Kramp-Kar­ren­bau­er warnt vor Kon­junk­tur­flau­te

Die CDU-Che­fin for­dert ei­ne steu­er­li­che Ent­las­tung für Un­ter­neh­men und „Leis­tungs­trä­ger“, um die Wirt­schaft zu stüt­zen

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - VORDERSEITE - Ni­co fried

Pots­dam – Die CDU dringt mit Blick auf ei­ne mög­li­che wirt­schaft­li­che Ein­trü­bung auf zu­sätz­li­che Steu­er­er­leich­te­run­gen und ver­schärft da­mit den Ge­gen­satz zum Ko­ali­ti­ons­part­ner SPD. Zum Ab­schluss der Klau­sur­ta­gung des CDU-Vor­stands in Pots­dam sag­te Par­tei­che­fin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er: „Wenn es Spiel­räu­me gibt, dann wol­len wir die­se Spiel­räu­me ein­set­zen für über den Ko­ali­ti­ons­ver­trag hin­aus­ge­hen­de Ent­las­tun­gen, aber auch für In­ves­ti­tio­nen.“Kramp-Kar­ren­bau­er brach­te zum ei­nen ei­ne Re­form der Un­ter­neh­men­steu­er ins Ge­spräch. Zum an­de­ren be­zog sie sich in ih­rer Pres­se­kon­fe­renz wie­der­holt auf Be­rich­te, wo­nach Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) für den Fall ei­nes wirt­schaft­li­chen Ab­schwungs fi­nan­zi­el­le Mit­tel in Re­ser­ve hal­te, um die Kon­junk­tur zu stüt­zen. Scholz hat die Be­rich­te über et­wai­ge Re­ser­ven bis­lang al­ler­dings nicht be­stä­tigt.

Den­noch sag­te Kramp-Kar­ren­bau­er, für die CDU stel­le sich die Fra­ge, „ob es nicht we­sent­lich ge­schick­ter ist, die­se Er­leich­te­run­gen dann vor­her schon ein­set­zen zu las­sen“. Dies kön­ne so­wohl ei­ne Ent­las­tung der Leis­tungs­trä­ger be­deu­ten, wie auch „ei­ne Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on der Un­ter­neh­men“. Sie ver­tei­dig­te auch den Be­schluss des CDU-Par­tei­tags im De­zem­ber, den So­li­da­ri­täts­zu­schlag für al­le Steu­er­zah­ler ab­zu­schaf­fen und nicht nur für 90 Pro­zent, wie es bis­lang im Ko­ali­ti­ons­ver­trag vor­ge­se­hen ist. Die­se For­de­rung trifft al­ler­dings bis­lang auf den ent­schie­de­nen Wi­der­stand der SPD. Den­noch er­klär­te Kramp-Kar­ren­bau­er, gera­de für Un­ter­neh­men, die als Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ge­führt wür­den und des­halb un­ter den nor­ma­len Ein­kom­men­steu­er­satz fal­len, sei dies „be­son­ders wich­tig“. Sie kün­dig­te an, die Neu­wahl an der Spit­ze der CSU am 19. Ja­nu­ar noch ab­zu­war­ten. Da­nach wer­de die Uni­on in der Ko­ali­ti­on er­neut „in die Aus­ein­an­der­set­zung hin­ein­ge­hen“.

Kramp-Kar­ren­bau­er nann­te die Wirt­schafts­po­li­tik als ei­nen von drei Schwer­punk­ten, de­nen sich die CDU ne­ben der Vor­be­rei­tung der Eu­ro­pa- und Land­tags­wah­len im ers­ten Halb­jahr wid­men wol­le. Wohl­stand und Wachs­tum in Deutsch­land sei­en „in die Jah­re ge­kom­men“. Man müs­se noch ein­mal selbst­kri­tisch prü­fen, „was hat bis­her ge­tra­gen und was muss auch neu da­zu­kom­men“. Die­se De­bat­te wol­le die CDU auch in­ner­halb der Ko­ali­ti­on füh­ren. Uni­on und SPD ha­ben in ih­rem Ko­ali­ti­ons­ver­trag ei­ne so­ge­nann­te Re­vi­si­ons­klau­sel fest­ge­schrie­ben. Sie sieht vor, dass die Re­gie­rungs­par­tei­en nach der Hälf­te der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode, al­so im Herbst 2019, über­prü­fen, wel­che Pro­jek­te ver­wirk­licht wur­den. Ins­be­son­de­re die Uni­on dringt je­doch dar­auf, die­se Klau­sel mit Blick auf ver­än­der­te wirt­schaft­li­che oder au­ßen­po­li­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen auch für ei­ne Prü­fung zu nut­zen, wel­che Ak­tua­li­sie­run­gen des Ver­tra­ges not­wen­dig sind. Als wei­te­re Schwer­punk­te nann­te Kramp-Kar­ren­bau­er Fra­gen der Si­cher­heit, auch in Ver­bin­dung mit Mi­gra­ti­on. Dem soll dem­nächst ein so­ge­nann­tes Werk­statt­ge­spräch die­nen, das die Ent­wick­lung seit 2015 in den Blick nimmt. Drit­ter Schwer­punkt soll der 30. Jah­res­tag des Mau­er­falls sein. Re­gen im Nor­den und Os­ten. In den Mit­tel­ge­bir­gen, zwi­schen Ober­fran­ken und dem Baye­ri­schen Wald, Schnee. Nur im Süd­wes­ten und in Ober­bay­ern ver­ein­zelt son­nig. Null bis acht Grad. Im Nor­den und Os­ten sehr stür­misch.

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