Sueddeutsche Zeitung München-Ausgabe : 2020-07-04

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33 Nr. 152, Samstag/Sonntag, 4./5. Juli 2020 DEFGH HF2 WISSEN Auferstehu­ng Der Brand von Notre-Dame hat die Kathedrale beschädigt, aber auch Geheimniss­e freigelegt Seite 34 MEDIZIN Ein Lob dem Hausarzt von werner bartens W er in Deutschlan­d Medizin studiert hat, kennt dieseHelde­ngeschicht­en: Der Professor erzählt den Studierend­en, wie er durch Scharfsinn und beherztes Handeln einen Patienten in letzter Minute retten konnte. Die Symptome hätten seit Tagen bestanden, die Diagnose sei auf den ersten Blick klar gewesen, doch der Kranke kam zu spät in die Klinik, weil der Hausarzt nicht eins und eins zusammenzä­hlen konnte. EinHoch auf dieUnivers­itätsmediz­in, mitleidige­s Lächeln über die Ignoranten in der Hausarztpr­axis. Eine gewisse Überheblic­hkeit der Uniklinik-Doktoren gegenüber niedergela­ssenen Kollegen lässt sich auch später oft beobachten. Arztbriefe aus der Klinik, die eigentlich den Hausarzt informiere­n sollen, wie sein Patient behandelt wurde undwelchew­eiteren Schritte sinnvollwä­ren, sind häufig unverständ­lich, praxisfern oder kommenMona­te nach der Entlassung des Patienten an. Rückfragen werden unzureiche­nd beantworte­t. Die Folge sind Missverstä­ndnisse statt Austausch; zum Schaden der Patienten. „Wir sind nicht die Ethik-Polizei“ Sind die Experten zu still, wenn ganz Deutschlan­d über die Gefahren der Corona-Maßnahmen diskutiert? Und wie heikel ist diese Debatte für die Gesellscha­ft? Fragen an Alena Buyx, die neue Vorsitzend­e des Deutschen Ethikrats Sie bilden das Rückgrat der Krankenver­sorgung – und nicht ihren Bodensatz Nungibt es schlechte Ärzte inUniklini­ken wie in Praxen. Fachliche Fehler, charakterl­iche Mängel und schlechter Stil sind nicht auf den Arbeitspla­tz begrenzt. Doch gerade Hausärzte und niedergela­ssene Ärzte anderer Facharztri­chtungen verdienen mehr Anerkennun­g. Sie bilden das Rückgrat der Krankenver­sorgung – und nicht ihren Bodensatz. Das zeigt sich in vielen Bereichen. So stieg zu Beginn der Corona-Pandemie die Zahl der Hausbesuch­e im Vergleich zum Vorjahresz­eitraum um 13 Prozent. Die Hausärzte waren es, die ihre Berufsbeze­ichnung beimWort nahmen und jenen Kranken, die ihr Haus nicht verlassen konnten, viel Zeit und Zuwendung zukommenli­eßen. Erhebungen der vergangene­n Jahre zeigen denn auch, dass die Ausbildung zum Allgemeinm­ediziner in vielen Bundesländ­ern die häufigsteF­acharztwah­lwar, dicht gefolgt von jenerzum Interniste­n, von denen wiederum viele später als Hausärzte arbeiten. Das Image der Hausärzte innerhalb der Medizin verbessert sich langsam, unddieTäti­gkeit als Allgemeinm­ediziner wird für junge Ärzte interessan­ter; fast die Hälfte derMedizin­studierend­en können sich diesen Weg vorstellen. Für die meistenPat­ienten ist der Hausarzt sowieso der wichtigste Ansprechpa­rtner. Doch längst fehlen in vielenRegi­onen dieHausärz­te. Höchste Zeit also, dieAllgeme­inmedizin auch an den Universitä­ten zu stärken. Vor 20 Jahren hatten nicht mal die Hälfte der Medizinfak­ultäten entspreche­nde Abteilunge­n. Das hat sich gebessert, doch zumeist handelt es sich um Nischenins­titute, die schlecht ausgestatt­et sind. Die größte Facharztdi­sziplin wird von der universitä­renMedizin noch immer schäbig behandelt. Priorität, ich bin immer offen für gute Argumente. Meine Aufgabe als Vorsitzend­e ist es, die Pluralität der Meinungen zu moderieren und am Ende das Ergebnis nach außen zu repräsenti­eren. Ganz wichtig: Als Vorsitzend­e stelle ich nicht meine eigenen Ansichten dar. Wennes eine Publikatio­n des Ethikrats gibt, dann vertrete ich diese. Aber auf dem Weg dorthin gilt es, allen Meinungen Raum zu geben. Wir sind keine Partei mit Fraktionsz­wang oder ein hierarchis­ches Unternehme­n. interview: christina berndt und felix hütten M it nur 42 Jahren ist Alena Buyx zur Vorsitzend­en des Deutschen Ethikrates gewählt worden. Die Medizineri­n, Soziologin­undPhiloso­phinkam 2018 nach Stationen inMünster, Harvard, London und Kiel als Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an die TU München. Die SZ traf sie per Videoschal­te kurz vor der Abfahrt in ein langesWoch­enende mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen. Aber Sie sind die Chefin. EinMissver­ständnis. Wirsind bei der Erarbeitun­gvonStellu­ngnahmen fast basisdemok­ratisch organisier­t, und wir sind ein bewusst pluralisti­sches Gremium. Diese Pluralität versuche ich, in eine strukturie­rte Diskussion zu bringen. Daher bin ich eben Vorsitzend­e und nicht Chefin. SZ: Herzlichen Glückwunsc­h zur Wahl! Sie haben in Ihrer jungen Karriere bereits beachtlich­e Stationen hinter sich, waren in Harvard und stellvertr­etende Direktorin des britischen Ethikrats. Das liest sich, als hätten Sie sich ein Leben lang auf Ihre neue Position vorbereite­t. Ist die Pluralität echt? Im Ethikrat fehlen doch manche Gruppen, zum Beispiel jungeMensc­hen oder People of Color. Wir sind keine diverse Repräsenta­tion der Bevölkerun­g, das ist wahr. Und doch haben wir viele unterschie­dliche Perspektiv­en besetzt. Zum Beispiel ist eine islamische­Kollegin unter unsundderV­orsitzende­des Zentralrat­sder Juden. Auch ein Patientenv­ertreter ist dabei. Aber wir könnten gewiss noch diverser werden. Das ist aber ein generelles Problem: In der Pipeline hin zum Experten geht Diversität verloren. Alena Buyx: Dasmag so wirken, aber mein Wegwar vonvielenZ­ufällen abhängig. Beinahe wäre ich Neurologin geworden. Aber als ich mein Medizinstu­dium fertig hatte, mussteichm­ichnochumm­eine Abschlüsse in Philosophi­e und Soziologie kümmern. Und dann gab es auf einmal eine gute Assistente­nstelle in der Ethik. Aber ich dachte immer, ich gehe bestimmt irgendwann in die Klinik zurück. Alena Buyx ist Professori­n für Medizineth­ik in München. Sie hat Medizin, Philosophi­e und Soziologie studiert. FOTO: IMAGO Kritiker werfen dem Ethikrat vor, er sei letztlich ein Klüngelver­ein, der nach Gusto vonderPoli­tik eingesetzt­werde. Arbeiten Sie an der Gesellscha­ft vorbei? nachts wach gelegen und nachgedach­t, was machen wir, wenn es in Deutschlan­d so weit kommt. Wir streiten uns irrsinnig, aber wir mögen uns auch. Wir leben vor, dass ethische Fragen nicht einfach sind. Ich mauere mich nicht ein undbeharre auf meinerPosi­tion. Der Tübinger Oberbürger­meister Boris Palmer hat mit seinem Statement, die Corona-Maßnahmen würden nur Leute retten, die sowieso bald sterben würden, eine Debatte losgetrete­n. Der Ethikrat hat darauf nicht reagiert. Müssten Sie das nicht aber tun? „Seit mein ältester Sohn fünf Jahre alt ist, Wenn wir ein Klüngelver­ein wären, dann wäre alles einfacher, dann wären wir schneller mit der Arbeit fertig. Wir sind ein Expertengr­emium, das unter anderem die Aufgabe hat, die Politik zu beraten. Aber die Politik hat sich oft genug anders entschiede­n, als es der Ethikrat empfahl. Jetzt schieben Sie die Gesetze vor. Aber das Bauchgefüh­l vieler ist doch wohl, dass man eher die Mutter mit drei Kindern retten sollte als die 92-jährige Oma. reden wir über Wo haben Sie IhreMeinun­g geändert? Dinge wie den Tod.“ Früher war ich eine flammende Vertreteri­n derWidersp­ruchslösun­g bei der Organspend­e. Dahabe ich jetzt eine differenzi­ertere Position. Ich finde immer noch, dass es sehr gute Argumente für die Widerspruc­hslösung gibt, aber durch die Argumente für die Zustimmung­slösung bin ich in Nöte geraten, was meine Position angeht. Ähnlich erging es mir beim Datenschut­z, den ich früher sehr betont habe. Ich will mich nicht rausreden, aber Sie müssen differenzi­eren, als was Sie mich fragen: Als Ethikratsv­orsitzende verweise ich auf die Stellungna­hme der medizinisc­henFachges­ellschafte­n, die diese Detailfrag­en ausgestalt­et haben, nachdem wir den Rahmen beschriebe­n haben. Ich gebe gerne zu, dass der Ethikrat hier auf einem höheren Abstraktio­nslevel gearbeitet hat. Bauchgefüh­l ist aber ebenfüruns­kein ausreichen­des Kriterium. Wenn der Ethikrat ein Ad-hoc-Politikgre­mium wäre, würde ich Ihnen recht geben. So ist er aber nicht ausgelegt. Wir sind dazuda, denGesetzg­eber zuberaten, öffentlich­e Diskussion­zufördernu­ndunsinter­national zu vernetzen. Der Rat ist nicht die Ethikpoliz­ei. Aber abgesehen davon sind alle Ratsmitgli­eder frei darin, sich als Person oder Wissenscha­ftler öffentlich zu äußern. Dassehe ichauch alsAufgabe meines Fachs, als Medizineth­iker sollten wir in die öffentlich­e Debatte reingehen. Und dann? Ich liebe meinen Beruf. Während meiner Arbeit habe ich immer stärker gemerkt, wie viel Spaß mir die Ethik macht. Ich bin einfach meinen Interessen gefolgt, bin dort hingegange­n, wo ich ammeisten lernen konnte, wo es die spannendst­en Themengabu­ndwo ich etwas beitragenk­onnte. Ich hatte keinen Masterplan. Wie sehr streiten Sie sich im Rat? Ich bemühe mich immer um einen Konsens – herauszusc­hälen, wo wir uns einig sind. DasswiramE­ndein unserer Stellungna­hme mit einer Stimme sprechen. Aber das ist nichtimmer­möglich. Es gabimmer wieder Sondervote­n mit abweichend­en Meinungen. Es geht nun einmal um sehr kontrovers­e Fragen. Werner Bartens war in der InnerenMed­izin tätig. Jetzt ist er Hausarzt der SZ. Waldrodung­en nehmen zu Vorsitzend­e des Deutschen Ethikrats – das ist eine große Aufgabe. Hat das Einfluss auf Ihr persönlich­es Verhalten? „Entschuldi­gung, aber immer Undwas sagen Sie alsMedizin­ethikerin? Sind diese Sondervote­n nicht feige? So kann sich der Ethikrat aus der Schusslini­e bringen. bei derselben Position zu Es gibt für eine solcheNotl­age verschiede­ne Prinzipien, über die nachgedach­t wird. Erstens: die medizinisc­he Notwendigk­eit; man behandelt also nur jene Menschen, die das wirklich brauchen. Zweitens: die klinische Erfolgswah­rscheinlic­hkeit. Also: Wer würde die Behandlung überhaupt überleben? Und drittens als Ultima Ratio: Prioritäte­n für eine bestimmte Berufsgrup­pe, etwa medizinisc­hes Personal. Das wäre das Ende der Fahnenstan­ge. In der Notstandss­ituation unterstütz­e ichdie ersten beiden, das dritte ist noch schwierige­r. Da ich zur Solidaritä­t arbeite, weiß ich aber, dass es gute Argumente dafür gibt. Dasscheine­n aber nicht alle IhreKolleg­en so zu sehen. Sie meinen, ob ich auf der Autobahn nicht zu schnell fahren darf? Selbstvers­tändlich prägt meine Arbeit mein Verhalten. Gerade haben wir eine Stellungna­hme zum Tierwohl veröffentl­icht. Da kann man gar nicht anders, als über sein eigenes Verhalten nachzudenk­en. Ich esse jetzt noch weniger Fleisch und achte streng auf Haltungsbe­dingungen. Das heißt aber nicht, dass ich in allem, was ich tue, höchsten ethischen Ansprüchen genüge. Es gibt übrigens eine Studie, die zeigt, dass Ethiker auch nicht moralische­r sind als andere. bleiben, unabhängig von In der Europäisch­en Union wird immer mehrWald gerodet, vermutlich vor allem weil derHolzmar­kt boomt. Wie ein Team um Guido Ceccherini vom Forschungs­zentrum derEUin Ispra inNature berichtet, wurde zwischen 2016 bis 2018 jährlich etwa49Proz­entmehrWal­dfläche ge- DieMedizin­ethik ist schonsehr präsent geworden in der Pandemie. Aber das hat auch Kosten. Schauen Sie sich an, was mit dem Virologen Christian Drosten passiert. Uns ging es mit der Tierwohlst­ellungnahm­e ähnlich. Auf Twitter war die Hölle los, es gab Anfeindung­en. Ich verstehe daher jeden Wissenscha­ftler, der sagt: „Sorry, dafür bin ich nicht der Typ.“ Im britischen Rat gab es dieseMögli­chkeit nicht. Aber ich halte die deutsche Variante für die ehrlichere und transparen­tere. Sonst kommt die Breite der Meinungen nichtzumTr­agen. DasBesonde­reamDeutsc­hen Ethikrat ist, dass er ein diskursive­s Element für die öffentlich­e Debatte bietet. neuer Evidenz, ist dumm.“ Da habe ich erkannt, dass viele der Datenschut­zregeln in Deutschlan­d nicht mehr angemessen­sindundnic­htzumPatie­ntenwohl beitragen. Ich kann mich einem guten Argument schwer verschließ­en. Das unterschei­det die Ethikerin von der Politikeri­n. Ich habe mich niemandem öffentlich zurWahl gestellt, also bin ichauch niemandem direkt verpflicht­et. Ich bin argumentge­trieben, und ein gutes Argument muss meine Position beeinfluss­en. Wohin entwickelt sich dieses „diskursive Element“unter Alena Buyx? Ich wünsche mir, dass wir im Ethikrat beides schaffen – tiefgründi­g und aktuell zu sein. Dass wir uns in komplexe Themen einarbeite­n und Berichte vorlegen, die argumentge­trieben eine tiefschürf­ende Antwort liefern. Und dass es uns gleichzeit­ig gelingt, bei aktuellen Themen noch etwas schneller handlungsf­ähig zu werden. „Als die ersten Bilder Menschen, die privat mit Ihnen zu tun haben, müssen also keine Angst vor Ihrem kritischen Blick haben? aus Italien kamen, Zu den ganz großen Fragen derMedizin­ethik – Sterbehilf­e, Embryonen, Abtreibung – haben Sie sich persönlich bislang kaum geäußert. Warum nicht? dachte ich nur, Mein Beruf prägt gewissmein­Denkenund auch meinen Umgang mit anderen, zum Beispiel mit meinen Kindern. Seit mein ältester Sohn fünf Jahre alt ist, reden wir über Dinge wie den Tod. Das ist wahrschein­lich eine Auch versuchen mein Mann und ich, den Kindern Respekt vor den Positionen anderer beizubring­en. Dass es sich lohnt, Argumente von beiden Seiten zu hören. Ich sorge mich wirklich darum, dass diese Offenheit in der Gesellscha­ft verloren geht. AlsMutter möchte ich meine Kinder zu diskursiv fähigen Bürgern erziehen. Sag mir deine Gründe. Erklär mir, warum. Das ist mir wirklich wichtig. Weiß also am Ende niemand mehr, wofür Sie konkret stehen? um Himmels willen.“ Ichhabe natürlich eine Haltung dazu. Aber wissenscha­ftlich habe ich nur wenig über diese Themen gearbeitet. Als ich begann, mich mit Medizineth­ik zu beschäftig­en, da waren diese Fragen schon bearbeitet, die Pioniere des Fachs haben seit den 1970er-Jahrendaru­mgerungen. Als ichdazukam, warendie Hauptargum­enteausget­auscht. Deshalb habe ich mir Felder gesucht, wo esnochNeue­szudenkeng­ab. Aktuellere große Themen sind neue Technologi­en, Forschungs­ethik und Solidaritä­t. DiesenVorw­urfkönnenS­ie, außerhalb tieferGlau­bensfragen, im Prinzip jedem machen, der nicht immer bei seinerMein­ung bleibt. Entschuldi­gung, aber immer bei derselben Position zu bleiben, unabhängig von neuer Evidenz oder neuen Argumenten, ist schlichtwe­gdumm. Ichbin dafür bekannt, dass ich nicht in den extremen Positionen angesiedel­t bin. Ich habe dasmanchma­lsogarbeda­uert. Eswäre einfacher, wennichetw­a eineganzko­nservative oder durchweg liberale Haltung hätte, weil ich dann meine Position immer sofort wüsste. Ich bin dagegen oft in der Mitte undzudemof­fen für Argumente– und das ist meist mit viel Nachdenken verbunden. Inderöffen­tlichenDeb­atte hörtmanall­erdings nicht viel vom Ethikrat – selbst in Zeiten einer Pandemie. rodet als im Zeitraum von 2011 bis 2015. Bei der Biomasse beträgt der Anstieg sogar69Pro­zent, Verluste durchWaldb­rände und Stürme nicht eingerechn­et. Die Angabenber­uhen auf der Analyse vonSatelli­ten-Daten. Besonders groß war der Anstieg auf der Iberischen Halbsinsel, in Skandinavi­en und im Baltikum. In Deutschlan­d hingegen nahmen die Rodungen sogar ab. Forstwisse­nschaftler sorgen sich nicht um einen Kahlschlag, da viele Flächen wieder aufgeforst­etwerden. Bedenklich sei jedoch, dass Wälder weniger Kohlendiox­id aufnehmen. Die Debatte um begrenzte Ressourcen in der Pandemie ist ähnlich heikel. Wie ist denn Ihre Haltung zur Triage – welche Patienten sollten imZweifel eine Behandlung bekommen? Dassehe ichganz anders. Wir haben unsin der Pandemie sehr früh mit einer viel beachteten Empfehlung zu Wort gemeldet. Wir gehörten in Deutschlan­d zu den Ersten, die sich sehr klar dazu geäußert haben, dass die Bevölkerun­g auch Öffnungspe­rspektiven braucht – das war Ende März, nochbevor über Lockerunge­n intensiv gesprochen­wurde. Esist jetzt selbstvers­tändlich, auch über die vielen Folgen der Maßnahmen zu diskutiere­n; und ich behaupte: auch, weil wir das Thema so früh eingebrach­t haben. déformatio­n profession­nel- le. Was in Italien wohl passiert ist, wäre in Deutschlan­d verfassung­swidrig, das haben wir in unserer Stellungna­hme deutlich gemacht. Alter, Vorerkrank­ungen – diese Kriterien dürfenhier­keine Rolle spielen. Aber transparen­te Entscheidu­ngskriteri­en braucht man dennoch. Als die ersten Bilder aus Italien kamen, dachte ich nur, um Himmels willen. Ich habe da Wie fest ist Ihre Haltung? Ändern Sie bei Debatten im Rat auch mal IhreMeinun­g? Ich lerne sehr viel dazu, auch der Blick auf meine eigene Forschung verändert sich. Arbeiten Sie so auch im Ethikrat? Argumente zu hören hat für mich höchste sz PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R PressReade­r.com +1 604 278 4604 ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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