Südwest Presse (Ulm)

Trubel nach Rücktritt der Präsidenti­n

Jetzt bringt sich der Lebensgefä­hrte von Claudia Pechstein, Matthias Große, als Nachfolger ins Gespräch.

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Inzell. Dem überrasche­nden Rücktritt der Verbandspr­äsidentin folgte prompt ein Vorschlag von Claudia Pechstein. Stefanie Teeuwen hatte ihr Amt als Chefin der Deutschen Eisschnell­lauf-gemeinscha­ft (DESG) kaum niedergele­gt, da brachte die fünfmalige Olympiasie­gerin tatsächlic­h ihren Lebensgefä­hrten Matthias Große als Nachfolger ins Spiel. Via Facebook machte sich die 47-Jährige für den Berliner Unternehme­r stark und verkaufte ihn als einzig logischen Kandidaten. Das dürften im deutschen Eisschnell­lauf-lager nicht alle so sehen. Pechstein, die ihr Umfeld oft in Gegner und Verbündete unterteilt, hat in Große ihren wichtigste­n Unterstütz­er gefunden.

Er tritt als lautstarke­r Anpeitsche­r auf, als Pressespre­cher oder „Bodyguard“, wie Pechstein es einmal formuliert hat.

Das verbleiben­de DESG-PRÄSIdium, so hieß es in einer vor Pechsteins Vorstoß verbreitet­en Mitteilung, werde für die Nachfolger­eglung nun „entspreche­nde Schritte einleiten und bis Ende nächster Woche dazu kommunizie­ren“. Über die Gründe von Teeuwens Rücktritt wird derweil spekuliert. Im Hintergrun­d, so viel lässt sich sagen, rumort es bei der DESG, die vor dem Saisonstar­t bei den internatio­nalen deutschen Meistersch­aften am Wochenende eigentlich eine Aufbruchst­immung verbreiten will.

Der für den Kurz- und Mittelstre­ckenbereic­h zuständige Bundestrai­ner Danny Leger hat eine zehnköpfig­e Trainingsg­ruppe um Sprinter Nico Ihle etabliert. Die Athleten schwärmen von der neuen Struktur und starten mit Rückenwind in den Winter. Langstreck­en-spezialist Patrick Beckert, der weiterhin ein eigenständ­iges Trainingsp­rogramm in Erfurt verfolgt, lobt den Austausch mit Mehrkampf-bundestrai­ner Erik Bouwman.

„Drohender Untergang“

Der Niederländ­er war erst kürzlich unfreiwill­ig in den Mittelpunk­t des Interesses gerückt. Der Grund: Pechstein. In der Bild hatte sie Bouwman scharf attackiert. Dieser habe ihr mitgeteilt, „dass er keinen Bock darauf hat, dass ich mittrainie­re“, hatte sie gesagt. Eine Zusammenar­beit ist ausgeschlo­ssen, die Berlinerin arbeitet nun mit dem polnischen Team. Matthias Große hat seine Ambitionen auf das Präsidente­n-amt mittlerwei­le selbst bestätigt. Er wolle den Verband „vorm drohenden Untergang“retten.

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