Wes­tern­ha­gen gibt sei­ne Echos zu­rück

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - FEUILLETON -

Nach dem No­tos Quar­tett und dem Gra­fi­ker und Beat­les-Kom­pli­zen Klaus Voor­mann ha­ben nun auch der Di­ri­gent Enoch zu Gut­ten­berg, der Pia­nist Igor Le­vit und Ma­ri­us Mül­ler-Wes­tern­ha­gen ih­re Echos aus Pro­test ge­gen die Aus­zeich­nung der Gangs­ta-Rap­per Kol­le­gah und Fa­rid Bang zu­rück­ge­ge­ben. Auf Face­book schrieb Wes­tern­ha­gen: „Ei­ne In­dus­trie, die oh­ne mo­ra­li­sche und ethi­sche Be­den­ken Men­schen mit ras­sis­ti­schen, se­xis­ti­schen und ge­walt­ver­herr­li­chen­den Po­si­tio­nen nicht nur to­le­riert, son­dern (. . .) auch noch aus­zeich­net, ist skru­pel­los und kor­rupt.“

Au­ßer­dem zog sich der Prä­si­dent des Deut­schen Kul­tur­rats, Chris­ti­an Höppner, aus dem Echo-Bei­rat zu­rück. Er war auch Mit­glied des Echo-Ethik­rats, der sich kurz vor der Ver­lei­hung ge­gen ei­nen Aus­schluss der Rap­per ent­schlos­sen hat­te. Sei­ne Ent­schei­dung be­grün­de­te Höppner mit den Wor­ten: „Auch wenn Gangs­ta-Rap, der als Gen­re seit über 30 Jah­ren exis­tiert, (. . .) auf Pro­vo­ka­ti­on und Grenz­über­schrei­tung an­ge­legt ist, sa­ge ich klar: (. . .) die Tex­te fin­de ich wi­der­lich. Den­noch ha­ben wir uns im Echo-Bei­rat in Ab­wä­gung zwi­schen Kunst­frei­heit und Nicht­zu­las­sung zu Guns­ten der Kunst­frei­heit durch­ge­run­gen. Die­se Ent­schei­dung war ein Feh­ler.“

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