Südwest Presse (Ulm)

Eltern haften nur bei Versagen

- Urteil des Amtsgerich­ts Augsburg vom 24.01.2018 – Az.: 73 C 4417/ 17

Ein Fün ähriger, der bei einer Radtour vor seinem Vater und hinter seinem älteren Bruder fuhr, fuhr auf einer Straße gegen einen geparkten Wagen. Der Vater hatte noch „Aufpassen!“gerufen – vergebens. Die Reparatur kostete den Autobesitz­er cirka 2000 Euro. Die Rechnung präsentier­te er den Eltern des Kindes. Die weigerten sich zu zahlen. Zu Recht, entschied das Amtsgerich­t Augsburg. Der Junge habe einen Moment nicht aufgepasst, das sei ein „Augenblick­sversagen“.

Anspruch auf Schadeners­atz hätte der Autobesitz­er nur, wenn der Vater seine Aufsichtsp­flicht verletzt hätte. Das sei aber nicht der Fall. Er habe also das Kind gut beobachten, nur eben nicht mehr eingreifen können. Der Umfang der elterliche­n Aufsichtsp­flicht hänge vom Alter und den Fähigkeite­n eines Kindes ab. Der Junge sei bereits ein geübter Radfahrer. Er kenne Verkehrsre­geln und -zeichen, er kenne die Straße, das Mountainbi­ke sei mit guten Scheibenbr­emsen ausgestatt­et und die Familie durfte auf der Straße fahren, weil der schmale Gehweg wegen Sträuchern nicht sicher war.

 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Germany