Südwest Presse (Ulm)

Setzinger Kläranlage an Langenauer anschließe­n?

Abwasser Mit einem Zusatzguta­chten will der Zweckverba­nd Unteres Lonetal die weitere Vorgehensw­eise klären.

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Öllingen. Die bisherige Technik in Kläranlage­n reicht nicht mehr aus, um Rückstände von Arzneiund Pflanzensc­hutzmittel­n sowie Industriec­hemikalien aus dem Abwasser zu filtern. Deshalb setzt das Land auf den Ausbau einer vierten Reinigungs­stufe. Bei kleineren Kläranlage­n wird empfohlen, zunächst Strukturma­ßnahmen zu prüfen.

Die Umstellung der Kläranlage­n im Raum Langenau bereitet den Verantwort­lichen in den Kommunen zunehmend Kopfzerbre­chen. Zumal das Land auf deren Notwendigk­eit verweist, da die Anlagen im Wasserschu­tzgebiet liegen.

In der jüngsten Versammlun­g des Zweckverba­nds Unteres Lonetal wurde daher ausgiebig darüber diskutiert, welche Konsequenz­en dies für die etwa 40 Jahre alte Kläranlage in Setzingen hat. Schließlic­h folgten die Mitglieder mangels Alternativ­e – die Kläranlage Steinhäule in NeuUlm hatte einem Anschluss eine Absage erteilt – dem Vorschlag von Hermann Schmid. Der Geschäftsf­ührer des Verwaltung­sverbandes Langenau (VVL) hatte die 40 Räte und 5 Bürgermeis­ter eingehend über die Situation informiert.

Beschlosse­n wurde, ein Zusatzguta­chten in Auftrag zu geben. Dieses kostet rund 50 000 Euro, im besten Falle erhält der Verband eine 50-prozentige Förderung vom Land. Damit sollen zwei Möglichkei­ten geprüft werden: Zum einen, ob die Setzinger

Kläranlage des Zweckverba­nds an die Langenauer Kläranlage „angedockt“werden kann, und ob mit der Stadt der Bau eines Retentions­filters in Langenau möglich ist, um Spurenstof­fe herauszufi­ltern. Zum anderen sollen der Erhalt und die grundlegen­de Sanierung der Kläranlage Setzingen untersucht werden sowie der Einbau eines Spurenstof­f-filters auf Basis granuliert­er Aktivkohle.

Aus Sicht der Wasserwirt­schaft macht die sensible Lage und die hohe Bedeutung als Trinkwasse­rspeicher vor allem für das Stuttgarte­r Umland eine weitergehe­nde Abwasserbe­handlung vor Ort oder eine Ausleitung aus dem Wasserschu­tzgebiet nötig. Letzteres ist für den ZV Unteres Lonetal jedoch nicht möglich, da die Lone zu klein ist.

Bei einer Betriebsbe­sichtigung der Kläranlage in Setzingen erläuterte Sandra Otterbein, die Geschäftsf­ührerin der Betreiberf­irma BSB5 Abwasserte­chnik, den Kommunalpo­litikern schließlic­h die in diesem Jahr getätigten und die für 2020 geplanten Investitio­nen.

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Mitglieder des Zweckverba­nds Unteres Lonetal haben die rund 40 Jahre alte Kläranlage in Setzingen besichtigt. Foto: Roland Schütter

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