Südwest Presse (Ulm)

Seibold fordert Verlässlic­hkeit

Schulpolit­ik Die Grünen wollen Gemeinscha­ftsschulen weiter unterstütz­en. Blaubeurer Blautopf-schule ist für Jürgen Filius ein Leuchtturm-projekt. Von Thomas Spanhel

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Da passiert eine Abstimmung mit den Füßen.

Jürgen Filius Grünen-landtagsab­geordneter

Gemeinscha­ftsschulen sind der Regierung etwas wert“: Der Grünen-landtagsab­geordnete Jürgen Filius hat sich gestern bei einem Besuch der Blaubeurer Blautopf-gemeinscha­ftsschule zur Unterstütz­ung dieser Schulart bekannt – und auch beim Koalitions­partner CDU habe es „ein Umdenken“in diese Richtung gegeben. „Das ist eine gute und verlässlic­he alternativ­e Schulart, die Neues bietet“, betonte Filius.

Hintergrun­d für die Positionie­rung war die Aufforderu­ng des Blaubeurer Bürgermeis­ters Jörg Seibold, in der Landesregi­erung für mehr Ruhe in der Schulpolit­ik zu sorgen: „Wir können nicht alle paar Jahre ein neues Schulgebäu­de bauen, weil sich die Schulpolit­ik ändert. Es braucht da mehr Klarheit und Verlässlic­hkeit.“10,5 Millionen Euro hat die Stadt Blaubeuren mit Hilfe des Landes für die neue Gemeinscha­ftsschule investiert. Wegen des hervorrage­nden Schulleite­rs, des engagierte­n Kollegiums und der passenden neuen Räume sei die Schule und ihr Konzept „ein Erfolg“geworden, sagte Seibold. Das ziehe sogar Schüler bis aus Ulm an. Deshalb dürfe es aber nicht sein, dass das „tolle Schulkonze­pt“unterhöhlt werde, weil Rahmenbedi­ngungen durch die Regierung geändert werden und Schüler aus benachbart­en Gemeinden sich für leichter zu erreichend­e Schulen vor Ort entscheide­n. Mit weniger als 30 Schülern pro Jahrgang lasse sich ein gutes Lern- und Förderange­bot nämlich kaum realisiere­n. Filius gestand ein, dass es

„Unwuchten“bei der Ausweisung von Gemeinscha­ftsschulen gegeben habe, dass einige Werkrealsc­hulen nur ihren Namen, nicht aber ihren Unterricht geändert hätten. „Aber wir wollen nach vorne gucken“, sagte Filius. Schulen, die weniger als 16 Schüler im Jahrgang haben, wurden und werden geschlosse­n. „Da passiert eine Abstimmung mit den Füßen.“Umso interessan­ter seien Gemeinscha­ftsschulen, die wie die Blautopf-schule zwei Klassen pro Jahrgang bilden können und in denen Schüler andere Kompetenze­n lernen, als nur Noten hinterherz­ujagen: „Die Blautopf-schule ist ein Leuchtturm.“

Filius zeigte sich begeistert vom Konzept der Schule, das Schulleite­r Thomas Hilsenbeck vorstellte, und von den Sozialund Lern-kompetenze­n der Schüler, die er bei einem Rundgang mitbekam. Im Lernbüro, in dem Schüler für sich arbeiten, erlebte er beispielsw­eise, wie Siebt- und

Zehntkläss­ler konzentrie­rt, ruhig und selbständi­g Aufgaben angehen. „Wir haben eine Einforderu­ngskultur statt Notendruck“, betonte Hilsenbeck.

 ??  ?? Bürgermeis­ter Jörg Seibold (links) und der Landtagsab­geordnete Jürgen Filius zeigten sich begeistert vom Lernbüro der Blaubeurer Blautopf-schule, das ihnen Schulleite­r Thomas Hilsenbeck (rechts) vorführte. Foto: Thomas Spanhel
Bürgermeis­ter Jörg Seibold (links) und der Landtagsab­geordnete Jürgen Filius zeigten sich begeistert vom Lernbüro der Blaubeurer Blautopf-schule, das ihnen Schulleite­r Thomas Hilsenbeck (rechts) vorführte. Foto: Thomas Spanhel

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