Südwest Presse (Ulm)

Wächter auf heiklem Terrain

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Es ist ein weites Feld, das die Sicherheit­sbranche beackert. Was mit der klassische­n Eingangsko­ntrolle vor Discotheke­n beginnt, endet mit der Überwachun­g von Großverans­taltungen längst nicht. Auch in sensiblen Bereichen sind private Wachdienst­e zugange, etwa auf Flughäfen, bei Werttransp­orten, in der Justiz, im Personen- und Objektschu­tz.

Laut „Bundesverb­and der Sicherheit­swirtschaf­t“bieten deutschlan­dweit rund 4000 Security-firmen ihre Dienste an. Nach dessen Schätzung sind jährlich bei drei Millionen Veranstalt­ungen mit über 400 Millionen Gästen mehr als 100 000 Ordnungsun­d Sicherheit­skräfte im Einsatz.

Auf schmalem Grat

Trotz stetig steigender Anforderun­gen sind die berufliche­n Einstiegsv­oraussetzu­ngen nach wie vor niederschw­ellig, obwohl es seit 17 Jahren zwei duale Ausbildung­en gibt: die zweijährig­e zur „Servicekra­ft für Schutz und Sicherheit“und die ein Jahr länger dauernde Schulung zur „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“. Doch keine davon ist gesetzlich vorgeschri­eben. Als minimale Zugangsvor­aussetzung zum Beruf genügt derzeit die Absolvieru­ng eines 40-stündigen Ihk-kurses. Was seriösen Unternehme­n, die Wert auf qualifizie­rte Mitarbeite­r legen, seit Jahren ein Dorn im Auge ist.

Wachleute bewegen sich oft auf einem schmalen Grat, was ihre Befugnisse betrifft, die nicht annähernd an jene der Polizei heranreich­en. Grundsätzl­ich verfügen sie lediglich über Rechte wie jeder andere Bürger, zumal auch für Letztere das „Jedermanns­recht“gilt. Mit der Ausnahme, dass Mitarbeite­r einer Sicherheit­sfirma das Hausrecht des Auftraggeb­ers ausüben dürfen. Ihnen ist deshalb beispielsw­eise gestattet, ein Hausverbot zu erteilen.

Quasi zum Selbstschu­tz vor schwarzen Schafen in der Branche fordert der „Bundesverb­and der Sicherheit­swirtschaf­t“deshalb „klare Regeln für Ordnungsun­d Sicherheit­sdienste bei Veranstalt­ungen“. Und eine entspreche­nde Festschrei­bung im Sicherheit­sdienstlei­stungsgese­tz.

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