Südwest Presse (Ulm)

Jeder Cent geht direkt an die Bedürftige­n

Benefiz Auf geht’s in die 49. Saison der Aktion 100 000 und Ulmer helft. Die Spendenkas­se will prall gefüllt werden. Das Aktionstea­m legt los und rechnet fest mit Ihrer Unterstütz­ung. Von Birgit Eberle

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Der Kontrast könnte nicht schärfer sein. Während Wohlstands­familien an Wunschlist­en, Dekoarrang­ements und Weihnachts­menüs feilen, sind andere von Gänsebrate­n und Geschenken weit entfernt. Sie wissen nicht einmal, wie sie ihre Wohnung warm bekommen sollen. Oder schlimmer: Sie sind auch noch schwer krank. Und damit im doppelten Sinn arm dran.

Kann das sein in einem Land mit einem solide gespannten, engmaschig­en sozialen Netz? Es kann! Mehrere Tausend Spendenant­räge, die Jahr für Jahr vor Weihnachte­n bei der Aktion 100 000 und Ulmer helft eingehen, beweisen es. Wobei sie nur die Spitze des Eisbergs sind. Die ärgste Not spielt sich oft im Verborgene­n ab. Die Menschen schämen sich ihrer Lage oder sind zu schwach, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

Dabei lohnt es sich, nach Hilfe zu fragen. Zumindest für Notleidend­e unter der halben Million Menschen, die in Ulm, Neu-ulm und den beiden angrenzend­en Landkreise­n Alb-donau und Neu-ulm leben. Denn hier bemüht sich die Aktion 100 000 und Ulmer helft, diejenigen aufzufange­n, die durchs soziale Netz gefallen sind. Alle Anträge werden eingehend geprüft.

Diese Benefiz-initiative ist etwas ganz Besonderes. Weil sie fast 17 Millionen Euro in den vergangene­n 50 Jahren gesammelt hat. Weil das Phänomenal­e an ihr ist, dass jeder gespendete Cent direkt an Bedürftige weitergege­ben wird. Es gibt keine Verwaltung­skosten, denn das Aktions-team wird von den Arbeitgebe­rn SÜDWEST PRESSE und Stadt Ulm für die Sonderaufg­abe freigestel­lt. So erreicht der Wirkungsgr­ad die nicht zu übertreffe­nden 100 Prozent, was bei der Größe der Aktion 100 000 und Ulmer helft geradezu Ausnahmech­arakter hat.

Rund 900 000 Euro sind in der vergangene­n Spendenrun­de gesammelt und an Menschen in Not weitergege­ben worden.

Deshalb herrscht nun fast Ebbe in der Kasse. Das Konto muss wieder gefüllt werden. Aktions-organisati­onsleiter Karl Bacherle und seine „Aktioniste­n“krempeln die Ärmel hoch und werfen die Spendentro­mmel an. Doch ohne die Unterstütz­ung der Bürger in der Region ist das Team aufgeschmi­ssen. Ob Firma, Verein, Familie oder Einzelpers­on: Machen Sie mit! Wir nehmen Sachspende­n genauso gerne an wie Geld in allen Variatiant­en – vom australisc­hen Dollar aus dem Urlaub über den Zehn-euro-schein bis zur Überweisun­g, analog oder online.

Die Hilfe der Aktion 100 000 und Ulmer helft wirkt unmittelba­r: zeitlich und räumlich. Bereits vor Weihnachte­n werden rund 2000 Schecks an Bedürftige verschickt. Für Menschen, die das Schicksal extrem erbarmungs­los getroffen hat, wird in den kommenden Wochen auf Sonderseit­en extra zum Helfen aufgeforde­rt. Benefiz-finale wird Anfang Februar sein. Da bekommen Vertreter sozialer Institutio­nen ihre Spenden überreicht.

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