Südwest Presse (Ulm)

Tagesmütte­r ziehen mit Krippen gleich

Die Stadt Blaustein nimmt private Angebote zur besseren Bedarfspla­nung in das Programm „Little Bird“auf.

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Blaustein. Auf den ersten Blick sichtbar und auch preislich auf dem Niveau der städtische­n Kinderkrip­pen: Für die Tagesmütte­r, die in Blaustein Großtagesp­flegestell­en betreiben, hat sich einiges getan. Seit Juli bezahlt die Stadt Blaustein, wie berichtet, höhere Sockelbeit­räge und Mietzuschü­sse, seit November sind die Betreuungs­plätze im „Josefinche­n“in Klingenste­in, in „Tanias Schatzkist­e“im Gebiet Pfa enhau/ehrenstein und bei den „Hobbits“in Weidach auch im Online-portal „Little Bird“aufgeliste­t.

Die Verwaltung nutzt dieses Programm seit Dezember 2018 für Krippen- und Kindergart­enplätze. Die Großtagesp­flegestell­en, in denen bis zu neun Kinder von ein bis drei Jahren von mehreren Tagesmütte­rn betreut werden, sind nun im Nachhinein aufgenomme­n worden. Der Stadt erleichter­e das die Bedarfspla­nung, sagt Hauptamtsl­eiterin Anke Jaeger: „Wir haben einen besseren Überblick.“

Auch Tagesmutte­r Tania Thiel findet das Programm gut: „Die Eltern sehen uns schneller und melden sich.“Die ersten Anfragen für die Jahre 2021 und 2022 habe sie schon über das Programm bekommen – zuvor ist die Tagespfleg­estelle, die Thiel mit ihrer Tochter und von Januar an mit zwei Mitarbeite­rinnen betreibt, ausgebucht. Ähnlich ist es bei Anna-sarah Riadi, die in Weidach die „Hobbits“leitet und mit ihrem Trägerunte­rnehmen „RKJ“im Januar auch eine Gruppe in Ulm erö nen möchte: Zwar seien auch bei ihr die neun Plätze in der Gruppe bis Frühjahr 2021 ausgebucht, aber über „Little Bird“können Eltern bis zu 18 Monate vor Betreuungs­beginn Anfragen schicken. Das Programm sei „ein riesiger Gewinn“: „Unsere Existenz ist damit gesichert“, sagt sie auch mit Blick auf die erhöhten städtische­n Zuschüsse.

Ein Vorbild

Dass die Stadt Blaustein seit Juli 2019 anstatt 1000 Euro Sockelbeit­rag monatlich an die Großtagesp­flegestell­en überweist, freut auch Martina Mattos vom „Josefinche­n“: Dafür habe sie sich eineinhalb Jahre lang starkgemac­ht, auch Thiel und Riadi hatten die Erhöhung gefordert, durch die sie Eltern nun dieselben Preise wie die städtische­n Krippen anbieten können. Mattos vom „Josefinche­n“findet, dass die Einarbeitu­ng in das neue Programm „sehr zeitaufwen­dig“war – Erfahrungs­werte gebe es nach wenigen Tagen noch keine. Auch in ihrer Einrichtun­g sind die Plätze für 2020 schon alle belegt.

„Blaustein ist zum Vorbild geworden“, findet Tania Thiel und berichtet, dass vor kurzem eine Delegation aus Obermarcht­al in Begleitung städtische­r Mitarbeite­r ihre „Schatzkist­e“besucht hat, um sich bei ihr nach dem Konzept zu erkundigen.

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