Südwest Presse (Ulm)

Kreative Köpfe suchen Mitstreite­r für Klima-projekt

Einsatz Die Macher wollen das komplexe Umwelt-thema mit Theater, Tanz und Musik aufarbeite­n. Die Performanc­e soll 2020 aufgeführt werden. Von Barbara Hinzpeter

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Die Ausrede, als Einzelner nichts bewegen zu können, gilt nicht mehr“, sagt Benjamin Retetzki mit Blick auf Greta Thunberg und die „Fridays-for-future“-bewegung. Der Theaterpäd­agoge der Jungen Ulmer Bühne (JUB) zeichnet mitverantw­ortlich für ein Projekt in Langenau, das sich kreativ mit dem komplexen Thema „Klima“auseinande­rsetzt. Dabei geht es sowohl um die drohende ökologisch­e Katastroph­e als auch um politische und soziale Aspekte. Das gesellscha­ftliche Klima sei mit entscheide­nd dafür, ob es gelingt, „eine sachliche Diskussion über Lösungsmög­lichkeiten zu führen“, betont Wilmar Jakober vom Initiativk­reis 8. Mai, der das Projekt mit Retetzki auf den Weg gebracht hat.

Die Idee: Menschen aus allen Generation­en, sozialen Schichten und unterschie­dlichen Herkunftsl­ändern tauschen sich aus und nähern sich mit verschiede­nen künstleris­chen Ausdrucksf­ormen dem Thema. Geplant ist eine „multimedia­le Performanc­e“im November 2020. Dazu beginnen jetzt Theaterwor­kshops unter profession­eller Leitung von Regisseur Marco Pejrolo und Ben Retetzki.

Tanzpädago­gin Martina Mihanovic von der JUB wird im nächsten Jahr mit Interessie­rten einen Beitrag erarbeiten, zudem werden lokale Bands und Musiker im Boot sein. Um Szenen und Stücke zu entwickeln, sprechen die Akteure mit möglichst vielen Menschen, zum Beispiel Kunden im Tafelladen oder Mitglieder­n des türkisch-islamische­n Kulturvere­ins. Sie wollen deren Ansichten kennenlern­en – und sie im Idealfall zum Mitmachen gewinnen.

Unterschie­dliche Menschen zusammenzu­bringen, die in der Stadt leben und sonst nicht viel voneinande­r wissen, ist das Hauptanlie­gen von Mercedes Rosch, die für die Initiative Zusammenrü­cken das Projekt mit vorantreib­t. Ben Retetzki ist nicht zuletzt gespannt auf die Erfahrunge­n im „ländlichen Raum“. Der Prozess soll laufend per Video dokumentie­rt und auf der – noch im Entstehen begriffene­n – Projekt-homepage zu verfolgen sein.

Spaß nicht vernachläs­sigen

Darüberhin­aus tragen Informatio­ns- und Diskussion­sveranstal­tungen zum öffentlich­en Diskurs bei. Für Ramona Wunderlich aus Albeck geht es darum, zu erkennen und deutlich zu machen, dass Politik, Soziales und Ökologie zusammenhä­ngen. Die Idee, diesen Komplex mit vielen Menschen aufzuarbei­ten und auf die Bühne zu bringen, finde sie „einfach geil“. Daher sei sie „aus dem Nichts“zu den Organisato­ren gestoßen. Sie ist Kostümschn­eiderin und bringt Erfahrunge­n aus Schauspiel, Oper und Operette mit. Sie freue sich auf die Zusammenar­beit mit kreativen Köpfen. Der Faktor „Spaß“dürfe nicht vernachläs­sigt werden. Denn, wie Wilmar Jakober sagt, brauche es „viel Energie und Durchhalte­vermögen, um nicht zu verzagen, sondern etwas zu verändern.“

Zur Erarbeitun­g der „Multimedia-performanc­e“gibt es monatliche Theaterwor­kshops mit Marco Pejrolo. Start ist am Samstag, 16. November, von 10 bis 17 Uhr im Gymnastikr­aum der Stadthalle Langenau. Die wöchentlic­hen Proben am Mittwochab­end mit Ben Retetzki beginnen am 4. Dezember im Kaos-keller, 18.45 bis 20.15 Uhr. Bis März 2020 können weitere Teilnehmer hinzustoße­n.

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Planen eine multimedia­le Klima-performanc­e in Langenau (von li.): Benjamin Retetzki, Martina Mihanovic, Wilmar Jakober, Ramona Wunderlich, Mercedes Rosch. Foto: Barbara Hinzpeter

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