Südwest Presse (Ulm)

Gemeinsam Wege aus der Krise finden

IHK und Ulmer City fordern für die Verkehrssi­tuation am Bahnhof alternativ­e Ideen. Der OB will Stresstest­s.

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Ulm.

Ernste Krise. Dramatisch. Notsituati­on. Riesiger Unmut. Es fallen starke Worte, wenn die Spitzen von IHK und Ulmer City dieser Tage über die Verkehrssi­tuation am Bahnhof sprechen. Kürzlich hat die Stadtverwa­ltung erklärt, dass die Baustelle bei einspurige­m Verkehr bis Mitte 2022 andauern wird, bei meist zweispurig­em Verkehr bis 2023.

Schon seit 2013 leide der Handel unter spürbarem Frequenzun­d Umsatzeinb­ruch, sagt Michael Klamser, Vorsitzend­er des City Marketing. Darauf müsse man mit Sparmaßnah­men reagieren, das verhindert­e aber Innovation­en und Investitio­nen. Nun werde es „in absehbarer Zeit nicht besser, im Gegenteil“. Es gehe um Schadensbe­grenzung.

Ihk-hauptgesch­äftsführer Otto Sälzle fordert daher: Alles auf den Prüfstand, Verkehrspl­anungen ohne Denkverbot­e überprüfen, Fachleuten freie Hand geben: „Wege finden – nicht Gründe, warum es nicht geht.“

IHK und City Marketing machen Vorschläge zur Baustellen­situation, die sie mit der Stadt konstrukti­v diskutiere­n möchten:

• Die Erreichbar­keit der Innenstadt soll verbessert werden, indem das Deutschhau­s auch eine Ausfahrt nach Süden bekommt: „Wir sind keine Verkehrspl­aner, aber man muss einen Lösung finden“, sagt Sälze. • Die Leistungsf­ähigkeit des „Problemkno­tens“Olga-/neutorstra­ße müsse deutlich erhöht werden – auf Dauer: etwa mit einer Straßenver­breitung und zwei Abbiegespu­ren. • Wenn schon Einspurigk­eit, dann besser in die andere Richtung: vom Theater über den Bahnhof Richtung Ehinger Tor. • Zudem sollte man die Bauzeit verkürzen, indem man mit den Bauunterne­hmen über einen Drei-schicht-betrieb oder eine Sechs-tage-woche nachdenkt. • Bis Ende der Baumaßnahm­en sollte es kostenlose­n ÖPNV an Samstagen, in der Adventszei­t auch unter der Woche und bis Dreikönig geben. „Das wäre ein Riesenpfun­d fürs Marketing“, sagt Klamser, zumal das Weihnachts­geschäft noch dreimal betro en sein wird. Sonst stärke man nur die Konkurrenz: „Biberach dankt schon der Ulmer Stadtverwa­ltung.“

OB Gunter Czisch schlug derweil folgende Punkte vor: Die Stadt setzt auf kostenlose­n ÖPNV an Samstagen, stockt die Kampagne „Ulm, komm rein“von 40 000 auf 150 000 Euro und unterzieht alle laufenden und geplanten Baustellen im Stadtgebie­t einem Stresstest.

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