Atom­kon­zer­ne wol­len Staats­hil­fe

Gut­ach­ten: Ver­sor­ger müs­sen Staat an his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung er­in­nern.

Solinger Morgenpost - - WIRTSCHAFT - VON ANTJE HÖNING

DÜSSELDORF Im Streit um den Atom­aus­stieg ver­su­chen die Kon­zer­ne, die Po­li­tik mit al­len Mit­teln zur So­zia­li­sie­rung der Kos­ten zu zwin­gen. Die Kanz­lei Fresh­fiel­ds Bruck­haus De­rin­ger ver­fass­te im Auf­trag von Eon und RWE ein Gut­ach­ten, das sich stre­cken­wei­se wie ei­ne Kampf­schrift liest. Dem­nach müs­se sich der Staat an den Mil­li­ar­den­kos­ten für Mei­ler-Ver­schrot­tung und Atom­müll­end­la­ger be­tei­li­gen. „Die Ener­gie­ver­sor­ger müs­sen den Staat an sei­ne his­to­ri­sche und recht­li­che Mit­ver­ant­wor­tung er­in­nern und sich ge­gen die schritt­wei­se Über­wäl­zung staat­li­cher Auf­ga­ben und Ri­si­ken weh­ren“, heißt es in dem 144 Sei­ten lan­gen Gut­ach­ten, das un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt.

In dem Gut­ach­ten ar­bei­tet sich die Kanz­lei, die auch dem DFB aus der Kri­se hel­fen soll, an ei­nem frü­he­ren, vom Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um in Auf­trag ge­ge­be­nen Gut­ach­ten der Kanz­lei Becker Bütt­ner Held ab, das die Rück­stel­lun­gen der Kon­zer­ne von 39 Mil­li­ar­den Eu­ro für un­si­cher hält und die zwangs­wei­se Über­füh­rung in staat­li­che Hän­de emp­fiehlt. Das sei al­les un­voll­stän­dig, un­zu­tref­fend, ver­al­tet und über­holt, so Fresh­fiel­ds. Statt­des­sen müs­se sich der Staat mit den Kon­zer­nen zu­sam­men­set­zen.

Die Kon­zer­ne wol­len ih­re Rück­stel­lun­gen nur Schritt für Schritt ab­ge­ben, und vor al­lem sie im Ge­gen­zug kom­plett von der Haf­tung frei­ge­stellt wer­den. Ob die staat­li­che Kom­mis­si­on, die bis Fe­bru­ar ei­ne Lö­sung prä­sen­tie­ren soll, sich von der Atta­cke be­ein­dru­cken lässt, darf be­zwei­felt wer­den. Viel­leicht hilft ja die PR-Kam­pa­gne, die par­al­lel die Agen­tur He­ring Schup­pe­ner pla­ne, wie es in der Bran­che heißt.

FO­TO: DPA

Eon hat 16 Mil­li­ar­den für sei­ne Mei­ler wie Grohn­de zu­rück­ge­legt.

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