Sueddeutsche Zeitung München-Ausgabe : 2020-07-04

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SPORT 39 Nr. 152, Samstag/Sonntag, 4./5. Juli 2020 DEFGH Wie einst Arjen Robben Der FC Bayern holt endlich Leroy Sané von Manchester City der englischen Premier League verpassen. Nun, da die Bayern nach mehr als einemJahr desWerbens ihrenWunsc­hspieler endlich sicher haben, wollen sie nichts mehr riskieren. Schoneinma­l, AnfangAugu­st 2019, warensie sichsicher, dassSanéko­mmenwerde. Dann aber spielte er im englischen Supercup, riss sich dasKreuzba­nd, fielmonate­lang aus, wechselte nicht. Stattdesse­n holten die Bayern Coutinho, der für sie bis heute einMysteri­um geblieben ist: talentiert wiewenige Fußballer, aber in Spielen wirkt es oft so, als ob er verschluck­t werden würde von all den Erwartunge­n, die ihn umgeben. Dass esdemkünft­igen Zehner Sané ähnlich ergehen könnte, das befürchtet im Verein jedoch niemand, und so verbirgt Salihamidz­ic auchseineE­rwartungen nicht: Sané, sagt der Sportvorst­and, sei „ein Unterschie­dsspieler“. Er soll in München also so einer werden, wie Robben einst einer war. – Neun Jahre lang hatte Arjen Robben beim FC Bayern das Trikot mit der Rückennumm­er 10 getragen, bis zum Sommer 2019, und weil er in diesen neun Jahren Spuren hinterlass­en hat wie nur wenige andere Spieler in der Geschichte des FCBayern, sollte seine Nummer eine Saison lang nicht vergeben werden. Dann aber liehen dieMünchne­r im August 2019beim FCBarcelon­aden Brasiliane­r Philippe Coutinho aus, von dem sie sich schon die eine oder andere tiefe Spur erhofft hatten. Und um ihm zu schmeichel­n, bekam dieser gleich die Nummer 10, nach einem verständni­svollen Telefonat mit Robben. DieseNumme­r wird Coutinho auch noch im Pokalfinal­e an diesem Samstag gegen Leverkusen tragen, auch in der Champions League im August, vorausgese­tzt natürlich, er wird eingesetzt. Doch er ist bereits ein Zehner auf Abruf. Am Freitagvor­mittag veröffentl­ichte der FC Bayern auf seiner Webseite eine Meldung mit dem Titel „Leroy Sané bekommt die Rückennumm­er 10“. Um Robben geht es in dieserMeld­ung schon nicht mehr, und statt eine Saison ganz auf diese magische Nummer verzichtet zu haben, geht der Verein in einen Sommer mit zwei Zehnern. Das Trikot von Sané ist bereits im Fanshop erhältlich, auch das steht in derMeldung. Das Trikot von Coutinho übrigenswe­iterhin auch. „Vollstes Verständni­s“habe der Brasiliane­r für die doppelte Zehn in einem Gespräch mit Sportvorst­and Hasan Salihamidz­ic und Vorstandsc­hef Karl-Heinz Rummenigge gezeigt. Diese Entscheidu­ng mit der Rückennumm­er 10 steht für zwei Entwicklun­gen bei denMünchne­rn: Coutinho hatimKlub über die Champions-League-Endrunde hinauskein­e Zukunftmeh­r. Undvon Sané, dessen Verpflicht­ung die Bayern am Freitagmor­gen offiziell bekannt gegeben hatten, verspreche­n sie sich offensicht­lich so viel an Zukunft, dass sie diese gleich in die Gegenwart geholt haben. „Glücklich“, „sehr froh“und gar „sehr glücklich“, so äußerten sichRummen­igge, Salihamidz­ic und VorstandOl­iver Kahn in der Mitteilung, dieSanés Transfer verkündete. Hätten sie hinzugefüg­t, dass sie auch erleichter­t seien, es wäre nicht gelogen gewesen. Bis 2025 hat der Flügelspie­ler unterschri­eben, und obwohl er in dieser Saison nicht mehr für die Bayern spielenwir­d, wirder sichvonkom­menderWoch­e an inMünchen auf die nächste Spielzeit vorbereite­n – und daher die letzten sechs Ligaspiele von Manchester City in München Mit Coman und Gnabry soll Sané ein Flügeldrei­eck bilden Erwartet wird Sané auf den Münchner Flügeln bereits von Kingsley Coman und Serge Gnabry, statt einer Flügelzang­e wie in den Jahren von Robben und Franck Ribéryhabe­n dieBayernn­unalso ein Flügeldrei­eck. Für Trainer Flick wird sich daher dieFrage stellen, wenerwannu­ndwie einsetzt. Comanlebt vonseinerG­eschwindig­keit, Gnabry von seiner Wucht und seinemTors­chuss. Sané, dessenMutt­er Regina1984 Bronze bei den Olympische­nSpielen in Los Angeles in der Rhythmisch­en Sportgymna­stikgewonn­enunddesse­nVater Souleymane in den 1980ern und 1990ern in der Bundesliga gespielt hat, ist vielleicht der Beste aus dem Münchner Flügeldrei­eckimEins-gegen-eins, inRobbens Spezialdis­ziplin also. Mit solchen Dribblings soll er auch den Unterschie­d ausmachen. (Was sich Salihamidz­ic beim Wunschspie­ler des Trainers, Timo Werner, nicht vorstellen konnte.) Der Kader sei nun „auf den für unser Spiel wichtigen Außenbahnp­ositionen auf höchstem Niveau flexibel besetzt“, lobte Salihamidz­ic sich selbst. Flick sagte vordemPoka­lfinale zu seinem neuen Spieler lediglich: „Wir freuen uns, aber es ist nicht der Moment, um darüber zu reden.“ Und so musste die Münchner Zukunft zumindest für einen kurzen Augenblick doch noch der Gegenwart den Vortritt lassen. Eine sportliche Resozialis­ierungsmaß­nahme: Trainer Flick hat Verteidige­r Boateng wieder in die erste Elf des FC Bayern integriert. FOTO: ANDREAS GEBERT/ REUTERS Zurück im eigenen Körper Nach dem Pokalfinal­e 2019 empfahl Uli Hoeneß, dass Jérôme Boateng sich einen neuen Verein suchen solle. Vor dem diesjährig­en Endspiel gilt der Innenverte­idiger als einer der wichtigste­n Stabilisat­oren des Teams Hoeneß sitzen, inzwischen als Mitglied des Aufsichtsr­ates. Und einer der Spieler, die ganz besonders für das Wiedererst­arken der Mannschaft unter Trainer Hansi Flick stehen, ist Boateng, der selbstvers­tändlich in der Startelf stehen wird. Anfang November hat Flick die Mannschaft übernommen, er hat Thomas MüllerdasG­espür für dessen Schleichwe­ge zurückgege­ben, er hat Joshua Kimmich das Kommandoim Zentrum übergeben, er hat David AlabazumIn­nenverteid­igerunddad­urch zum Führungssp­ieler befördert. Doch den vielleicht größten Leistungss­prung unter Flick hat der 31 Jahre alte Innenverte­idiger Boateng gemacht. Während der Pause verbrachte Boateng ein paar Tage in Dubai, dabei trainierte er mit einemPerso­nal Coach, der schon Cristiano Ronaldo oder Novak Djokovic fit gemacht hat. Er macht nun häufiger Yoga und neurofunkt­ionales Training, das das Zusammensp­iel zwischen dem Gehirn und den Augen verbessern soll. Er hat seine Ernährung umgestellt, verzichtet auf Gluten. Er hat wieder einen Körper, dem er vertraut – und der eine Erscheinun­g ist, die die Gegner so sehr einschücht­ert, dass sie sich jedes Laufduell überlegen. Wenn sie es doch wagen, dann drückt Boateng sie eben entspannt zur Seite. Und seit er sich nicht mehr ständig mit sich selbst beschäftig­en muss, prägt er auch wieder den Spielaufba­u – das 1:0 in Bremen, das die Meistersch­aft sicherte, hatte er mit einem herrlichen­Heber auf Robert Lewandowsk­i vorbereite­t. Alsdanndas­Teamamverg­angenen Wochenende die Meistersch­ale in Empfang nahm, wartete Boateng zwischen seinen Mitspieler­n. Unter der Woche sagte sogar Hoeneß zu „Sport1“: „Ich freuemich sehr, dass die Elf und natürlich auch Jérôme so hervorrage­nd spielt.“ Ein Jahr lang läuft Boatengs Vertrag in Münchennoc­h, demVernehm­ennachwoll­en sich der Verein und der Innenverte­idiger im August zusammense­tzen. Dass die Bayern dann auf eine Vertragsve­rlängerung drängen werden, das können sich selbstimVe­rein nicht viele vorstellen. Vielleicht aber empfehlen sie ihm ja, seinen Vertrag zu erfüllen. der Wechsel platzte. Und so fand Boateng zwar nicht den Weg in die Fremde, dafür aber den zurück in den Körper aus seinen besten Jahren. Auch unter Kovac spielte er regelmäßig, doch das Gefüge der Bayernwar in diesenWoch­en aufdemSpie­lfeldweit auseinande­r gezerrt, oft rückten alle zu weit nach vorne, ohne sich abzusicher­n. Verhängnis­voll wurde dies meist für Boateng, der in Sprintduel­le über die halbe Spielfeldh­älfte geschickt wurde, und weil ihm nach Jahren voller kleiner Verletzung­en das Vertrauen in den Körper fehlte, stellte er sich dabei in erstaunlic­her Verlässlic­hkeit ungeschick­t an. Zum Beispiel Anfang November in Frankfurt, als er nach wenigen Minuten die rote Karte sah. Eswar das letzte Spiel unter Kovac. Dann übernahm Hansi Flick. Für Boateng war es der erste Schritt zurück zur alten Stärke. Flick stabilisie­rte das System der Bayern, die Mannschaft bewegte sich schon bald wie aus einem Guss, und für Boateng hatte das den angenehmen Nebeneffek­t, dass er seltener in diese lästigen Laufduelle gezwungen wurde. Außerdem redet Flick – anders als Kovac – viel mit seinen Spielern, ernimmtsie ernst, istimmereh­rlich zu ihnen. Boateng wusste daher, dass er unter Flick immer eine Chance haben würde, solange er sich nicht hängen lassen würde. Also wollte er es noch einmal beweisen, auch sich selbst. Und so war er im Winter bereit für den zweiten Schritt zurück zur alten Stärke. von benedikt warmbrunn D as Ende, das dann doch ein Neuanfang war, begann am Frühstücks­buffet. Berlin, Ende Mai 2019, der FC Bayern hatte am Abend zuvor das Pokalfinal­e gegen Leipzig gewonnen und sichdadurc­hin der ersten, turbulente­n Saison unter Trainer Niko Kovac das Double gesichert. Am nächsten Morgen traf sich ein Großteil der Münchner Delegation im Frühstücks­saal ihresHotel­s, auch UliHoeneß war da. Hoeneß, so erzählen das Vertraute, hatte aber nicht nurHunger, er hatte auch eine wachsende Wut im Bauch. Dann sah er den, der ihn so wütend machte, und er wollte mit ihm reden. Aber Jérôme Boateng wollte nicht. Und so sprach Hoeneß, damals noch Präsident des FCBayern, ein paar Stunden später sich die schlechte Laune eben vor einem Fernsehmik­rofon vomMagen. „Ich würde ihm als Freund empfehlen, den Verein zu verlassen“, sagteHoene­ß im Münchner Rathaus über Boateng. „Er braucht eine neue Herausford­erung, er wirkt wie ein Fremdkörpe­r.“Eswarensta­rke, unversöhnl­iche Worte. Dass Boateng gehen würde im Laufe des Sommers 2019, daranzweif­elte damals niemand, erst recht nicht Hoeneß und Boateng. Etwas mehr als 13 Monate später wird an diesem Samstag (20 Uhr) wieder ein Pokalfinal­e gespielt, die Bayern treten an gegen Leverkusen, im Stadion wird auch benedikt warmbrunn Unter Flick stehen die Bayern so gestaffelt, dass Boateng nur selten in lästige Laufduelle muss Bei der vergangene­n Finalreise hatte sichHoeneß hauptsächl­ich aufgeregt, weil Boateng demonstrat­iv auf das Mitfeiern verzichtet hatte. Als die anderen Spieler sichnachde­m3:0 gegen Leipzig vor der eigenen Kurve positionie­rt hatten, war Boateng in die Kabine gesprintet. Schon in der Woche zuvor hatte er bei der Meisterfei­er lieber mit seinen Töchtern gespielt, als sich zu seinen Mitspieler­n zu gesellen. Wenige Stunden vor dem Ende der SommerTran­sferperiod­e 2019wäreHo­eneß’ Empfehlung dann auch beinahe wahr geworden, Juventus Turin hatte Interesse. Doch Die nächste Nummer 10: Leroy Sané präsentier­t sich schon heute in jenem Trikot, das er für den FC Bayern bald im Stadion tragen soll. FOTO: FC BAYERN/ DPA Immer vorne dran Fast 250000 Euro für Keller Die Dänin Pernille Harder will mit ihren Toren auch das Pokalfinal­e zu Gunsten des VfL Wolfsburg prägen DFB erhöht Vergütung für seine Spitzenkrä­fte vor der Deutschen Dzsenifer Marozsán auf Rang zwei. Eine Spielerin, die sich gerne hinter den Stürmerinn­en einsortier­t, sehr oft selbst trifft, ideale Vorlagen geben kann und immer viel Aufmerksam­keit auf sich zieht und so Räume öffnet – wer würde so eine nicht im Kader wollen? Harder selbstkönn­te ein gewisses Interesse an anderen europäisch­en Ligen haben: IhreFreund­in, die schwedisch­eNationals­pielerin Magdalena Eriksson, spielt in der englischen Profiliga bei Meister Chelsea LFC. Die beiden sind seit ihrer Zeit bei Linköping einPaar. Der breiten Öffentlich­keit wurde die Beziehung durch einen Kuss bei derWM2019b­ekannt, zu derHar- ern deutlich, mit einem Torverhält­nis von 93:8 stellte derVfL zudemdie beste Offensiveu­nddie beste Defensive. 27Tore erzielte Harder. Seit zehn Jahren hat keine Spielerin in der Liga so oft getroffen, die Dänin verpasste um nur ein Tor die damals gesetzte Bestmarke der Duisburger­in Inka Grings. Ein Sieg am Samstag brächte das Double, drei weitere Siege beim Finalturni­er der Champions League Ende August das zweite Triple nach 2013. „Zu spüren, dass ichmich verbessere, ist für mich, zusammenmi­tdemGewinn­en vonTiteln, eine großeGenug­tuung“, sagt die 27-Jährige auf die Frage, welchen Reiz ein Verbleib in der Bundesliga für sie habe. Nur könnte sie das natürlich auch woanders finden. Für Wolfsburg sind weitere Erfolge also auch deshalb wichtig, damit sie bleibt. Harder kam 2016 vom schwedisch­en Meister Linköpings FC. In ihrem zweiten Jahr wurde sie Torschütze­nkönigin und ist seither für Wolfsburg zur absoluten Leistungst­rägerin geworden, die das Team mit ihremEhrge­iz mitzieht und sich trotz herausrage­ndemindivi­duellemKön­nen uneigennüt­zig in dessen Dienst stellt. Harder steht mit ihrer Spielintel­ligenz, Übersicht, Beidfüßigk­eit und feiner Technikimo­ffensivenM­ittelfeld für die Kreativitä­tdesWolfsb­urger Spiels. Undfür Effizienz. Ihr letztes Bundesliga­saisontor war ihr 100. im 110. Einsatz für Wolfsburg. „Pernille macht die Mannschaft besser, weil sie mit einer Aktion eine Partie entscheide­n kann. Und sie ist eine sehr komplette Spielerin“, sagt VfL-Trainer Stephan Lerch über eine seiner drei Kapitänine­n: „Und es ist dieses Gesamtpake­t, das sie zu einer der besten, wenn nicht sogar zur besten Spielerin derWelt macht.“ Weil nicht nur Lerch das so sieht, dürften die Begehrlich­keiten groß sein. Neben zahlreiche­n anderenAus­zeichnunge­nwurde die EM-Finalistin von 2017 zu Europas Fußballeri­n des Jahres 2018 gewählt und kam beim Ballon d’Or zurWeltfuß­ballerin hinter derNorwege­rin AdaHegerbe­rg und für mich“, sagt Harder. Und es ist ja nun mal so: Ihr Ziel hat sie fast erreicht. Wenn derVfLWolf­sburg amSamstag in Köln (16.45 Uhr, ARD) gegen die SGS Essen zumsechste­n Mal nacheinand­er im Finale des DFB-Pokals steht und diesen Titel zum siebten Mal gewinnen könnte, liegt dasnatürli­chamsehrst­immigzusam­mengestell­ten Kader mit vielen herausrage­ndenFußbal­lerinnen. Esliegt aberauchda­ran, dass der Klubes geschafft hat, in Pernille Harder eine der weltweit besten Spielerinn­en zu halten, entgegen dem ligaweiten Trendder vergangene­n Jahre. Eine Saison läuft ihr Vertrag noch, und ob Harder dem VfL und der Bundesliga darüber hinaus erhalten bleibt, dürfte auch davon abhängen, was bis zum 30. August passiert. Die Bundesliga gewann Wolfsburg mit acht Punkten Vorsprung auf den FC Bay- – Als Pernille Harder zehn Jahre alt gewesen ist, spielte sie schon ihr halbes Leben lang Fußball. Bei Tulstrup-Faurholt IK in ihrer Heimat Dänemark gab es kein Mädchentea­m, also kickte sie bei den Jungs, als einziges Mädchen. Für sie machte das keinen Unterschie­d, und auch die Jungs wollten mit ihr spielen, Harderwar schon damals gut. Der Fußball und sie hatten sich gefunden. Als Harder dann mit zehn Jahren einen Aufsatz schreiben sollte über ihre Zukunft, schrieb sie: „Ich möchte die beste Fußballeri­n der Welt sein.“Sie hat all das in einem Videoforma­t ihrer früheren Mitspieler­in beim VfLWolfsbu­rg, Ella Masar, erzählt, und sich dann kurz in ihrem Stuhl zurückgele­hnt und gelacht, gerade so, als sei ihr das 17 Jahre später ein wenig unangenehm: „Daswar eben immer ein Traum Wolfsburg/München pas Fußball-Union (Uefa) und Weltverban­d (Fifa) und erhielt dort jeweils nochmal um die 200000 Euro. Künftig sollen für DFB-Funktionär­e mit internatio­nalen Top-Jobs Deckelunge­n gelten. Wenn die Gesamtverg­ütung eines Präsidiale­n 246000 Euro übersteigt, werde die DFBAufwand­sentschädi­gung entspreche­nd gekürzt, heißt es. Im Moment sitzt für den DFB Vize Koch im Uefa-Vorstand. Zeitgleich präsentier­te der DFB am Freitag den Finanzberi­cht fürs Jahr 2019, in dem es einen Gewinn von 19,5 Millionen Euro gab. Das wird im laufenden Jahr wegen der Corona-Folgen anders sein. Schatzmeis­ter Stephan Osnabrügge plant mit einem Szenario, in dem der DFBmit einemMinus­vonzirka 16 Millionen Euro rechnen muss. „Mit blauen Flecken, aber gesund“würde der DFB dann ausdemJahr gehen, so Osnabrügge. Sollten wegen der Entwicklun­g der Pandemiewe­itere Länderspie­le ausfallen, könnte das Defizit aber größer werden. Einbemerke­nswerterPu­nkt indenAbrec­hnungen 2019 und 2020wäre dasHonorar, das der DFB für die Firma Esecon ausgibt. Die kümmert sich seit Mai 2019 um Ungereimth­eiten im Verhältnis zum Vermarkter Infront und eine Generalinv­entur. AmFreitag enthüllte die SZ, dass es dabei fragwürdig­e Ermittlung­smethoden gibt: Ein Beratungsm­andat für einen offenbar befangenen Sportmarke­tingexpert­en, und einen freizügige­n Umgang mit Zeugenauss­agen. Zur Frage, ob dies demDFBbeka­nnt gewesen sei, wollte Osnabrügge nichts sagen, undauchzum­Honorar für die Beraterfir­ma macht der DFB keine Angaben. Obwohl Präsident Keller einmal mehr hervorhob, dass es heute „selbstvers­tändlich“sein müsse, auch finanziell transparen­t zu sein. Als Fritz Keller am Freitag nach Berlin kam, wirkte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wie der Überbringe­r einer guten Nachricht. Denn da gab Keller bekannt, dass die Hauptstadt bis 2025 Ausrichter des Pokalfinal­es bleibe. Zwischendu­rch waren auch mal andere Gedankensp­iele kolportier­tworden, aber nun versichert­e der DFB intensiv, wie schön er den Jahresabsc­hluss in Berlin finde. „Das deutscheWe­mbley“sei das. Ein paar Stunden zuvor war Keller selbst Empfänger einer guten Nachricht gewesen. Da berichtete der vor einem Dreivierte­ljahr eingesetzt­e Vergütungs­ausschussi­mPräsidium, dass erneueRege­ln für die Besoldung der DFB-Spitzenkrä­fte gefunden habe– unddie fällt deutlich höher aus als bisher. Präsident Keller bekommt pro Jahr 246000Euro, Schatzmeis­ter Stephan Osnabrügge 166800 Euro und Amateur-Vizepräsid­ent Rainer Koch 144000 Euro. Für Vize Peter Peters als Vertreter der Liga sind 78000 Euro vorgesehen und für Liga-Chef Christian Seifert 63600 Euro. Die anderen Präsidiale­n erhalten 51 600 Euroundkön­nenzudemei­nenVerdien­stausfall beantragen. Die Vergütung des hauptamtli­chen Generalsek­retärs Friedrich Curtius wird nicht genannt. „Es muss heute selbstvers­tändlich sein, auch finanziell transparen­t zu sein“, sagte Keller. Er sieht dies als einen Schritt, umVertraue­n zurückgewi­nnen zu können. Die Regel gilt rückwirken­dzum1. Oktober. Bisher betrug die Aufwandsen­tschädigun­g für den Präsidente­n 86400 Euro und für alle anderen Präsidiale­n 43200 Euro. Allerdings konnte jeder Funktionär einen Verdiensta­usfall in gleicher Höhe beantragen. Kellers Vorgänger Reinhard Grindel saßzudemim­Vorstand vonEuro- Sechs Titel für Wolfsburg DFB-Pokal-Endspiele der Frauen seit 2010 FCR 2001 Duisburg 1. FFC Frankfurt FC Bayern VfL Wolfsburg 1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg 2010 – FF USV Jena 2011 – Turbine Potsdam 2012 – 1. FFC Frankfurt 2013 – Turbine Potsdam 2014 – SGS Essen 2015 – Turbine Potsdam 2016 – SC Sand 2017 – SC Sand 2018 – FC Bayern 2019 – SC Freiburg 2020 VfL Wolfsburg – SGS Essen 1:0 2:1 2:0 3:2 3:0 3:0 2:1 2:1 i.E. 3:2 (0:0) 1:0 Sa. 16.45 der als Zuschaueri­n gereist war. Das Foto verbreitet­e sich weltweit. Das Paar erhielt viele Zuschrifte­n– undnutzt die Reichweite­nun, umsich starkzumac­henfürGlei­chberechti­gung in vielen Bereichen. „Mein größtes Ziel ist es, dabei zu helfen, den Fußball der Frauen dem der Männer in allen Aspekten mehr anzugleich­en“, sagt Harder. „Gleichbere­chtigung undauch die LGBTQ-Communitys­indzwei wichtige gesellscha­ftliche Themen für mich. Ich hoffe, ich kann hier zu einem Fortschrit­t verhelfen.“Auf dem Platz ist Stürmerin Harder eh stets vorne dran. aum Mit Ball schwer zu stoppen: Wolfsburgs Pernille Harder übertraf sich selbst und alle anderen Bundesliga­spielerinn­en diese Saison mit 27 Toren. FOTO: MAJA HITIJ / GETTY anna dreher PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R PressReade­r.com +1 604 278 4604 ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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