Werk­schau ei­ner In­di­vi­dua­lis­tin War­ner ( 5: 06: 12, 7 CDs)

Stereoplay - - Musik -

Da­vid Gil­mour war noch ein jun­ger Kerl. Aber als Teil von Pink Floyd war er 1973 be­reits weit ge­nug in der Sze­ne ver­netzt, um an­de­re för­dern zu kön­nen. Als ihm ein ei­gen­sin­ni­ges Mä­del, ge­ra­de mal 15 Jah­re alt, vor­ge­stellt wur­de, und er hör­te, was sie zu sin­gen hat­te, mach­te er sich gleich ans Werk, nahm De­mos auf und stell­te die ta­len­tier­te New­co­me­rin Kol­le­gen von der EMI vor. Al­ler­dings dau­er­te es doch noch vier Jah­re, bis Ka­te Bush un­ter der Ägi­de von Pro­du­zent And­rew Po­well und mit­hil­fe von Stu­dio­mu­si­kern, die sonst für Alan Par­sons ar­bei­te­ten, ihr De­büt „ The Kick Inside“( 1978) auf­nahm. Das aber war so un­ge­wöhn­lich, dass ein Teil der Pres­se ju­bi­lier­te, der an­de­re ihr un­ter­stell­te, es sei doch kein Ge­sang. Ka­te Bush fühl­te sich vor al­lem er­mu­tigt und ver­öf­fent­lich­te in zu­nächst kur­zer Fol­ge „ Li­on­he­art“( 1978), „ Ne­ver For Ever“( 1980), „ The Drea­m­ing“( 1982) und „ Hounds Of Lo­ve“( 1985), das ihr als mu­si­ka­li­sches Er­zähl­al­bum end­gül­tig den in­ter­na­tio­na­len Durch­bruch ver­schaff­te. Zu­sam­men mit „ The Sen­su­al World“( 1989) und „ The Red Shoes“( 1993) wur­den die­se Aus­nah­me­plat­ten des am­bi­tio­nier­ten Pop von der Meis­te­rin per­sön­lich ge­mein­sam mit dem Fein­klang­spe­zia­lis­ten Ja­mes Gu­thrie re­mas­tert, was al­ler­dings an­ge­sichts des be­reits sound­tech­nisch ein­schlä­gi­gen Ori­gi­nal­ma­te­ri­als le­dig­lich ein we­nig Durch­läs­sig­keit und kla­re­res Hö­hen­ma­nage­ment be­deu­tet. Über­haupt ist die­ser ers­te Teil ih­rer Wer­ke­di­ti­on vor al­lem ei­ne Neu­ver­pa­ckung der be­währ­ten, noch im­mer fas­zi­nie­rend ei­gen­stän­di­gen Ori­gi­na­le, wo­hin­ge­gen ein zwei­er Teil mit dem Spät­werk und zahl­rei­chen Out­ta­kes, Ra­ri­tä­ten und ei­nem Co­ver­al­bum weit über­ra­schen­der zu wer­den ver­spricht. Ins­ge­samt kann das nicht da rü­ber hin­weg­täu­schen, dass Ka­te Bush trotz ih­res als Come­back pro­mo­te­ten Li­ve- Al­bums „ Be­fo­re The Dawn“( 2016) ih­re krea­tivs­te Pha­se in den spä­ten Sieb­zi­gern und frü­hen Acht­zi­gern hat­te. Wem die­se Mu­sik fehlt, für den ist „ Re­mas­te­red, Part I“in je­dem Fall ein Füll­horn.

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