En­ga­ge­ment für Kin­der ge­ehrt

Aus­zeich­nung Dent­ler-preis­trä­ger Jörg Fe­gert sagt, dass ihn sein Ge­rech­tig­keits­sinn an­treibt. Stif­ter-en­ke­lin Lu­na ap­pel­liert, täg­lich die Welt zu ver­bes­sern. Von Ve­re­na Schüh­ly

Südwest Presse (Ulm) - - Ulm Und Neu-ulm -

en Dent­ler-preis 2019 hat Prof. Jörg Fe­gert be­kom­men: Der Lei­ter der Ul­mer Uni­ver­si­täts­kli­nik für Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie ist aus­ge­wählt wor­den, weil er sich „aus vol­lem Her­zen für Kin­der ein­setzt und da­für, dass sie ge­sund und ge­walt­frei auf­wach­sen kön­nen“, sag­te Gi­se­la Dent­ler am Sams­tag­abend bei der Preis­ver­lei­hung.

Die Gold­schmie­de Dent­ler, die vor ge­nau 50 Jah­ren vom in­zwi­schen ver­stor­be­nen Ru­dolf „Rex“Dent­ler ge­grün­det wur­de, zeich­net je­des Jahr ei­nen Ul­mer aus, der sich in be­son­de­rer Wei­se um das Ge­mein­wohl ver­dient macht. Rund 200 Be­su­cher wa­ren zur Fei­er­stun­de auf dem Platz in der Ger­ber­gas­se ge­kom­men.

Zum Ju­bi­lä­um wag­te sich die 14-jäh­ri­ge En­ke­lin Lu­na Dent­ler auf den luf­ti­gen Thron, den ihr Groß­va­ter einst in lich­ter Hö­he von fünf Me­tern an der Fas­sa­de des Hau­ses an­ge­bracht hat­te. Sie be­rich­te­te, dass sie selbst an den Schü­ler-de­mons­tra­tio­nen „Fri­days for Fu­ture“teil­nimmt und rief al­le da­zu auf, selbst et­was in Sa­chen Kli­ma­schutz zu un­ter­neh­men und ak­tiv zu wer­den: „Wir ha­ben je­den Tag die Chan­ce, die Welt et­was bes­ser zu ma­chen. Das ist auch nö­tig, denn wir ha­ben nur die­se ei­ne Er­de.“Die jun­ge Frau gri auch mu­tig zum Mi­kro­fon und sang mit war­mer Soul-stim­me „What a won­der­ful world“, be­glei­tet von der vier­köp­fi­gen Jazz-com­bo Ca­li­co Ro­se.

DTra­di­ti­on und Spon­ta­nei­tät

Ih­re Groß­mut­ter Gi­se­la blick­te auf die ver­gan­ge­nen 50 Jah­re zu­rück und sag­te, dass das En­ga­ge­ment der Dent­lers zum „ge­leb­ten Mit­ein­an­der in der Stadt“bei­ge­tra­gen ha­be. Sol­che Tra­di­tio­nen sind wich­tig, denn „sie ge­ben Ori­en­tie­rung“. Den­noch dür­fe man sich nicht auf ih­nen aus­ru­hen, son­dern müs­se sich „auch mit dem Wan­del aus­ein­an­der­set­zen, spon­tan sein und ei­nen wa­chen Blick nach vorn ha­ben“. Da­mit mein­te sie auch ex­pli­zit den Ap­pell ih­rer En­ke­lin Lu­na.

Ein an­de­rer, der die­sen wa­chen Blick nach vorn ha­be, ist Jörg Fe­gert, sag­te Gi­se­la Dent­ler, als sie dem dies­jäh­ri­gen Preis­trä­ger den Eh­ren­ring an den Fin­ger steck­te. „Wir sind stolz auf Sie, wie Sie sich für Kin­der und Ju­gend­li­che ein­set­zen. Ins­be­son­de­re für je­ne, die trau­ma­ti­siert sind und kei­nen Platz im Le­ben ha­ben. Und dass Sie da­bei auch un­kon­ven­tio­nel­le We­ge ge­hen“, for­mu­lier­te sie in ih­rer Lau­da­tio das Wir­ken des Psych­ia­ters, der sich den The­men Miss­brauch, Kin­der­schutz und Trau­ma­the­ra­pie ver­schrie­ben hat.

Kein Schmud­del­the­ma mehr

Jörg Fe­gert sag­te, er füh­le sich von der Aus­zeich­nung „to­tal ge­ehrt“– und nahm sie aus­drück­lich im Na­men sei­nes ge­sam­ten Teams ent­ge­gen. Ei­ner­seits sei die Gold­schmie­de für ihn und sei­ne Frau schon vie­le Jah­re ein Ort, mit dem sie sich in be­son­de­rer Wei­se ver­bun­den fühl­ten. An­de­rer­seits freue er sich na­tür­lich über die in­halt­li­che Wür­di­gung sei­ner Ar­beit, ins­be­son­de­re weil The­men wie Miss­brauch lan­ge Zeit als „Schmud­del­the­men“ge­gol­ten ha­ben.

„Was mich be­wegt, ist das The­ma Ge­rech­tig­keit“, so der 63-Jäh­ri­ge wei­ter. Er mo­nier­te, dass es Deutsch­land nicht ge­scha t hat, das Un-nach­hal­tig­keits­ziel ei­nes ge­walt­frei­en Auf­wach­sens von Kin­dern für sich selbst grund­le­gend zu for­mu­lie­ren. Obers­tes Ziel für Fe­gert ist es, dass „Kin­der be­hü­tet auf­wach­sen und ih­re Ta­len­te ent­fal­ten kön­nen“.

Der Dent­ler-eh­ren­ring ist für ihn die zwei­te Aus­zeich­nung nach dem Bun­des­ver­dienst­kreuz im Jahr 2018 – und er sei ein „Schmuck­stück, das man je­den Tag tra­gen kann“.

Dent­ler-preis­trä­ger Jörg Fe­gert mit dem Ring am Fin­ger und Gi­se­la Dent­ler. Über ih­nen thront Lu­na Dent­ler. Fo­to: Sa­mu­el Tscha on

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