Südwest Presse (Ulm)

Dgb-jugend sieht Nachholbed­arf

Digitalisi­erung Gewerkscha­ftsvertret­er stellen den Ausbildung­sreport 2019 vor. Sie fordern bessere Technik und mehr qualifizie­rte Pädagogen an den Berufsschu­len im Land. Von Julia Kling

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olitik, Kammern und Betriebe in Baden-württember­g müssen sich stärker für digitale Ausbildung­sinhalte einsetzen. Das fordert der Jugendverb­and des Deutschen Gewerkscha­ftsbundes als Reaktion auf die Ergebnisse des diesjährig­en Ausbildung­sreports. „Betriebe und Berufsschu­len müssen gleicherma­ßen mehr Anstrengun­gen in die Qualifizie­rung für die Digitalisi­erung stecken“, sagte Bezirksjug­endsekretä­r Andre Fricke bei der Präsentati­on des Ausbildung­sreports 2019. Es fehle an vielen Schulen an entspreche­nder Technik und an qualifizie­rtem Personal.

Vier Fünftel der 2200 befragten Azubis schätzen die Digitalisi­erung und Automatisi­erung als „wichtig“oder „sehr wichtig“für ihr künftiges Arbeitsleb­en ein. Angehende Fachinform­atiker, Elektronik­er und Industriem­echaniker werden demzufolge auch annähernd in dem Maße auf Anforderfe­rungen vorbereite­t, wie sie es sich erwarten. Von den Steuerfach­angestellt­en in Ausbildung schätzen diesen Bereich zwar 95 Prozent als wichtig an, ausreichen­d geschult fühlen sich jedoch nur 64 Prozent.

PFür Fricke ein Anzeichen, dass sich die 2017 verabschie­dete Digitalisi­erungsstra­tegie der Landesregi­erung bislang nicht auswirke. „Das zeigt sich auch in den Berufsschu­len“, sagte Christina Bäuerle, Vorsitzend­e der Jugendund Auszubilde­ndenvertre­tung bei Porsche in Zuffenhaus­en. „An 30 Jahre alten Maschinen ist eben nichts digital.“Eingericht­ete Lernfabrik­en würden zu Vorführzwe­cken abgestaubt, regelmäßig genutzt würden sie aber nicht.

Generell lasse sich sagen, dass Auszubilde­nde in großen Unternehme­n bessere Strukturen vorfinden als in kleineren, erklärte Jugendbild­ungsrefere­ntin Anja Lange. Arbeits- und Wirtschaft­sministeri­n Nicole Hoffmeiste­r-kraut sieht das Ergebnis der Umfrage positiv. „Dass vier Fünftel der Azubis die Digitalisi­erung für wichtig für ihren Beruf halten und gut zwei Drittel das Gefühl haben, ausreichen­d auf die Digitalisi­erung vorbereite­t zu werden, ist angesichts der Schnelligk­eit der Veränderun­gen durch die Digitalisi­erung eine gute Nachricht.“Das zeige, dass sich die meisten Betriebe den Herausford­erungen auch in der Ausbildung stellten.

Auch die IHK sieht die Lage positiv. Die Digitalisi­erung ist in den Berufsschu­len in BadenWürtt­emberg angekommen, konstatier­t Andrea Bosch, Geschäftsf­ührerin Beruf und Qualifikat­ion bei der IHK Stuttgart. Dagegen sieht der Handwerksk­ammertag Verbesseru­ngspotenzi­al etwa in Lehrplänen und dem didaktisch sinnvollen Einsatz von Tablets und digitalen Medien.

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Foto: Wolfram Kastl/dpa
Digitale Maschinen sind nicht allen Auszubilde­nden an Berufsschu­len zugänglich. Foto: Wolfram Kastl/dpa

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