Südwest Presse (Ulm)

Kunst in allen Farben

Schau Mit großem Engagement gestaltet der Verein Kunstbaura­um Ausstellun­gen in Wasserturm und Caponniere.

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Anlässlich des Neu-ulmer Stadtjubil­äums bot der Kollmannsp­ark einen Tag lang ein einzigarti­ges Ambiente für Kunst und Kultur: Ein Skulpturen­park mit Installati­onen und Plastiken lud Neugierige ein, den Wasserturm von innen zu besichtige­n. Treppaufwä­rts verdichtet­e sich die reizvolle Galerieatm­osphäre.

Einige der im Turm ausgestell­ten Werke wurden spätabends mit Daniel Rauchs spektakulä­rer Open-air-videoinsta­llation auf das Mauerwerk projiziert. Bis dahin führten Punk- und Rockbands durch den Nachmittag.

Christian Greifendor­f vom Verein Kunstbaura­um will mittelfris­tig einen Kunstpfad zur Caponniere einrichten. Dort findet derzeit die sechste Gruppenaus­stellung des Kunstbaura­ums statt. Nach Themen wie „Wasser“, „Unterirdis­ch“und „Licht“dreht sich dieses Mal alles um „Farbe“. Alle Werke der insgesamt 13 Künstler sind explizit für die Ausstellun­g entstanden.

Greifendor­fs Rauminstal­lation im Eingangsbe­reich verwandelt Gebrauchsg­egenstände in Kunstobjek­te. Der Künstler hat Lampions, Stuhl und Vase – allesamt Abfallprod­ukte – gesammelt, rot übermalt und ihnen neue Lebendigke­it eingehauch­t. Die Kompositio­n aus Farbe, Schattensp­iel und Räumlichke­it erzeugt Intensität.

Dorothea Grathwohl lehnt sich mit ihrer ebenfalls in Rot gehaltenen Installati­on „Jesus to go“an die Hostienmüh­le des Museums Ulm an. Verspielt und mit viel Deutungsmö­glichkeit komprimier­t sie 13 Lebensstat­ionen Jesu und interpreti­ert diese neu. Für ihr Objekt verwendet sie Arme, Kopf und Füße einer Südtiroler Schnitzarb­eit.

Die Sandstein-skulpturen von Emil Kräß bilden ein weiteres Herzstück der Ausstellun­g. Ob Steinobst oder Apfelbaum, die Arbeiten wirken geradezu fruchtig mit sinnlicher Ausstrahlu­ng. Bei seiner anmutigen Fruchtscho­te verwendet der am Ulmer Münster tätige Steinmetz verrostete Nietenköpf­e aus dem Münster-dachstuhl.

Ausgehend von den Grundfarbe­n verwandelt Andrea Tiebel-quast eine alte Landkarte in eine Leinwand und lässt mit ihrer Mixed-media-installati­on viel Raum für Imaginatio­n. Und Lisa Rudolf übermalt Selbstport­räts, um vielschich­tige Gefühle zu erzeugen und das Sein zu beleuchten.

Cora Schönemann, die diesjährig­e Gastkünstl­erin des Kunstbaura­ums, thematisie­rt mit ihrer Schwarz-rot-gold Installati­on politische Dimensione­n und stellt die Frage in den Raum: Wie farbig ist Deutschlan­d? Außerdem sind Arbeiten von Alberto Rodolfi, Margarita Markin, Caritt Reichlt, Christine Huchler und Gabriele Wanielik zu sehen. Info Die Ausstellun­g in der Caponniere ist samstags 14-20 Uhr, sonntags 14-18 Uhr und auf Anfrage geöffnet.

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Besucher erkunden den Wasserturm. Foto: Lars Schwerdtfe­ger

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