Rü­cken­wind für Al­li­anz-Chef Bä­te

Gu­te Quar­tals­zah­len kurz vor dem In­ves­to­ren­tref­fen

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - 28 WIRTSCHAFT - Her­bert from­me

Köln – Am 30. No­vem­ber will Al­li­an­zChef Oli­ver Bä­te vor In­ves­to­ren sei­ne neue Stra­te­gie be­kannt ge­ben. Deutsch­lands größ­ter Ver­si­che­rer will die An­le­ger ge­wo­gen hal­ten. Seit An­fang 2017 ist der Ak­ti­en­kurs kräf­tig ge­stie­gen, auch wenn die jüngs­te Bör­sen­schwä­che die Al­li­anz nicht ver­schon­te.

Bä­te wird die Fort­schrit­te des Un­ter­neh­mens bei den di­gi­ta­len Ver­än­de­run­gen her­vor­he­ben, aber gleich­zei­tig be­to­nen, dass die Al­li­anz ein sehr ge­sun­der Ver­si­che­rer ist. „Pro­fi­ta­bi­li­tät und So­li­di­tät“wer­de das Mot­to des Kon­zerns für die nächs­te Zeit, heißt es.

Da passt es aus­ge­zeich­net, dass Fi­nanz­chef Gi­ulio Terza­ri­ol drei Wo­chen vor der In­ves­to­ren­kon­fe­renz mit den Zah­len des drit­ten Quar­tals für Rü­cken­wind sorgt. Von Ju­li bis Sep­tem­ber er­reich­te die Al­li­anz ei­nen ope­ra­ti­ven Ge­winn von drei Mil­li­ar­den Eu­ro, sat­te 21 Pro­zent mehr als im Ver­gleichs­zeit­raum 2017.

Al­ler­dings ist das nicht nur das Er­geb­nis von Ma­nage­ment, son­dern auch ei­ne Fra­ge des Wet­ters: Vor ei­nem Jahr muss­te der Ver­si­che­rer für Schä­den aus ei­ner Se­rie schwe­rer Hur­ri­kans mehr als ei­ne hal­be Mil­li­ar­de zah­len, im drit­ten Quar­tal 2018 nur 245 Mil­lio­nen Eu­ro.

Der Ein­sturz der Au­to­bahn­brü­cke in Ge­nua mit mehr als 40 To­ten hat­te da­ge­gen kei­ne schwer­wie­gen­den Aus­wir­kun­gen für den Ver­si­che­rer. Die Al­li­anz rech­net da­mit, als Teil ei­nes Kon­sor­ti­ums 20 Mil­lio­nen Eu­ro für den Scha­den zah­len zu müs­sen, sag­te Terza­ri­ol. Au­ßer­dem ist der Ver­si­che­rer Ak­tio­när beim Au­to­bahn­be­trei­ber Au­tostra­de per l’Ita­lia. Er hat sei­nen An­teil um 17 Mil­lio­nen Eu­ro ab­ge­schrie­ben und sich da­bei am Kurs­ver­lauf des Mehr­heits­ak­tio­närs At­lan­tia ori­en­tiert. „Wir glau­ben nicht, dass wir kei­ne Di­vi­den­de mehr be­kom­men, aber die Un­si­cher­heit ist grö­ßer ge­wor­den.“Nach Steu­ern dürf­te das Un­glück die Al­li­anz da­mit 30 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten.

Nicht nur die Quar­tals­zah­len, auch die Wer­te für die ers­ten neun Mo­na­te kön­nen sich se­hen las­sen: Der Um­satz stieg um 3,6 Pro­zent auf 97,8 Mil­li­ar­den Eu­ro, das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis um 4,8 Pro­zent auf 8,7 Mil­li­ar­den Eu­ro. Nach Steu­ern ver­dien­te der Kon­zern 5,9 Mil­li­ar­den Eu­ro, ver­gli­chen mit 5,7 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Den­noch blieb der Fi­nanz­chef vor­sich­tig. Das Jah­res­ziel von 10,6 Mil­li­ar­den Eu­ro bis 11,6 Mil­li­ar­den Eu­ro ope­ra­ti­ver Ge­winn bleibt un­ver­än­dert – auch wenn Terza­ri­ol jetzt da­von aus­geht, dass der Ver­si­che­rungs­kon­zern das obe­re En­de der Span­ne er­reicht.

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