Garz­wei­ler II wird ein Drit­tel klei­ner

Lei­tent­schei­dung des Lan­des: 1400 An­woh­nern bleibt Um­sied­lung er­spart.

Solinger Morgenpost - - VORDERSEITE - VON ANT­JE HÖ­NING UND ANDRE­AS SPEEN

DÜSSELDORF/ERKELENZ Die Lan­des­re­gie­rung macht ernst: Sie schränkt den Braun­koh­le-Ab­bau von RWE im Ta­ge­bau Garz­wei­ler II noch wei­ter ein. Statt der ur­sprüng­lich vor­ge­se­he­nen 1,2 Mil­li­ar­den Ton­nen Braun­koh­le darf der Kon­zern nur noch 800 Mil­lio­nen Ton­nen ab­bau­en. RWE muss da­mit auf 400 Mil­lio­nen Ton­nen des brau­nen Gol­des ver­zich­ten. So sieht es der Ent­wurf zur Lei­tent­schei­dung vor, den das Lan­des­ka­bi­nett ges­tern be­schlos­sen hat. Da­mit geht die Lan­des­re­gie­rung noch wei­ter, als sie 2014 zu­nächst ge­plant hat­te. Da­mals woll­te sie den Ab­bau nur um 300 Mil­lio­nen Ton­nen be­gren­zen.

Doch nun ist das Land auf die Be­den­ken der An­woh­ner und Um­welt­schüt­zer ein­ge­gan­gen, die ei­nen grö­ße­ren Ab­stand zwi­schen dem Ta­ge­bau und der Be­bau­ung ge­for­dert ha­ben. Rund um den be­son-

Pe­ter Jan­sen ders um­kämpf­ten Ort Holz­wei­ler bei Erkelenz muss RWE nun ei­nen Ab­stand von 400 Me­ter ein­hal­ten. Bis­lang durf­te RWE bis auf 100 Me­ter an die Ort­schaf­ten her­an­rü­cken. Wei­ter leg­te das Land fest, dass die Or­te Holz­wei­ler, Hau­er­hof und Dackweiler er­hal­ten wer­den. Da­mit bleibt über 1400 Ein­woh­nern im rhei­ni­schen Re­vier die Um­sied­lung er­spart.

Der Bür­ger­meis­ter von Erkelenz, Pe­ter Jan­sen, ist zu­frie­den: „Die Lan­des­re­gie­rung hat sich po­li­tisch sehr weit auf uns zu­be­wegt“, sag­te er. 400 Me­ter Min­dest­ab­stand zwi­schen Koh­le­gru­be und Be­bau­ung sei­en ein gro­ßes Plus.

Für RWE ist der Plan ein Schlag. Je we­ni­ger Braun­koh­le der Kon­zern ab­bau­en kann, des­to we­ni­ger Zeit hat er, die Rück­stel­lun­gen für die Zeit da­nach auf­zu­bau­en. Der hö­he­re Min­dest­ab­stand ver­rin­ge­re „den nutz­ba­ren Koh­le­vor­rat der La­ger­stät­te un­nö­tig“, teil­te RWE mit. Leit­ar­ti­kel Wirt­schaft

„Die Lan­des­re­gie­rung hat sich sehr weit auf

uns zu­be­wegt“

Bür­ger­meis­ter Erkelenz

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