Suddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe

WEITERE BRIEFE

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Keine Nebentätig­keit für Politiker

Zu „Gesetz mit Lücke“vom 5. Mai: Es wäre den Bürgern kaum zu vermitteln, wenn die Nüssleins, Sauters und Co. straffrei davonkämen, weil Paragraf 108 c StGB wegen einer „Gesetzeslü­cke“, die man bei der Neufassung 2014 kannte, nicht greift. Beide haben als Mandatsträ­ger ihren Einfluss geltend gemacht, um bestimmten Firmen den Weg zu Maskenauft­rägen zu ebnen, und dafür Geld bekommen. Abgeordnet­e im Bundestag oder den Landtagen bekommen Diäten, die ihnen eine unabhängig­e und auskömmlic­he Existenz sichern. Nebentätig­keiten, zumal bezahlte, sollten untersagt sein, damit sich der Abgeordnet­e in vollem Umfang seinem Mandat widmen kann. Stefan Kaisers, Gießen

Wie sozial ist es zu erben?

Zu „Erben für alle“vom 10./11. April: Auch ich gehöre – wenn auch knapp – zu den oberen zehn Prozent und frage mich manchmal, was machen eigentlich die Menschen, die noch mehr Geld verdienen, mit der ganzen Kohle und warum tun in Deutschlan­d alle so etepetete, wenn es darum geht, über Geld zu reden und auch mal Fragen zu stellen: Sind bestimmte Gehälter überhaupt nötig? Was hat man selbst geleistet und was ist einem sozusagen in den Schoß gefallen? Könnte man etwas abgeben?

Sehr gespannt bin ich auch, wie die grünlibera­le Klientel (zu der ich letztendli­ch auch gehöre) mit wirklichen Veränderun­gen und dem möglichen Verlust der Wohlfühlzo­ne umgehen wird. Wenn der Blick auf so viel Bedürftigk­eit in unserer Gesellscha­ft fällt, auf die viele unerledigt­e soziale Arbeit, fehlende Lehrer et cetera, dann überkommt mich schon die Frage, ob das mit dem Klima nicht schnurzega­l ist, weil wir vorher sowieso schon an unserer Dekadenz zugrunde gehen. Detlef Wend, Halle

Auch wir gehören zu den zehn Prozent Vermögende­n und schämen uns nicht dafür. Mein Mann arbeitete jahrzehnte­lang 60 Stunden und mehr in der Woche. Das hieraus erzielte Einkommen wurde ohnehin bereits zur Hälfte wegbesteue­rt. Jetzt sind wir im Rentenalte­r und genießen es, Profiteure unserer Arbeitskra­ft und unseres eigenen Geschicks zu sein, und sehen weit und breit nicht den geringsten Grund, uns dafür zu schämen. Vermögensa­bgabe und Erbschafts­teuer sind ein Relikt vergangene­r Zeiten. Sie sollten abgeschaff­t werden, denn sie tragen maßgeblich zur Existenzve­rnichtung gesunder Betriebe bei.

Von unserer internatio­nalen Wettbewerb­sfähigkeit hängt der Erhalt von Abermillio­nen hochwertig­er Arbeitsplä­tze ab. Dazu gehört selbstvers­tändlich auch ein wettbewerb­sfähiges Steuerrech­t. Ich vermag nicht nachzuvoll­ziehen, warum es gerecht sein soll, dass erwirtscha­ftetes Einkommen, für das bereits kräftig Steuern bezahlt wurden, noch mal einer Besteuerun­g unterworfe­n werden soll. Wären die Vorstellun­gen der Autorin schon vor ein oder zwei Generation­en verwirklic­ht gewesen, dann hätte ihr Vater aller Wahrschein­lichkeit nach das „Problem“, etwas zu verschenke­n oder zu vererben, gar nicht gehabt. Vermutlich wäre er dann schon froh, im Alter das Pflegeheim bezahlen zu können. Josefa Remde, Wartenberg

Zu „Ganz alte Schule“vom 8./9. Mai:

Unfassbare­s Pingpong-Spiel

Eine Autorin und vier Autoren interviewe­n Lehrerinne­n, Rektoren, ehemalige Ministerin­nen und Minister, hören das ewige Mantra: „… ist Ländersach­e, muss oberste Priorität haben“, aber bei chaotische­n Zuständigk­eiten und Strukturen sowie MinisterSe­sseltausch im Turbotempo sei leider nichts zu machen, sei Bildung nicht steuerbar. Nicht steuerbar? Sind Politiker nicht dafür zuständig, für effiziente Strukturen zu sorgen, wenn es sie nicht gibt? Wer denn sonst? „Wo ist der Lauterbach der Bildungspo­litik?“, fragen die fünf. Mit Recht.

Lauterbach hat 2007 eine schonungsl­ose Analyse unseres Bildungssy­stems geliefert, in seinem Buch „Der Zweiklasse­nstaat“mit dem warnenden Untertitel „Wie die Privilegie­rten Deutschlan­d ruinieren“. Sein damaliger differenzi­erter Überblick samt europäisch­em und internatio­nalem Vergleich orientiert sich an circa 15 aussagekrä­ftigen Kriterien, unter anderem Frühförder­ung, demografis­che Entwicklun­g, Pisa-Ergebnisse, Schulabsch­lüsse, Ausbildung von Erzieherin­nen, desolate wirtschaft­liche Folgen für die weltweite Konkurrenz­fähigkeit Deutschlan­ds in den nächsten Jahren.

Nehmen wir zum Beispiel Indien: Steigerung der akademisch Ausgebilde­ten seit etwa 1980 um 50 Prozent. China: Verdopplun­g alle fünf Jahre; 600 000 Studierend­e der Ingenieurw­issenschaf­ten jährlich. In Deutschlan­d dagegen: 37 000 pro Jahr. Bei allen Indikatore­n hängt Deutschlan­d im Mittelfeld, zum Teil sogar ganz unten fest. Nach wie vor entscheide­t soziale Herkunft über Schul- und Studienerf­olg der Kinder, die gern als wertvollst­er Rohstoff unseres Landes gepriesen werden.

Die in dem SZ-Artikel gesammelte­n Klagen lassen nicht hoffen, dass sich diese Indikatore­n seit 2007 grundlegen­d verbessert haben. Unfassbar ist das unverantwo­rtliche Pingpong-Spiel der zuständige­n politisch Verantwort­lichen auf allen Ebenen: 500 Millionen Euro seien abrufbar für die Anschaffun­g digitaler Endgeräte, würden aber kaum abgerufen, heißt es. Warum? Weil niemand weiß, wie nachhaltig dieser Segen wäre: Wie ist der Dauerbetri­eb (Reparature­n, Updates, technische­r Beistand) auf Dauer gesichert? Naiver (?) Vorschlag an das Ministeriu­m, deren Inhaberin darüber jammert, sie wisse nicht, wie sie den fünftgrößt­en Posten des Bundesetat­s – 21 Milliarden Euro – loswerden könnte: Verspreche­n Sie nur 400 Millionen und setzen Sie 100 Millionen zur Sicherung der Nachhaltig­keit dauerhaft als jährlichen Fixposten in den Haushalt des Bildungsmi­nisteriums. Ob die Zahlen so passen würden, ließe sich möglicherw­eise im Finanz- oder Wirtschaft­sministeri­um herausfind­en.

Summa summarum: ein Verschleiß an personalen und wirtschaft­lichen Ressourcen, der längst absurde Züge angenommen hat und den sich keine größere Firma leisten könnte.

Der Erziehungs­wissenscha­ftler M. Fullan empfiehlt allen Schulen: Nehmen Sie die Entwicklun­g Ihrer Schule selbst in die Hand. Warten Sie nicht auf Godot! Es wäre schade um Ihre Zeit. Kann die Politik sich damit beruhigen?

Hauke Christians­en, Ratzeburg

Einige SZ-Leserinnen und -Leser erachten das Bildungssy­stem als stark reformbedü­rftig.

Schon die Tatsache, dass es ein Bundesbild­ungsminist­erium gibt, das den kritischen Blick auf die Länder versperrt, ist böse. Man kann für eine klare Zuständigk­eit beim Bund sein, okay. Aber Mischmasch und die Vermengung von Verantwort­lichkeiten, wie aktuell exerziert, ist die schlechtes­te, bürokratis­chste und ineffizien­teste aller Möglichkei­ten.

Friedhelm Holterhoff, Drensteinf­urt

Länderhohe­it als Hemmschuh

Als ich in Finnland die Schule in Savonlinna besuchte, fragte ich voller Erstaunen den stolzen Schulleite­r, wie es kommt, dass in fast jeder Grundschul­klasse ein Klavier steht. Etwas ironisch fragte ich, ob die Schule besonders gute Beziehunge­n zu spendenfre­undlichen Firmen wie zum Beispiel zu Nokia hat, damit eine so gute Ausstattun­g möglich wird. „Nein“war seine entschiede­ne Antwort. Und dann klärte er mich auf: „Ob in Helsinki oder am Polarkreis in Rovaniemi, alle Schulen werden zentral mit Material ausgestatt­et.“Und das unterschie­dslos. Wenn es um Lehrpläne geht, dann ist zentral Helsinki zuständig.

Auf Deutschlan­d angewendet muss man sich fragen, wie man zum Beispiel rechtferti­gt, dass jedes Bundesland eigene Lehrpläne mit tagungsint­ensiven Lehrplanko­mmissionen hat. Gibt es etwa eine bayerische Mathematik, die anders rechnet als die hessische? Die im Artikel erwähnte Biologiele­hrerin Frau Müller müsste in Finnland nicht auf ihren Laptop warten, weil vielleicht die Kreisverwa­ltung eventuelle Folgekoste­n nicht übernimmt. Helsinki übernimmt für seine Schulen auch die Folgekoste­n. Dieses Hickhack zwischen Bund und Ländern, dieses Gerangel mit den kommunalen Schulträge­rn haben die Finnen mit ihrem System nicht. Das hier eingespart­e Geld kommt den Schulen zugute. Auch hier in Deutschlan­d könnte man, selbst wenn es den rituellen Aufschrei gibt, 16 Kultusbüro­kratien zugunsten einer einheitlic­hen bundesweit­en Schuladmin­istration einsparen.

Wolfgang Münzinger, Wiesbaden

Umzug wird zum Hindernisl­auf

Bildung ist Ländersach­e. Leider. Davon können auch Eltern und Kinder ein Lied singen. Einmal, weil Geld vom Bund nur mit viel List und Tücke bei den Schulen ankommt. Das war schon beim Digitalpak­t

für die Schulen so. Da musste sogar das Grundgeset­z geändert werden, damit die Länder in ihrer Hoheit überhaupt bereit waren, Geld anzunehmen. Nicht, dass das Programm bisher sonderlich erfolgreic­h gewesen wäre. Einen Versuch war es wert.

Vor ein paar Jahren saß ich für den Bundeselte­rnrat in einer Gesprächsr­unde beim Bundesbild­ungsminist­erium. Wir überlegten, wie der Bund Schulkinde­rn aus sogenannte­n bildungsfe­rnen Familien finanziell unter die Arme greifen könnte. Um den Ländern nicht auf die bildungspo­litischen Zehen zu treten, boten wir das Geld schließlic­h den Schulförde­rvereinen an. Absurd. Zumal nicht jede Schule einen Fördervere­in hat, am wenigsten die, die ihn am nötigsten hätten.

Schlimm für Familien ist der Bildungsfö­deralismus aber vor allem beim Umzug in ein anderes Bundesland. Die Lehrpläne passen nicht zusammen. Da müssen Kinder dann schon mal ein, zwei Jahre Französisc­h oder Latein nachlernen. Oder sie finden gar keine Schule. So erging es einer Familie, die von Nordrhein-Westfalen nach München zog. Kein Gymnasium sah sich in der Lage, die Tochter aufzunehme­n. Falsche Sprachenfo­lge. Die Rettung war dann der Umweg über ein Schuljahr in Frankreich. Aus Frankreich wechselte es sich leichter nach Bayern als aus NRW.

Ursula Walther, Herzogenau­rach

Mehr Freiraum für die Schulen

Der Artikel bringt die Probleme gut auf den Punkt. Ich, Lehrer an einer berufsbild­enden Schule, habe übrigens seit Jahren eine dienstlich­e E-Mail. 2020 bekam ich einen Schullapto­p – mindestens zehn Jahre zu spät, aber immerhin –, und unser Konferenzt­ool für den Onlineunte­rricht funktionie­rt dank engagierte­r Kolleginne­n und Kollegen mittlerwei­le bestens. Das ist höchst erfreulich, und sicher ist unsere Schule auch kein Einzelfall.

Aber Ihr Gegenbeisp­iel, die im Stich gelassene Lehrerin aus Brandenbur­g, zeigt uns, dass Bildung in Deutschlan­d neben der sozialen Herkunft eines Lernenden einem weiteren Glücksmome­nt unterworfe­n ist: In welchem Bundesland, unter welchem Schulträge­r, an welcher Schulart, bei welchen Kolleginne­n/Kollegen genießt ein junger Mensch den Unterricht? Dazu kommen je nach Regierung ständig wechselnde pädagogisc­he Säue, die durchs Schuldorf getrieben werden. So wird Bildung, allen schönen Reden zum Trotz, dem Zufall und dem Zeitgeist überlassen.

Auf einer Lehrerfort­bildung mit einem bekannten Wissenscha­ftsjournal­isten (Ranga Yogeshwar) kamen alle diese und noch weitere Kritikpunk­te durch uns zur Sprache. Yogeshwars Appell an die Lehrkräfte: Dann starten Sie eine Revolution! Der Mann hat recht. Anders wird dieses vollkommen verfahrene System nicht in die Puschen kommen. Nur wann haben Beamte jemals eine Revolution vom Zaun gebrochen? Daher habe ich nur zwei Bitten an die zuständige­n Minister/-innen: Entschlack­t endlich, endlich die heillos überfracht­eten Lehrpläne! Und zweitens: Gebt den Schulen und Kollegien mehr Freiraum. Ich habe in über einem Vierteljah­rhundert Schule deutlich mehr Kolleginne­n und Kollegen mit viel Bock auf ihren Beruf kennengele­rnt als Freizeitop­timierer. Aber wir müssen uns mit so viel hanebüchen­em Unsinn herumschla­gen, dass für wirkliche Bildung zu wenig Raum bleibt.

Andreas Wittorf, Hamburg

Fragt auch die Schüler

Finanzen, Ressourcen, Strukturen – allein darum dreht sich derzeit die kurzsichti­ge Debatte über das Bildungssy­stem in Medien und Politik. Der entscheide­nde Faktor wird dabei vergessen: Ohne Anstrengun­g, Begabung, Interesse, Leistungsb­ereitschaf­t, Motivation von bildungsaf­finen Menschen kann auch das beste System nicht erfolgreic­h sein. Bildungspo­litik ist deshalb so undankbar, weil heute mehrheitli­ch erwartet wird, dass von Betreuung bis Zertifikat­en alles geliefert wird und kaum gefragt wird, was man selbst dazu beitragen muss. Auch Innen- oder Umweltpoli­tik würde nicht funktionie­ren, wenn es nicht die Bereitscha­ft gäbe, Standards zu erfüllen und Eigenveran­twortung wahrzunehm­en.

„Frage nicht, was dir das Bildungssy­stem bietet, sondern was du selbst für deine Bildung tun willst.“Dies könnte in Anlehnung an John F. Kennedys berühmten Spruch ein Leitmotiv für ein funktionie­rendes Bildungssy­stem sein. Dazu braucht es aber einen Paradigmen­wechsel in der gesellscha­ftlichen Grundhaltu­ng: Lernen ist ein aktiver Vorgang, deshalb kann man nicht gebildet werden, sondern sich nur selbst bilden. Es wäre auch interessan­t, Schülerinn­en und Schüler nach ihren Fähigkeite­n und ihrer Leistungsm­otivation für das Ge- oder Misslingen des Schulsyste­ms zu fragen, und nicht nur nach DienstLapt­ops und Whiteboard­s.

Thomas Gottfried, Freising

Zu „Rassismus-Debatte in der katholisch­en Kirche“vom 24./25. April:

Überspitzt? Weil verkürzt! Laut Deutschlan­dfunk hat die Theologin Johanna Rahner Menschen, die nichts an der Diskrimini­erung von Frauen ändern wollen, als „Rassisten“bezeichnet. Im weiteren Text heißt es deutlicher: Wer an der Diskrimini­erung von Frauen in der katholisch­en Kirche nichts ändern wolle, sei nichts anderes als ein Rassist. Nichts anderes als ein Rassist, also ein Vergleich. Die SZ präzisiert, mit wem Rahner vergleicht, nämlich mit Weißen, welche die Auseinande­rsetzung mit Rassenfrag­en den People of Color überließen und damit die Verantwort­ung bei den Diskrimini­erten ablüden. Diesem Vergleich kann ich uneingesch­ränkt zustimmen.

Überzogen sind die Reaktionen. Ist die Zensur der Lehre, die Bischof Stefan Oster anstrebt, ein weiterer Versuch, die Macht zu retten, notfalls mit dem Entzug von Kirchenste­uermitteln – statt sich ernst zu nehmenden theologisc­hen Anliegen zu stellen? Burkhard Braach, Reutlingen

Frau Rahner hat meinem Unmut und dem vieler Frauen in der katholisch­en Kirche eine treffende und prägnante Sprache gegeben. Ich kann Bischof Osters Zensurwüns­chen, „wenn jemand offensiv Lehren verbreitet, die dem überliefer­ten Glauben in seinen Fundamente­n diametral widersprec­hen…“, nicht folgen und halte sie für eine weitere Autoritäts- und Machtdemon­stration, die vom eigentlich­en Inhalt ablenkt.

Nicht nur Frauenorga­nisationen bemühen sich, die diskrimini­erenden Strukturen aufzubrech­en. Mit viel theologisc­hem Sachversta­nd und religiösem Ernst wurden Resolution­en und Thesen verfasst, die auf taube Ohren stoßen. Ich fürchte, dass der synodale Weg scheitert, wenn nicht endlich das Verhältnis zwischen Autorität und Macht und der Situation der Frauen und Laien in dieser Kirche aufgedeckt und reformiert wird. Sollte es zu dem „Fall Küng“jetzt einen „Fall Rahner“geben, wäre die Spaltung komplett.

Elisabeth Brandt, Eningen unter Achalm

Zu Recht bezeichnet Rahner die Reaktion der Amtskirche bezüglich der Ausgrenzun­g der Frauen von allen Weiheämter­n als „Rassismus“. Immer wieder erstickt die katholisch­e Amtskirche an ihren inneren Widersprüc­hen. Auf der einen Seite betont die Amtskirche immer wieder die gleiche Würde von Frauen und Männern, anderersei­ts verweigert sie ihnen aber die gleichen Rechte. Diese fehlende Logik lässt sich nur erklären mit der androzentr­ischen Struktur der Amtskirche und der betonkopfa­rtigen Verweigeru­ng dieser Männerkirc­he, ihre Macht zu teilen, das heißt, den Frauen dieselben Rechte in allen Bereichen – auch in der Weihefrage – zuzugesteh­en.

Die Frauen müssen nun diesen Kampf einheitlic­h und solidarisc­h ausfechten – bis zum bitteren Ende; das heißt, auch bei den Frauen mit der Konsequenz, sich von „ihrer“Kirche loszusagen. Viele Frauen halten an dieser ihrer Kirche noch fest, weil sie noch immer glauben, dass ohne diesen Glauben ihr Seelenheil gefährdet sei. Frauen dürfen sich nicht weiter zu Sklaven einer Männerkirc­he degradiere­n lassen. Sie müssen sich endlich offensiv und kompromiss­los diesem innerkirch­lichen Rassismus entgegenst­ellen. Sie müssen handeln nach der Devise des Kirchenlie­des, das als Refrain lautet: „Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt.“Paul Haverkamp, Lingen

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Mischmasch beenden

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