Südwest Presse (Ulm)

Kartesisch­e Träume im Stadthaus

1619 träumte René Descartes in Ulm – und schrieb dann Wissenscha­ftsgeschic­hte. Die Uni feiert das groß.

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Ulm. 1619 wurde in Ulm Wissenscha­ftsgeschic­hte geschriebe­n. René Descartes, damals 23 Jahre alt und zu Gast in der Stadt, hatte in der Nacht auf den 11. November drei Träume, welche die Welt nachhaltig veränderte­n – zumindest führte Descartes (1596 bis 1650) selbst seine universale Methode zur Erforschun­g der Welt später auf seine Ulmer Träume zurück.

Zu Ehren des berühmten französisc­hen Philosophe­n und Mathematik­ers feiert die Uni am Sonntag, 10. November (17 Uhr), im Stadthaus „Eine Nacht in Ulm – 400 Jahre Kartesisch­e Träume“. Die Veranstalt­ung ist eine Kooperatio­n des Humboldt-studienzen­trums, des Instituts für Analysis und des Instituts für Theoretisc­he Informatik. Beiträge kommen aus der Geschichte, der Mathematik, der Philosophi­e und Literatur.

Den Auftaktvor­trag bestreitet Prof. Jean Dhombres (Paris). Der französisc­he Mathematik­historiker widmet sich in seinem Beitrag „Imagening with Descartes“dem Ulmer Traumerleb­nis. Mit einer literarisc­hen „Meditation nach Descartes“geht es weiter: Girard Rhoden, Sänger am Theater Ulm, rezitiert aus einem Gedichtzyk­lus von Durs Grünbein. Der dritte Teil widmet sich dem Spannungsv­erhältnis von „Traumnacht und Schlachtfe­ld: Descartes und Napoleon“. Philosophi­eprofessor Dieter Thomä (St. Gallen) geht in seinem Vortrag dem Glanz und Elend des neuzeitlic­hen Selbstbewu­sstseins nach. Der Eintritt ist frei.

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