La­tin und Kom­fort im Sound­gar­ten

Lan­ge Schlan­gen bil­den sich beim Frei­luft-kon­zert der in­ter­na­tio­nal be­setz­ten Band Ato­le Lo­co.

Südwest Presse (Ulm) - - ULMER KULTURSPIE­GEL - Chris­toph A. Schmid­ber­ger

Ato­le be­zeich­net ein sü­ßes Heiß­ge­tränk mit­tel­ame­ri­ka­ni­scher Her­kunft, dem in Nord­me­xi­ko und Süd­te­xas als „com­fort food“ein Trost spen­den­der Cha­rak­ter zu­ge­schrie­ben wird – ver­gleich­bar mit ei­ner Tas­se Ka­kao.

Ana­log da­zu rühr­te am Frei­tag­abend die 2016 in Frei­burg ge­grün­de­te For­ma­ti­on Ato­le Lo­co mit ih­ren la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Rhyth­men im Ro­xy-sound­gar­ten ei­ne nicht we­ni­ger Zu­ver­sicht ver­hei­ßen­de „com­fort mu­sic“an. Die Mi­schung wur­de schon vor zwei Jah­ren beim Frei­bur­ger Band­con­test „Ram­pe“mit dem Pu­bli­kums­preis aus­ge­zeich­net und ver­lang­te den Be­su­chern, die Schlan­ge ste­hen muss­ten, ei­ni­ges an Ge­duld ab.

An die­ser lau­en Som­mer­nacht wa­ren die Plät­ze heiß be­gehrt, zu­mal die in­ter­na­tio­nal be­setz­te Band (Me­xi­ko, Ko­lum­bi­en, Pe­ru, Spa­ni­en und Deutsch­land) auch ei­ni­ge Com­pañe­ros in das Ro­xy lock­te. Und so gab es man­che An­sa­ge des Sän­gers zwei­spra­chig zu hö­ren.

Auch wenn das Pu­bli­kum we­gen der gel­ten­den Ein­schrän­kun­gen mit an­ge­zo­ge­ner Hand­brem­se fei­ern muss­te, lie­ßen Ato­le Lo­co ih­rem „Radio Ca­ra­va­na“frei­en Lauf. So heißt die Tour zum im Vor­jahr er­schie­ne­nen De­büt­al­bum, des­sen ge­mal­tes Ti­tel­mo­tiv ein ei­ne pal­men­ge­säum­te Strand­stra­ße ent­lang fah­ren­des Wohn­mo­bil zeigt, auf des­sen Dach sich ne­ben Mu­sik­in­stru­men­ten auch ein gro­ßes Me­ga­fon be­fin­det.

Bes­ser als über ein Me­ga­fon war na­tür­lich der Sound im Ro­xy, der die leb­haf­te Mi­schung aus ko­lum­bia­ni­scher Cum­bia, ja­mai­ka­ni­schem Ska und La­tin-rock im Geis­te San­ta­nas druck­voll, aber dif­fe­ren­ziert auch an ent­le­ge­ne­re Plät­ze trans­por­tier­te.

Ur­laubs­fee­ling pur

Ei­ne Num­mer wie „No Qu­ie­ro Re­gre­sar“war Ur­laubs­fee­ling pur. E-gi­tar­re, Bass und Schlag­zeug leg­ten das Fun­da­ment, auf das wei­te­re Trom­meln, Trom­pe­te, Key­board und Ak­kor­de­on ei­nen feu­rig-exo­ti­sche „Dan­ce­hall“bau­ten, die frei­lich ma­xi­mal zum Sitz­tanz ani­mier­te.

Trotz Lo­cke­run­gen ist un­be­schwer­ter Ge­nuss mo­men­tan noch nicht mög­lich und so gab es auch ein brand­ak­tu­el­les Lied, das oh­ne nä­he­res Text­ver­ständ­nis den Kum­mer ver­mit­tel­te, den ei­ni­ge der Mu­si­ker dar­über emp­fun­den ha­ben moch­ten, dass sie we­gen Co­ro­na nicht in ih­re Hei­mat rei­sen konn­ten. Nur zu ger­ne hät­te man da ei­ne Ato­le ser­viert.

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