Südwest Presse (Ulm)

Lob hilft in der Tabelle nicht

Basketball Ratiopharm Ulm hat in den vergangene­n zwei Spielen über weite Strecken stark gespielt, aber verloren. Gegen Würzburg zählt nun nur der Sieg. Von Sebastian Schmid

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ach zwei Spielen, in denen die Ulmer Basketball­er über weite Strecken eine starke Leistung gezeigt haben, am Ende aber mit leeren Händen dastanden, soll nun gegen Würzburg der zweite Bundesliga­sieg der Saison her. Nach Niederlage­n in Braunschwe­ig und Berlin, daheim gegen Frankfurt und der Abreibung in Ludwigsbur­g (75:106) ist ein Erfolgserl­ebnis auf nationaler Ebene dringend nötig. Drei Viertel in Berlin und das ganze Spiel in Bologna machen Mut, dass das am Samstag (18 Uhr/magenta Sport) endlich gelingen kann.

„Wir haben in beiden Partien gut gespielt, konnten aber nichts Zählbares mitnehmen“, sagte Trainer Jaka Lakovic, der angesichts der 91:92-Niederlage in Bologna ein wenig im Zwiespalt war. Auf der einen Seite hat sich sein Team beim Eurocup-titelkandi­daten teuer verkauft und gegen einen starken Gegner das bislang beste Saisonspie­l gemacht. Auf der anderen Seite gelang trotz des tollen Kampfes halt doch kein Sieg. „Das tut mir für die Spieler leid. Sie benötigen einen Erfolg wie diesen und hätten ihn wirklich verdient gehabt“, so Lakovic.

Auch wenn es in Bologna nicht ganz gereicht hat, könnte der Auftritt nachhaltig­e Wirkung haben. Denn die Ulmer haben stark verteidigt und über weite Strecken im Angriff disziplini­ert gespielt. Letztlich fehlten Nuancen, um die Überraschu­ng zu schaffen.

Doch diese Kleinigkei­ten sind es, die Lakovic noch ein wenig Sorgen bereiten. „Es ist wie bei einem Bergsteige­r, der einen 8000er besteigt. Die letzten 200 Meter sind die schwierigs­ten“, sagte der Slowene, in dessen Heimat der Triglav mit 2864 Metern höchster Berg des Landes ist. Nun sei es an seinem Team, die letzten 200 Meter gemeinsam zu meistern. Was Lakovic damit meint: Schön spielen bringt nichts, wenn nicht gewonnen wird.

Gegen Würzburg ist es nun an der Zeit, endlich mit einem Sieg die Arena zu verlassen. Dabei

Nkann der 41-Jährige wieder auf Isaiah Briscoe zurückgrei­fen, der aus den USA zurückgeke­hrt ist. Allerdings weiß niemand, wie der Amerikaner den plötzliche­n Tod seines Vaters verkraftet hat: „Es ist eine sehr schwierige Situation für ihn, in der wir ihm eine Hilfe sein wollen“, sagte der Ratiopharm-trainer und stellte klar: „Wir dürfen sicherlich keine Wunderding­e von ihm erwarten und nicht denken, dass er das Spiel im Alleingang gewinnt.“Ein Fragezeich­en steht hinter dem Einsatz von Zoran Dragic, der sich in Berlin eine Oberschenk­elverletzu­ng zugezogen hat und erst gar nicht mit nach Bologna gereist ist. „Wir müssen abwarten, ob er uns helfen kann.“

Ulms Formkurve zeigt nach oben

Um in der Bundesliga in die Erfolgsspu­r zurückkehr­en zu können, müssen die Ratiopharm-akteure vor allem einen Akteur in den Griff bekommen: Cameron Wells. „Er ist einer der effektivst­en Spieler der Liga“, weiß Lakovic, warnt aber davor, sich zu sehr auf den Amerikaner zu konzentrie­ren: „Wir dürfen die anderen Würzburger nicht vergessen. Wells wird das Spiel nicht alleine gewinnen.“Unterstütz­ung erhält der 31-Jährige, der im Schnitt 16,2 Punkte erzielt und 6,3 Assist verteilt, von den gefährlich­en Dreierschü­tzen Jordan Hulls und Skyler Bowlin sowie dem vielseitig­en Center Luke Fischer.

Lakovic geht zuversicht­lich in die Partie und erklärt: „Unsere Formkurve zeigt nach oben.“Eine Einschätzu­ng, die sein Team gegen Würzburg bestätigen will. 15 Siege gelangen Ratiopharm Ulm bislang in der Basketball-bundesliga gegen Würzburg. Die Unterfrank­en hingegen konnten erst zwei Partien für sich entscheide­n.

 ??  ?? Killian Hayes und das Ulmer Team haben sich zuletzt in Bologna trotz der Niederlage teuer verkauft. Foto: Lars Schwerdtfe­ger
Killian Hayes und das Ulmer Team haben sich zuletzt in Bologna trotz der Niederlage teuer verkauft. Foto: Lars Schwerdtfe­ger

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