Hom­mage an Sme­ta­na und Dvor­ak

Das Or­ches­ter der Uni­ver­si­tät Ulm be­schließt das Se­mes­ter mit Wer­ken tsche­chi­scher Kom­po­nis­ten.

Südwest Presse (Ulm) - - ULMER KULTURSPIE­GEL - Pe­tra Leh­mann

Aus­schließ­lich Wer­ke tsche­chi­scher Kom­po­nis­ten hat das Or­ches­ter der Uni­ver­si­tät Ulm zum Se­mes­ter­ab­schluss­kon­zert am Mitt­woch­abend im Korn­haus ge­spielt. Da durf­te na­tür­lich Bed­rich Sme­ta­nas „Mol­dau“eben­so we­nig feh­len wie ei­ne Sin­fo­nie von An­to­nin Dvo­ak. Nein, nicht die ne­un­te, die „Sin­fo­nie aus der neu­en Welt“, brach­ten die rund 80 Mu­si­ker un­ter ih­rem Di­ri­gen­ten Burk­hard Wolf zu Ge­hör, son­dern die ei­gent­lich noch be­rühm­te­re, sieb­te Sin­fo­nie in d-moll. Da­zwi­schen das 1952 kom­po­nier­te „Rh­ap­so­dy-con­cer­to“von Bo­hus­lav Mar­ti­nu, bei dem die 25-jäh­ri­ge ge­bür­ti­ge Saar­brü­cke­rin Fran­ce­sca Ri­vi­ni­us als So­lis­tin auf ih­rer Vio­la bril­lier­te.

Burk­hard Wolf ist ein prä­zi­ser Di­ri­gent und über­lässt nichts dem Zu­fall. So auch in der „Mol­dau“: Nach­dem die Holz­blä­ser den Fluss zart und lei­se aus sei­nen bei­den Qu­el­len spru­deln lie­ßen, form­te Wolf die klei­nen Bä­che schnell zu ei­nem brei­ten, dy­na­mi­schen Klang­strom. Vor­bei ging es an Wäl­dern und Fel­dern, an Bur­gen und Schlös­sern, der Bau­ern­hoch­zeit und den tan­zen­den Nym­phen bis hin zum hym­ni­schen Fi­na­le die­ser je­des Mal aufs Neue be­ein­dru­cken­den sin­fo­ni­schen Dich­tung.

Das „Rh­ap­so­dy-con­cer­to“für Brat­sche und Or­ches­ter von Mar­ti­nu steht mit sei­ner zwei­sät­zi­gen An­la­ge und recht kur­zen Spiel­dau­er zwi­schen dem Con­cer­ti­no und ei­nem aus­ge­wach­se­nem Kon­zert. Auf sei­ner Wegstre­cke bringt das neo­klas­si­sche Werk so man­che Stim­mungs­um­schwün­ge mit sich, wel­che die jun­ge Brat­schis­tin Fran­ce­sca Ri­vi­ni­us ge­mein­sam mit dem Or­ches­ter ein­fühl­sam und tech­nisch sou­ve­rän her­aus­ar­bei­te­te.

In Dvor­aks sieb­ter Sin­fo­nie konn­ten das Uni-or­ches­ter und Di­ri­gent Wolf end­gül­tig ih­re mu­si­ka­li­sche Gü­te zei­gen. Ei­ner­seits ist es ein kom­ple­xes und viel­schich­ti­ges Werk mit tra­gisch­kämp­fe­ri­schem Ton. Doch im Scher­zo gibt Dvor­ak mit ei­nem sti­li­sier­ten Tanz kurz sei­ner Be­geis­te­rung für die böh­mi­sche Volks­mu­sik nach, be­vor das Fi­na­le in ei­nem pa­the­ti­schen En­de gip­felt, was das Pu­bli­kum zu Ju­bel­stür­men hin­riss.

Das Uni­ver­si­täts­or­ches­ter Ulm spielt sein Se­mes­ter­ab­schluss­kon­zert im Korn­haus.

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