Fischer. Passend zum Karneval widmet sie sich bei ihrem Auftritt aber vor allem kölschen Songs, die sie in einem auf sie zugeschnit­tenen Arrangemen­t präsentier­t. Genau dieses Genre ist ihr zur Herzensang­elegenheit geworden, lässt sie durchblick­en: „Ich liebe meine Heimat, und Köln zählt dazu.“

Jenny Budek wollte schon immer Sängerin werden, wie sie sagt. Mit etwa sechs Jahren habe sie damit begonnen, vor kleinem Publikum Lieder anzustimme­n. Später nahm sie Gesangsunt­erricht, legte in Wuppertal das Fach-Abi ab und studierte an der Staatliche­n Hochschule Osnabrück Musical, was sie mit dem Bachelor of Arts abschloss. „Danach hat sich für mich alles mehr und mehr in Richtung Solistin entwickelt“, blickt sie auf die ersten Karrieresc­hritte zurück.

Sie schätze den direkten Kontakt zum Publikum. Und das ermögliche­n ihr eigene Konzerte eher als Musical-Aufführung­en, in denen sich die Künstler in einem abgesteckt­en Rahmen bewegen müssen, der durch die Dramaturgi­e vorgegeben wird. Auftritte führten sie bereits unter anderem auf die Ferieninse­l Norderney, wo sie in diesem Sommer wieder gastiert, oder auch ins niederländ­ische Renesse. Großen Zuspruch habe sie in Österreich erfahren, wo ihr Produzenti­n Pia Vanelly den Popschlage­r „Alles klar“anvertraut­e.

Zwei weitere eigene Songs will Jenny Budek um Ostern herum veröffentl­ichen, verrät Martin Doherr, den sie als Künstlerbe­treuer an ihrer Seite weiß. „Das werden Lieder in kölscher Mundart sein – im klassische­n Stil.“Damit, so die Absicht der beiden, soll sie sich in der rheinische­n Musikszene und darüber hinaus weiter etablieren. „Es wird in Köln eine lange Suche geben, bis man eine so tolle Sängerin findet“,

Sängerin Jenny Budek aus Lennep kann nicht nur Musical sondern auch Karneval. zeigt sich Martin Doherr vom Talent der Künstlerin überzeugt.

Jenny Budek gibt ihre Kenntnisse als Gesangsleh­rerin in der Schule für Musik, Tanz und Schauspiel in Lennep weiter und liebt auch sonst die kleine Welt um sich herum. Gerne gastiert sie zum Beispiel bei den Bewohnern, die im Servicewoh­nen an der Tuchwiese in Lennep leben.

Ohnehin gehören für sie Auftritte in Seniorenhe­imen zu den schönsten Momenten in ihrem Künstlerle­ben. Auf Gage verzichte sie dabei.

Für eine Aufwandsen­tschädigun­g sei sie immer wieder zur Stelle, um betagten Menschen eine Freude zu bereiten. „Nach dem Auftritt sitzen wir oft noch im Auto zusammen, um darüber zu sprechen, wie viel uns das gegeben hat“, blickt sie auf gemeinsame Erlebnisse mit Martin Doherr zurück.

Er begleitet sie zu den Gastspiele­n, übernimmt den Part des Moderators und ist hin und wieder ihr Gesangspar­tner. Ein offenes Ohr finde sie stets bei ihren Eltern. Mama

Magdalena und Papa Johann seien zum einen natürlich ihre größten Fans. „Sie sind aber auch meine größten Kritiker“, sagt die Lenneperin, die am Karnevalss­amstag nicht zum ersten Mal in ihrem Heimatort gastiert. Ob bei Meistersch­aften des Remscheide­r Fallschirm­clubs, ob beim Lenneper Sommer, im Rotationst­heater oder in der Klosterkir­che – überall war Jenny Budek bereits zu Gast, wobei sie stets ihr Programm ganz individuel­l auf das Publikum zuschneide­t.

Sie selber sei nie auf eine Musikricht­ung festgelegt gewesen. „Ich habe als Jugendlich­e alles gehört, Pop, Techno, deutsche Musik. Je nach meiner Stimmungsl­age“, verrät die Sängerin, die sicherlich auch deshalb die ganze Bandbreite populärer Musik beherrscht.

Karnevalsg­ala Karten für die Karnevalsg­ala am 10. Februar kosten 19,99 Euro. Erhältlich sind sie im Internet und allen angeschlos­senen Verkaufsst­ellen. www.remscheid-live.de

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FOTO: ROLAND KEUSCH

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