Sin­fo­ni­sche Ver­beu­gung vor der Na­tur

Der erst 15-jäh­ri­ge Pia­nist Emil Ba­kiev spielt bra­vou­rös mit dem Orches­ter­ver­ein Ulm/ Neu-ulm im Korn­haus.

Südwest Presse (Ulm) - - Ulmer Kulturspie­gel -

Den ers­ten Satz von Ed­vard Griegs Kla­vier­kon­zert hat­te der aus Neu-ulm stam­men­de Gym­na­si­ast und mehr­fa­che „Ju­gend mu­si­ziert“-preis­trä­ger be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr ge­mein­sam mit dem Orches­ter­ver­ein un­ter der Lei­tung von Michael Eber­hardt prä­sen­tiert. Jetzt stand ein ganz gro­ßes Werk auf dem Pro­gramm: Mo­zarts Kla­vier­kon­zert Nr. 20. Und Emil Ba­kiev meis­ter­te auch die­ses in düs­te­rem d-moll ge­hal­te­ne und auf­wüh­len­de Kon­zert kom­plett aus­wen­dig und sou­ve­rän.

Der junge Pia­nist zeig­te ne­ben aus­ge­präg­ter Fin­ger­fer­tig­keit auch viel mu­si­ka­li­sches Ge­spür und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen. Denn das Mo­zart­sche d-moll-kon­zert ist kei­ne ein­fa­che Kost. Be­son­ders in der Ro­man­ze ar­bei­te­ten das Orches­ter und Ba­kiev den Kon­trast zwi­schen der an­fäng­lich idyl­li­schen Stim­mung und dem auf­wüh­len­den Mit­tel­teil wun­der­bar her­aus. Für den Auf­tritt des jun­gen Pia­nis­ten gab es dann auch to­sen­den Ap­plaus und vie­le Bra­vo­ru­fe im fast aus­ver­kauf­ten Korn­haus.

Hei­te­rer Ein­stieg

Mit der Ou­ver­tü­re zu Mo­zarts Sing­spiel „Der Schau­spiel­di­rek­tor“war dem Orches­ter­ver­ein zu­vor ein schö­ner Ein­stieg in den Kon­zert­abend ge­lun­gen. Im Ge­gen­satz

zum d-moll-kla­vier­kon­zert kommt es hei­ter und klang­schön da­her und zeig­te sich in den In­stru­men­ten­grup­pen sehr gut aus­ta­riert.

Nach der Pau­se stand dann Beet­ho­vens „Pas­to­ra­le“auf dem Pro­gramm. Höchs­te Kon­zen­tra­ti­on und Prä­zi­si­on wa­ren bei die­ser sin­fo­ni­schen Lie­bes­er­klä­rung an die Na­tur ge­fragt. Beet­ho­vens „Pas­to­ra­le“mar­kiert den Be­ginn der Pro­gramm­mu­sik, und der Kom­po­nist woll­te da­mit aus­drü­cken, was er fühl­te, wenn er auf dem Lan­de weil­te. Des­halb muss­ten nun die Mu­si­ker des Orches­ter­ver­eins zu Ton­ma­lern wer­den, das Rau­schen ei­nes Baches nach­emp­fin­den, Vo­gel­stim­men imi­tie­ren und nicht im­mer ganz sau­ber spie­len­de Dorf­mu­si­ker par­odie­ren. Bis auf we­ni­ge Aus­nah­men ge­lang das Michael Eber­hardt und sei­nen Sin­fo­ni­kern sehr ein­drucks­voll, wo­für sie mit viel Ap­plaus be­lohnt wur­den.

Der ta­len­tier­te junge Pia­nist Emil Ba­kiev. Fo­to: Volk­mar Kön­ne­ke

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