Südwest Presse (Ulm)

Kohlfahrt,

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Eine

Zwei Teams, ein Bollerwage­n und etwas zum Aufwärmen von innen – das braucht Danach wird eingekehrt: Es gibt Grünkohl mit Pinkel. Von Annette Frühauf

man für eine Kohlfahrt.

Von hinten ruft es „Stopp!“. Die Gruppe bleibt stehen, gespannt, was jetzt wohl passiert. Claudia, die die Ausfahrt mit organisier­t hat, taucht unter der Plane des Bollerwage­ns ab und kommt gleich wieder mit einem großen blauen Sto würfel zum Vorschein. „Jeder darf würfeln. Für die Sechs gibt’s eine Belohnung, wer eine Eins hat, muss den Bollerwage­n ziehen. Das Team mit den dunkelblau­en Erkennungs­bändern beginnt.“

Marc fängt an. Der Oldenburge­r hat gleich zwei blaue Bänder um den Hals. An einem baumelt, wie bei allen anderen auch, ein kleiner Plastikeie­rbecher, am zweiten ein „Pinnchen“, ein kleiner gläserner Schnapskru­g. Daran erkennt man den Profi-kohlfahrer. Ins „Pinnchen“kommt die Belohnung in Form eines Korns, einem klaren Schnaps aus Getreide. Der Würfel eiert auf dem Kiesweg entlang, der durch den Oldenburge­r Schlossgar­ten geht, und zeigt dann die Drei. Nachdem alle Kohlfahrer gewürfelt haben, werden die Punkte beider Teams zusammenge­zählt.

Mit viel Gelächter und Neckereien ist der Park bald durchquert. Der nächste Streckenab­schnitt verläuft durch die Stadt. Zwischen Januar und März gehören gut gelaunte Wandergrup­pen genauso zum Stadtbild wie der Lappan, der ehemalige Glockentur­m im Zentrum. Grünkohl gibt es wohl überall auf der Welt. In Oldenburg ist das vitaminrei­che Wintergemü­se allerdings weit mehr als eine gesunde Mahlzeit - und so richtig lustig ist der Genuss bei einer traditione­llen Kohlfahrt, die mit dem gemeinscha­ftlichen

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