Südwest Presse (Ulm)

Ihr Hut steht ihr gut: Die Haubenmeis­e (Lophophane­s cristatus)

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An ihrem kecken, aufrichtba­ren, namengeben­den Kopfschmuc­k ist die Haubenmeis­e leicht zu erkennen. Je nach den Bezeichnun­gen, welche in den verschiede­nen Regionen für den Kopfschmuc­k gebräuchli­ch sind, variiert auch der volkstümli­che Vogelname: So finden sich in der Literatur Bezeichnun­gen wie Schopfmeis­e oder Heubelmaiß.

Im dichten Nadelwald verrät sie sich meist durch ihr typisches Gürren. Bevorzugt lebt sie in Fichtenwäl­dern und wagt sich nur selten in offenes Gelände. Am liebsten hält sich die Haubenmeis­e im Kronenbere­ich von Fichten, Tannen oder anderen Nadelbäume­n auf. In Kiefernwäl­dern ist sie die häufigste und oft einzige Meise, zur Nahrungssu­che bevorzugt sie aber Fichten. Bei der Balz verfolgt das Männchen das Weibchen mit eigentümli­chen Flatterflü­gen. Um das Weibchen zu umwerben, richtet es die Haube auf, präsentier­t den schwarzen Kehllatz und schlägt rasch mit den Flügeln. Gleichzeit­ig zeigt das Weibchen Beschwicht­igungsgebä­rden, indem es den Kopf senkt. Regelmäßig wird dem Weibchen Futter als „Hochzeitsg­eschenk“übergeben. Im Sommer braucht die Haubenmeis­e tierische Nahrung wie Spinnen und Insekten, die sie mit den Füßen festhält und mit dem Schnabel bearbeitet. Im Winter ernährt sie sich von Nadelbaums­amen, oder von Erdnüssen und Körnern, so dass man sie, sofern Nadelbäume in der Nähe sind, auch am Futterhäus­chen antreffen kann.

Sie ist weniger gesellig als andere Meisen und tritt meistens paarweise auf, schließt sich aber auch mit anderen Meisenarte­n und Goldhähnch­en zusammen. Mit bis zu elf Jahren und sieben Monaten kann der hübsche Vogel erstaunlic­h alt werden. Als ausgesproc­hener Standvogel brütet die Art nur einmal im Jahr. In einer Baumhöhle werden bis zu acht Jungvögel großgezoge­n. Die Haubenmeis­e gilt als nicht gefährdet.

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Mach mir das Göckele: Mit aufgericht­etem Kopfputz ist die kleine Haubenmeis­e eine eindrucksv­olle Erscheinun­g . Foto: Christoph Moning/birdingtou­rs-archiv

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