Das Bes­te bei­der Wel­ten

Voll­ver­stär­ker trifft auf gut aus­ge­stat­te­ten HiRes- D/ A- Wand­ler. Ex­po­sures kom­pak­tes­ter Amp über­zeugt mit Aus­stat­tung und Klang.

Stereoplay - - Spezial -

Die Mar­ke Ex­po­sure taucht re­gel­mä­ßig an die­ser Stel­le auf. Zu­letzt konn­ten die Pho­no­vor­stu­fe XM3 ( ge­tes­tet in ste­reo­play 9/ 17) und die 3010S2 Mo­nos ( ge­tes­tet in ste­reo­play 12/ 17) über­zeu­gen. Und auch der klei­ne Voll­ver­stär­ker XM5 ist mal wie­der ein ( ste­reo­play-) High­light.

To­ny Bra­dy, Chef­ent­wick­ler bei Ex­po­sure, be­zeich­net den XM5 als „ Voll­ver­stär­ker und DAC in ei­ner Box“. Wir wür­den er­gän­zen „ in­klu­si­ve MM- Pho­no­vor­stu­fe“, denn die soll­te man kei­nes­falls un­ter­schla­gen.

An­sons­ten hat der Mann na­tür­lich recht. Folg­lich sind al­le wich­ti­gen An­schlüs­se vor­han­den, wenn auch Ana­log­ein­gän­ge zah­len­mä­ßig et­was rar sind ( sie­he Fo­to nächs­te Sei­te). Die fünf di­gi­ta­len Schnitt­stel­len glei­chen das nach un­se­rer Mei­nung aber aus.

DAC

Schon was die Zahl der An­schlüs­se an­geht, stellt die D/ AWand­ler- Pla­ti­ne das Herz­stück des XM5 dar. Der DAC nimmt bei­na­he die ge­sam­te Tie­fe des Ge­häu­ses in An­spruch und sitzt ei­ne Eta­ge über der Ver­stär­ker­pla­ti­ne. Fünf Qu­el­len kön­nen an den Wand­ler­chip von Cir­rus Lo­gic ( WM8742) an­do­cken, per USB- B, TOS­LINK ( 2x) und BNC ( 2x), ei­ne ko­axia­le Ver­bin­dung, die man eher aus Stu­di­os kennt. Hier kann man aber mit­tels ( nicht bei­lie­gen­der) Ad­ap­ter auch ko­axia­le Cin­chDi­gi­tal­ka­bel an­schlie­ßen.

Über USB nimmt der XM5 DSD64- Da­tei­en ent­ge­gen, die rest­li­chen Di­gi­tal­ein­gän­ge ak­zep­tie­ren PCM- HiRes bis zu 24 Bit/ 192 kHz. Das soll­te rei­chen.

Die Strom­ver­sor­gung des DACs wird bei Ver­wen­dung ei­nes Ana­log­ein­gangs zwecks Klang­rein­heit ab­ge­schal­tet. Da­von gibt es drei: Der AV- Ein­gang gibt ein Si­gnal mit vol­lem Pe­gel für Heim­ki­no- An­wen­dun­gen aus, der mit „ Aux 1/ PH“be­zeich­ne­te Ein­gang dient dem An­schluss ei­nes Plat­ten­spie­lers und Aux 2 ist ein „ nor­ma­ler“Hoch­pe­gel­ein­gang.

Mo­ving Ma­gnets

Der Pho­no­ein­gang nimmt aus­schließ­lich MM- Si­gna­le ent­ge­gen. Da­für hört man un­mit­tel­bar, dass hier kei­ne Ali­bi­lö­sung ein­ge­baut wur­de, son­dern ein sehr hoch­wer­ti­ges Mo­dul. Die grif ge Er­dungs­klem­me be ndet sich un­mit­tel­bar in Nä­he der Buch­sen – so soll es sein. Mit 350 pf Ka­pa­zi­tät und 47.000 Ohm Wi­der­stand ist die MMVor­stu­fe zu­dem ( noch) pra­xis­ge­recht ein­ge­stellt.

Be­mer­kens­wer­te Leis­tung

Grund­sätz­lich zeigt sich, dass die Ent­wick­ler bei Ex­po­sure auf Qua­li­tät set­zen – so kennt man das von den En­g­län­dern. Im Si­gnal­weg sit­zen nur hoch­wer­ti­ge Wi­der­stän­de und Kon­den­sa­to­ren, ein 200- VA- Trans­for­ma­tor ver­sorgt das In­nen­le­ben mit Ener­gie, zwei 10.000- FKon­den­sa­to­ren sor­gen dann für Glät­tung.

Für die Leis­tungs­aus­beu­te von 67 Watt an acht und 100 Watt an vier Ohm sind To­shi­baTran­sis­to­ren zu­stän­dig. Die für die Grö­ße be­mer­kens­wer­ten Leis­tungs­re­ser­ven las­sen ver­mu­ten, dass es sich hier um Class D han­delt. Das ist aber nicht der Fall, viel­mehr han­delt es sich um ei­ne Class- B- Schal­tung. Ei­ne Ge­mein­sam­keit mit dem grö­ße­ren Voll­ver­stär­ker 2010s2 D be­steht in der ein­ge­setz­ten Kas­ko­den­schal­tung, dies ist aber kei­ne ab­ge­speck­te Ver­si­on des gro­ßen Bru­ders – der auch kei­ne Di­gi­tal­ein­gän­ge bie­tet.

Ein Blick ins In­ne­re lie­fert zu­dem die Er­kennt­nis, dass ein hoch­wer­ti­ges ALPS- Po­ti ( K27) für die Ein­stel­lung der Laut­stär­ke sorgt. Wo­bei im Wohn­zim­mer des Au­tors auf el, dass man bei sehr ge­nüg­sa­men, sprich wir­kungs­grad­star­ken Laut­spre­chern kaum über die 9.00- Uhr- Po­si­ti­on hin­aus­kommt. Das ist aber im Grun­de kein Pro­blem, denn die Fern­be­die­nung er­mög­lich trotz­dem ei­ne sehr fein­füh­li­ge Ein­stel­lung des Ab­hör­pe­gels ( und das gilt ge­nau­so für den Dreh­knopf auf der Ge­häu­se­front).

Ich will Ba­na­nen!

Laut­spre­cher­ka­bel müs­sen mit Bana­nas aus­ge­stat­tet sein, sonst kommt kein Kontakt zu­stan­de. Das kann man kri­ti­sie­ren, muss man aber nicht. Uns hat sehr gut ge­fal­len, dass Ka­bel so schnell und un­pro­ble­ma­tisch an­ge­dockt sind.

To­ny Bra­dy, Chef­ent­wick­ler bei Ex­po­sure, be­zeich­net den XM5 als „ Voll­ver­stär­ker und DAC in ei­ner Box“.

Die Ge­häu­se­front ist ent­we­der schwarz oder sil­bern, das Chas­sis ist in je­dem Fall schwarz. Die Ver­ar­bei­tung ist ta­del­los und der Laut­stär­ke­stel­ler bie­tet bei der Hand­ha­bung ei­nen an­ge­neh­men Wi­der­stand.

Wie ein Gro­ßer

Im Hör­raum wan­der­te der Laut­stär­ke­stel­ler ger­ne mal auf zwölf Uhr, oh­ne dass Hör­schä­den zu be­fürch­ten ge­we­sen wä­ren. Grö­ße, akus­ti­sche Maß­nah­men und Hör­ab­stand ma­chen den Un­ter­schied. Im Test­feld war der Ex­po­sure auf ei­ne ge­wis­se Art der ru­higs­te Teil­neh­mer. Nicht, dass er kei­ne Dy­na­mik be­herrscht oder lang­wei­lig spiel­te. Sei­ne Dar­bie­tung wirkt viel­mehr er­wach­sen, der Ein­druck von Ru­he, so hat man das Ge­fühl, kommt durch sei­ne Leis­tungs­re­ser­ven zu­stan­de, die er bei Be­darf auch blitz­schnell ab­ruft. Ana­log ver­ka­belt klingt die Mu­sik ein klein we­nig schwung­vol­ler und sprit­zi­ger.

Ei­ne Stär­ke des Ex­po­sure XM5 ist sei­ne plas­ti­sche Darstel­lung von In­stru­men­ten und Räu­men. Über­be­to­nun­gen ver­kneift er sich, so­dass er ei­nen aus­ge­wo­ge­nen Ein­druck macht – mit ei­ner Nei­gung zu Druck und Swing im Bass. Das bringt Spaß an der Mu­sik.

Be­son­ders gut ge el uns zu­dem sein Pho­not­eil! Untenrum druck­voll, sau­ber, le­ben­dig, dy­na­misch: Das ist für ei­ne ein­ge­bau­te Pla­ti­ne wirk­lich sehr be­mer­kens­wert und ein di­cker Plus­punkt des XM5, ist die­se Pho­no­pla­ti­ne doch Teil der Gr­und­aus­stat­tung. Kla­re Emp­feh­lung für Vi­nyl- Hö­rer!

Alexander Ro­se

Al­les dran: Ne­ben ei­nem ( ex­zel­len­ten) Pho­no- MM- Ein­gang ste­hen ein wei­te­rer ana­lo­ger so­wie fünf Di­gi­tal­ein­gän­ge be­reit. Hier sind un­ter Um­stän­den BNC- Cinch- Ad­ap­ter not­wen­dig. CAVE: Der AV- Ein­gang um­geht die Laut­stär­ke­re­ge­lung und lie­fert den vol­len Pe­gel an die Bo­xen.

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