Suddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe

Astra Zeneca produziert – aber wo?

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zum Westen als kompetente­r und großzügige­r zu präsentier­en: „Es ist ein Kampf der Narrative.“Kommission­spräsident­in Ursula von der Leyen sagte auf einer Pressekonf­erenz, sie würde gerne eine Antwort auf die Frage hören, „wieso Russland – theoretisc­h – Millionen und Millionen Dosen anbietet, während das Land beim Impfen der eigenen Bevölkerun­g nicht genug vorankommt“.

Die russische Vertretung der EU in Brüssel betont, die Impfung der eigenen Bevölkerun­g habe „absolute Priorität“, obwohl die russischen Behörden den Impfstoff für die internatio­nalen Märkte fördere. Beide Prozesse liefen unabhängig. Doch obwohl das Land als erstes weltweit bereits im Dezember begonnen hat, Sputnik V Ärzten

Aufregung um Astra Zeneca – mal wieder: Der britisch-schwedisch­e Pharmakonz­ern könne im zweiten Jahresvier­tel, also von April bis Juni, nur die Hälfte der vereinbart­en 180 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an die EU liefern, berichtete­n Nachrichte­nagenturen. Das wäre ein weiterer Rückschlag, nachdem die Firma bereits von Dezember bis März nur 40 anstatt der versproche­nen 120 Millionen Dosen zur Verfügung stellen kann. Doch handelt es sich wohl um ein Missverstä­ndnis. Ein Konzernspr­echer betonte, das Unternehme­n peile weiter ein Volumen von 180 Millionen Dosen für das zweite Quartal an. Doch werde nur ungefähr die Hälfte aus EU-Werken stammen, der Rest von Fabriken aus dem Rest der Welt. Ein hochrangig­er EU-Vertreter sagte zur Herkunft dieser zweiten Hälfte, Astra Zeneca wisse offenbar noch nicht, „woher und wie der Impfstoff in die EU kommt“. Die Engpässe bei dem Konzern sind Folge von Anlaufschw­ierigkeite­n in einem belgischen Werk des Auftragsfe­rtigers Thermo Fisher. Der Vertrag, den die EUKommissi­on mit Astra Zeneca im August abschloss, listet aber als mögliche Produktion­sstätten neben EU-Fabriken auch zwei Standorte in Großbritan­nien und einen in den Vereinigte­n Staaten auf – beim US-Konzern Catalent in Maryland.

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FOTO: IBRAHEEM ABU MUSTAFA/REUTERS Etwa 30 Länder weltweit vertrauen bereits auf Sputnik V: Auch an einem Grenzüberg­ang zum Gazastreif­en sind schon Tranchen angekommen.

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