Blau­zahn

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - MEINUNG -

Ne­ben das Gr­ab sei­nes Va­ters stell­te Kö­nig Ha­rald ei­nen be­rühmt ge­wor­de­nen Ru­nen­stein. Ganz un­be­schei­den be­schreibt er sich dar­auf als „Ha­rald, der ganz Dä­ne­mark und Nor­we­gen ge­wann und die Dä­nen zu Chris­ten mach­te“. Es gibt we­ni­ge ver­läss­li­che Zeug­nis­se vom Le­ben die­ses dä­ni­schen Kö­nigs, der spä­ter Blau­zahn ge­nannt wur­de, oft mi­schen sich Sa­gen und Fak­ten. Blau­zahn gilt als ers­ter dä­ni­scher Wi­kin­ger­kö­nig, der sich freiwillig tau­fen ließ. Um das Jahr 960 her­um führ­te er das Chris­ten­tum ein, ver­mut­lich woll­te Ha­rald dem deut­schen Kö­nig Ot­to I. da­mit den Vor­wand für ei­nen An­griff neh­men. Der Ru­nen­stein in Jel­ling wur­de so zum „Tauf­stein“Dä­ne­marks. Zum Be­weis sei­nes Glau­bens ließ Blau­zahn Sil­ber­mün­zen mit Kreuz­zei­chen prä­gen, ein gan­zer Schatz da­von ist nun auf der In­sel Rü­gen ge­fun­den wor­den. Sei­nen Va­ter, Kö­nig Gorm, ließ er aus dem gro­ßen Hü­gel­grab in Jel­ling in ei­ne Holz­kir­che um­bet­ten, dar­auf deu­ten Qu­el­len hin. Blau­zahn bau­te Brü­cken und gro­ße Fe­s­tun­gen, doch ge­gen En­de sei­nes Le­bens ver­ließ ihn das Glück. Sein Sohn zet­tel­te ei­nen Auf­stand ge­gen ihn an, Ha­rald starb ver­mut­lich an ei­ner Pfeil­wun­de. Weil Blau­zahn den­noch als gu­ter Kom­mu­ni­ka­tor in die Ge­schich­te ein­ging, ha­ben die Er­fin­der der Über­tra­gungs­tech­no­lo­gie Blue­tooth die­se auf sei­nen Na­men ge­tauft.

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