Hip­pie- Er­be mit Tief­gang

Stereoplay - - Musik -

Die Gi­tar­ris­ten- Brü­der John und Tom Fo­ger­ty, Stu Cook am Bass und Drum­mer Doug Clif­ford ka­men von der Surf­mu­sic- West­küs­te Ka­li­for­ni­ens. Doch ih­re Band Cree­de­nce Cle­ar­wa­ter Re­vi­val – kurz: CCR – spiel­te den Swamp Rock aus den Sümp­fen ( Swamps) der Süd­staa­ten, ei­ne sehr au­then­tisch wir­ken­de Mu­sik, die ge­nau den Zeit­geist der Blu­men­kin­der traf. Die ur­sprüng­li­che Quar­tett- Be­set­zung von CCR ver­öf­fent­lich­te 1968 – 72 sie­ben LPs, die jetzt in den Lon­do­ner Ab­bey Road Stu­di­os völ­lig neu ge­mas­tert wur­den. Ton­tech­ni­ker Mi­les Show­ell spiel­te die hoch­auf­ge­lös­ten Über­spie­lun­gen der Ori­gi­nal- Ana­log- mas­ter in hal­ber Ge­schwin­dig­keit ab, ent­spre­chend ver­lang­samt ließ er die Dreh­plat­te zum Schnei­den der Lack­fo­lie mit­lau­fen. Den beim Half­speed- Ver­fah­ren er­ziel­ten Ge­winn an Dy­na­mik und un­ver­fälsch­ter Klang­dar­stel­lung zeigt schon der Ope­ner des re­mas­ter­ten De­büt­al­bums: John Fo­ger­ty glänzt auf „ I Put A Spell On You“noch ein­drucks­vol­ler als vir­tuo­ser Schrei­hals, für „ Su­zie Q“scheint er neue Sai­ten auf­ge­zo­gen zu ha­ben, so­gar pfei­fen­de Feed­back- Sounds sei­ner E- Gi­tar­re klin­gen scharf kon­tu­riert. Das Nach­fol­ge- Al­bum „ Bay­ou Coun­try“ist ein Stan­dard­werk des Swamp Rock, die vier Ka­li­for­ni­er setz­ten da­mit ei­nen heu­te noch gül­ti­gen Maß­stab für je­de Rock’n’Blues- Band aus New Or­leans. Auf dem Co­ver der 1969er LP „ Wil­ly And The Poor Boys“zeig­te CCR sich pro­vo­ka­tiv als Ar­me- Leu­te- Ka­pel­le, das er­fri­schend trans­pa­ren­te Klang­bild nahm be­reits den Un­plug­ge­dRock der Jahr­tau­send­wen­de vor­weg. Mit „ Cos­mo’s Fac­to­ry“eta­blier­ten sich Fo­ger­ty und Co. 1970 end­gül­tig als Rock- Pen­dants zu den eher Jazz- und Folk­blues- ori­en­tier­ten Ver­trags­künst­lern von Fan­ta­sy Re­cor­ds. Das Half­speed- Re­mas­te­ring ar­bei­tet gut her­aus, wie CCR auch bei Co­ver- Ver­sio­nen zwi­schen Mo­town ( Mar­vin Gayes „ I He­ard It Th­rough The Gra­pe­vi­ne“) und Mem­phis ( Roy Or­b­i­sons „ Oo­by Doo­by“) ei­nen Swamp- Sound mit au­dio­phi­lem Tief­gang kul­ti­vier­te.

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