Han­ne­lo­re Kraft: „Kli­ma­schutz nicht um je­den Preis“

Solinger Morgenpost - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

AA­CHEN (tor) NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) hat sich im Streit um die Zu­kunft der Braun­koh­le ges­tern bei der zen­tra­len Mai-Kund­ge­bung des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) in Aa­chen hin­ter die Kum­pel ge­stellt. „Wir wis­sen, was auf dem Spiel steht. Wir kämp­fen für die Ar­beits­plät­ze in der Braun­koh­le“, sag- te sie vor rund 3500 Teil­neh­mern. Um die Kli­ma­schutz­zie­le der Bun­des­re­gie­rung doch noch zu er­rei­chen, plant Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) ei­ne Kli­ma­schutz­ab­ga­be vor al­lem zu­las­ten von Braun­koh­le­kraft­wer­ken. Ener­gie­kon­zer­ne und Ge­werk­schaf­ten be­fürch­ten des­halb in NRW den Ab­bau von meh­re­ren Tau­send Jobs.

Die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung in NRW, die in ei­nem Lan­des­ge­setz zu­sätz­li­che Kli­ma­schutz­zie­le be­schlos­sen hat, ist in die­ser Fra­ge zer­strit­ten: Wäh­rend die Grü­nen Ga­b­ri­els Plä­ne be­grü­ßen, will die SPD das „so nicht mit­ma­chen“, wie Kraft ges­tern sag­te. In­di­rekt stell­te sie auch das NRW-Kli­ma­schutz­ge­setz in Fra­ge. „Das Er­rei­chen von Kli­ma- schutz­zie­len ist wich­tig, aber nicht um je­den Preis“, sag­te die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin. Der be­vor­ste­hen­de Struk­tur­wan­del der Braun­koh­le müs­se so­zi­al ab­ge­fe­dert wer­den. Der DGB-Lan­des­vor­sit­zen­de Andre­as Mey­er-Lau­ber sag­te, die Kraft­werks­be­schäf­tig­ten dürf­ten nicht „wie ein Kol­la­te­ral­scha­den be­han­delt wer­den“.

Im Streit um mehr Geld für Er­zie­her warn­te Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke bei ei­ner an­de­ren Kund­ge­bung in Essen vor ei­nem „fol­gen­schwe­ren Ar­beits­kampf“, wenn die kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber un­be­weg­lich blie­ben. Lan­des­weit ha­ben an den Kund­ge­bun­gen nach Ge­werk­schafts­an­ga­ben ges­tern 99000 Men­schen teil­ge­nom­men.

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