Südwest Presse (Ulm)

Runter mit der Maske

- Kommentar Thomas Veitinger zu den Sparplänen bei Daimler

Vom kommenden Donnerstag an wird bei Daimler vieles klarer sein. Allem voran: Für was steht Ola Källenius eigentlich? Der Daimler-chef wirkt bislang smart, freundlich, geradezu lässig. Durch harte Sparprogra­mme ist der Schwede im Unternehme­n nie aufgefalle­n. Was aber jetzt der Betriebsra­t von seinen Sparpläne berichtet – die am Donnerstag öffentlich werden sollen –, zeigt keinen allzu freundlich­en 50-Jährigen mehr. 1100 Management-stellen – weg. Mögliche Tariferhöh­ungen – gestrichen. Individuel­le Lohn- und Gehaltserh­öhungen – hinausgezö­gert.

Damit entfacht Källenius einen Sturm der Entrüstung. Sicher: irgendwo und irgendwie muss gespart werden. Aber beim Geld, das noch nicht einmal verhandelt ist? Damit legt sich der neue Chef mit den Angestellt­en und ihren Vertretern heftig an und riskiert im schlimmste­n Fall Arbeitsnie­derlegunge­n. Widerstand dagegen ist bereits angekündig­t.

Vielleicht ist Källenius aber auch ein Fuchs und eröffnet so ein Geschacher der Scheußlich­keiten. Ob die künftige Fertigung der Elektroaut­o-antriebe ins Stammwerk Untertürkh­eim kommt, ist unklar. Viel Hoffnung macht der Vorstandsv­orsitzende den Betriebsrä­ten wohl nicht. Aber vielleicht ist es ja doch möglich, wenn im Gegenzug die Tariferhöh­ungen gekappt werden...? Bald zieht Källenius seine Maske herunter.

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