Der Auf­stei­ger

TALK Elec­tro­nics ist al­les an­de­re als ein New­co­mer. Den­noch sind die Bri­ten in Deutsch­land noch nicht sehr be­kannt. Es wird Zeit, das zu än­dern.

Stereoplay - - Spezial -

Die Ed­wards- Au­dio- Ge­rä­te stam­men aus Groß­bri­tan­ni­en und ge­hö­ren zum Mut­ter­kon­zern TALK Elec­tro­nics. Seit mehr als 15 Jah­ren baut TALK Elec­tro­nics HiFi- Ge­rä­te und Laut­spre­cher und deckt da­bei über­wie­gend ei­nen Preis­be­reich ab, den man als ver­nünf­tig oder auch freund­lich be­schrei­ben könn­te. Das Port­fo­lio um­fasst ne­ben Laut­spre­chern auch Pho­no­vor­stu­fen, Plat­ten­spie­ler, Kopf­hö­rer­ver­stär­ker, ei­ne Vor-/ End- Kom­bi so­wie, na­tür­lich, Voll­ver­stär­ker. Den zweit­größ­ten, sprich zweit­teu­ers­ten, ha­ben wir zum Test ge­la­den. Er heißt Ed­wards Au­dio IA7 und ba­siert auf dem IA2R, den es mitt­ler­wei­le nicht mehr gibt. Ge­gen­über sei­nem Vor­gän­ger wur­de hier an ei­ni­gen klan­gent­schei­den­den Stell­schrau­ben ge­dreht. So ist der neue 340VA- Tra­fo hoch­wer­ti­ger, ru­hi­ger und er­mög­licht, dass nun bis zu 83 Watt an acht Ohm be­reit­ste­hen ( 109 an vier). Zur Glät­tung ste­hen ins­ge­samt 20.000 Mi­kro­fa­rad ( μF) in Kon­den­sa­to­ren be­reit. Das Pla­ti­nen­lay­out kam eben­falls auf den Prüf­stand, so­dass auch hier noch Ver­bes­se­run­gen er­zielt wer­den konn­ten.

Der Netz­ein­gang ver­fügt über ei­ne Gleich­strom­blo­ckie- rung zum Schutz vor Gleich­strom­an­tei­len, und die ge­sam­te Elek­tro­nik pro tiert von ei­nem sta­bi­len Ge­häu­se, das Vi­bra­tio­nen fern­hält. Im Ge­gen­satz zu den klei­ne­ren Mo­del­len wird die Front von ei­nem 9 mm star­ken Au­ßen­rah­men um­rahmt.

Blau­es Licht

Das von blau­en LEDs von hin­ten be­leuch­te­te Acryl- Dis­play un­ter­schei­det den IA7 zu­dem von den klei­nen Ge­schwis­tern, die grün oder rot be­leuch­tet sind.

Bis auf den Ex­po­sure ver­zich­ten al­le Test­ge­rä­te auf Knöp­fe zur Qu­ell­wahl. Auch der Ed­wards Au­dio sieht da­her sehr re­du­ziert und ru­hig aus. Schön, dass Laut­stär­ke­ein­stel­lung und Qu­ell­wahl mit den 40 mm gro­ßen Vol­lalu­mi­ni­um­D­reh­reg­lern an­ge­nehm von­stat­ten ge­hen ( wo­hin­ge­gen die Qu­ell­wahl beim Cy­rus ONE HD viel Fein­ge­fühl ver­langt).

Ei­nen Ha­ken hat die Re­du­zie­rung hier aber: Der Po­werSchal­ter sitzt wie auch beim Heed Obe­lisk auf der Rück­sei­te. Das ist un­prak­tisch, wenn der Ver­stär­ker, wie wohl üb­lich, in ei­nem Rack oder Re­gal steht. Nur auf ei­nem Sideboard spielt das wohl ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le.

Ins­ge­sant nden in der ein­fachs­ten Aus­stat­tungs­stu­fe für 1090 Eu­ro drei ana­lo­ge Zu­spie­ler An­schluss. Al­ter­na­tiv kann man den IA7 für 100 Eu­ro Auf­preis auch mit ei­nem Pho­no­MM- Ein­gang kau­fen ( 40 dB Ver­stär­kung, 47 Ki­loohm und 120 pF). Scha­de nur, dass die Er­dungs­klem­me doch ein gu­tes Stück von den Pho­no­buch­sen ent­fernt ist.

La­bor ver­sus Rea­li­tät

Der IA7 ver­fügt über ei­nen se­ri­en­mä­ßi­gen Vor­ver­stär­keraus­gang: ein Vor­teil ge­gen­über dem Vor­gän­ger, bei dem die­ser noch op­tio­nal war. Soll­te man doch mal mehr Po­wer be­nö­ti­gen, kann hier die Ed­wards- Au­di­oEnd­stu­fe P7 an­do­cken ( Preis: 899 Eu­ro). Er­freut hat uns auch der rück­sei­ti­ge 3,5- mm- Klin­ken­ein­gang, mit dem man zum Bei­spiel ei­nen mo­bi­len HiResPlay­er in die An­la­ge ein­bin­den kann.

In punc­to Ver­ar­bei­tung muss sich der IA7 nicht vor den Mit­be­wer­bern ver­ste­cken. Nur sei­ne Fern­be­die­nung ist et­was selt­sam, was aber eher die Op­tik als die Hand­ha­bung be­trifft.

Vor dem Hör­test steht bei ste­reo­play im­mer der La­bor- durch­gang. Hier wird je­des Ge­rät auf Herz und Nie­ren ge­prüft. Beim Ed­wards Au­dio IA7 el auf, dass der Rau­schab­stand im Pho­no- Be­trieb nicht be­son­ders gut ist. Das spiel­te im Hör­test je­doch kei­ne Rol­le, wir wür­den die MM- Pla­ti­ne den­noch eher für Ge­le­gen­heits- Plat­ten­hö­rer emp­feh­len. Sie klingt nicht schlecht, aber ver­gli­chen et­wa mit der Pla­ti­ne von Ex­po­sure doch et­was zu­rück­hal­tend.

Das Test­lab stell­te eben­falls fest, dass die Schutz­schal­tung be­reits un­ter­halb der Clip­pin­gG­ren­ze greift. Aber auch das war im Hör­raum kein The­ma, wir for­der­ten dem IA7 län­ge­re Zeit ei­ni­ges an Ar­beit ab, oh­ne dass die Schutz­schal­tung ge­grif­fen hät­te. Viel­mehr nutz­te der Ed­wards Au­dio IA7 die Ge­le­gen­heit, um uns zu be­geis­tern! Er spielt un­ge­mein le­ben­dig, mit ei­ner leicht sprit­zi­gen No­te. Das ist kein auf­dring­li­ches Klang­bild, aber ei­nes, das durch­aus ein we­nig Le­ben in die Bu­de brin­gen kann. In „ My Ge­ne­ra­ti­on“von Teo­dross Avery über­rasch­ten uns der kon­tu­rier­te Bass und die ins­ge­samt dy­na­mi­sche Wie­der­ga­be. Er zeig­te kei­ne Scheu vor gro­ßen Pau­ken oder fei­nen Stim­men. Ein wah­rer All­roun­der.

Alexander Ro­se

Ei­nen D/ A- Wand­ler sucht man ver­geb­lich, da­für bie­tet die Rück­sei­te Auf­nah­me- und End­stu­fen­aus­gän­ge. Zu den Cinch- Ein­gän­gen ge­sellt sich ein 3,5- mm- Klin­ken­ein­gang, et­wa für HiRes- Play­er. Bei Laut­spre­cher­ka­beln sind Ba­na­nen­ste­cker Pflicht.

Die Pho­no­kar­te, oben links, sieht et­was ein­ge­pfercht aus. Der Kühl­kör­per über­nimmt auch ei­ne ab­schir­men­de Funk­ti­on.

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