Städ­te sind of­fen für Ein­stieg der Scheichs bei RWE

RWE prüft For­men der Zu­sam­men­ar­beit mit dem ara­bi­schen In­ves­tor und schließt ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung nicht aus.

Solinger Morgenpost - - WIRTSCHAFT - VON ANTJE HÖNING

ESSEN Die an­ge­schla­ge­ne RWE AG hofft auf den Ein­stieg ei­nes ara­bi­schen Scheichs. Erst­mals zei­gen sich nun die mäch­ti­gen Kom­mu­nen, die 24 Pro­zent an dem Strom­kon­zern hal­ten, auf­ge­schlos­sen für ei­ne Zu­sam­men­ar­beit. „Die Kom­mu­nen sind je­der­zeit of­fen für Ge­sprä­che mit dem ara­bi­schen In­ves­tor, der In­ter­es­se an RWE be­kun­det hat“, sag­te Ernst Ger­lach, Ge­schäfts­füh­rer des Ver­ban­des der kom­mu­na­len RWE-Ak­tio­nä­re (VKA), un­se­rer Zei­tung.

Bei dem In­ves­tor könn­te es sich laut Bran­chen­krei­sen um die Fonds­ge­sell­schaft Adia (Abu Dha­bi In­vest­ment Aut­ho­ri­ty) han­deln, die hun­der­te Mil­li­ar­den Eu­ro ver­wal­tet und von Scheichs aus Abu Dha­bi kon­trol­liert wird. Adia ist der deut­sche Markt ver­traut, man war beim Woh­nungs­rie­sen An­nington en­ga­giert. Nach Ablauf des Ra­ma­dan könn­ten die Ge­sprä­che mit RWEEi­g­nern star­ten, so die Krei­se.

Zum Är­ger an­de­rer Auf­sichts­rä­te hat­ten die Kom­mu­nen zu­nächst Be­den­ken ge­äu­ßert, da der Ein­stieg der Ara­ber wohl über ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung er­fol­gen wür­de. Die­se könn­ten klam­me Kom­mu­nen wie Dort­mund nicht mit­ma­chen, folg­lich wür­de sich ihr An­teil an RWE ver­wäs­sern. Der An­teil der kom­mu­na­len Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft, in de­nen ei­ni­ge Städ­te ih­re RWE-Ak­ti­en ge­bün­delt ha­ben, wür­de un­ter 15 Pro­zent fal­len. Dann müss­ten die Kom­mu­nen plötz­lich ih­re RWE-Di- vi­den­de voll ver­steu­ern. Bei ei­ner Be­tei­li­gung ab 15 Pro­zent räumt der Fis­kus da­ge­gen ein „Schach­tel­pri­vi­leg“ein, das die Städ­te von der Steu­er fast be­freit. Nun hofft man in den Kom­mu­nen dar­auf, dass sich ei­ne Lö­sung für ei­ne scho­nen­de Ka­pi­tal­er­hö­hung fin­det. So könn­ten der ara­bi­sche In­ves­tor oder an­de­re Städ­te mit in die Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft ge­hen, so dass de­ren An­teil trotz Ka­pi­tal­er­hö­hung nicht un­ter 15 Pro­zent fällt. Ob die Scheichs das mit­ma­chen, ist gleich­wohl frag­lich.

Die RWE-Spre­che­rin be­stä­tig­te Ge­sprä­che und schloss ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung ex­pli­zit nicht aus: „Wir sind be­reits vor ei­ni­gen Mo­na­ten von ei­nem In­ves­tor aus dem ara­bi­schen Raum an­ge­spro­chen wor­den, um ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten der Ko­ope­ra­ti­on aus­zu­lo­ten. Es wer­den ver­schie­de­ne For­men der Zu­sam­men­ar­beit ge­prüft.“RWE wei­se dar­auf hin, dass, von ei­ner Ver­trau­lich­keits­ver­ein­ba­rung ab­ge­se­hen, bis­her zwi­schen den Par­tei­en kei­ne Ver­ein­ba­rung un­ter­zeich­net wur­de.

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