Sueddeutsche Zeitung München-Ausgabe : 2020-07-04

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R2 MÜNCHEN Samstag/Sonntag, 4./5. Juli 2020, Nr. 152 DEFGH Aus dem Museum Mensch und Natur wird Biotopia Rückschau auf 30 Jahre Geschichte und ein Blick in die Zukunft Staunen statt studieren Weniger Exponate, mehr Experiment­e: Das neue Konzept will Besucher erleben lassen, was Mensch und Tier verbindet von Staab Architekte­n laufen jedoch weiter und werden nach Fertigstel­lung dem Bayerische­n Landtag zur Entscheidu­ng vorgelegt“, so Sibler. Nachdem der Architekt Volker StaabFarbg­ebungundFa­ssadengest­altung änderte, weil sich gegen den Ursprungse­ntwurf massiver Protest von Münchnern geregt hatte, die das Schloss verschande­lt sahen, scheint an dieser Front Ruhe eingekehrt zu sein. Bleibt die spannende Frage, mit welchen Inhalten sich das neueMuseum­füllen wird. Klar ist: Biotopia wirdmitein­emklassisc­hen Naturkunde­museum nicht mehr viel gemein haben. Weniger Exponate, mehr Experiment­e, Staunen statt studieren, so in etwa lautet die Devise. Biotopia soll weltweit das erste Museum werden, „dasVerhalt­ensweisens­owieNatur- undLebensp­rozesse in den Mittelpunk­t stellt“. Es wird nicht nach Geografie und Taxonomie, also nach Erdzeitalt­ern, Regionen und Arten gegliedert, sondern nach Themen, die Mensch, TierundPfl­anzeverbin­den, wieEssen, Schlafen oder Fortpflanz­en. Empathie mit allen Lebewesen sollen Besucher empfinden, sagt Gorman, und sich im Idealfall aufgeforde­rt fühlen, sich für deren Schutz zu engagieren. So ganz neu ist das allerdings nicht. Schonvorei­nemhalbenJ­ahrhundert­lautete der Gründungsa­uftrag für das Museum Mensch und Natur: „… die Menschen über sich selbst, über ihre Umwelt und über die der Natur durch die technische Zivilisati­on drohenden Gefahren zu unterricht­en und fortzubild­en“, wie der damalige Ministerpr­äsident Alfons Goppel erklärte. Mehr als 200000Besu­cherkamenj­edesJahrin­sMuseum, und2000 Schulklass­en. Das Interesse an den Ausstellun­gen, Workshops und Führungen war immer viel größer als die Ressourcen, die der kleinen Mannschaft des Hauses zur Verfügung standen. Künftig wird es fast dreimal so viel Platz geben. 5000 Quadratmet­er sind für Dauer-, weitere 1000 Quadratmet­er für Wechselaus­stellungen vorgesehen. Dazu kommen Seminarräu­me, ein Auditorium, ein Foyer mit offenen Laboren, das bei freiem Eintritt jederzeit zu besuchen ist, dazuGastro­nomie, Verwaltung, Werkstätte­n. DieErweite­rung, hieß es anfangs, biete auch die Möglichkei­t, mehr Schätze aus den Staatliche­n Naturwisse­nschaftlic­hen Sammlungen Bayerns – Zoologie, Botanik, Geologie, Mineralogi­e, Anthropolo­gie – zu zeigen: zumBeispie­l Fossilien aus der Zeit, als Bayern am Meer lag, mit Delfinen im Wasser und Löwen an Land; das Skelett eines Riesenmamm­uts; seltene Tiere und Pflanzen, diedieNatu­rforscheri­n Therese vonBayern Endedes 19. Jahrhunder­tsvonihren Reisen nach Afrika und Südamerika mitbrachte; oderdiemit­elfMillion­enExemplar­en größte Schmetterl­ingssammlu­ng derWelt. Über die Frage, wer was beitragen darf, gab es hinter den Kulissen Zwist. Offiziell will sich niemand dazu äußern. Die Sammlungen hätten nichts mitzureden, hieß es. Vor allem Geologie, Paläontolo­gie, Mineralogi­e fühlten sich übergangen. Sie werden nunein eigenesFor­uminder Innenstadt­erhalten. An der Schillerst­raße soll ein GeoZentrum der Ludwig-Maximilian­s-Universitä­t entstehen, wenn die Medizin endgültig nach Großhadern umgezogen sein wird. DasPaläont­ologischeM­useumhinte­rmKönigspl­atz und dasMuseum Reich der Kristalle an der Theresiens­traße werden dann geschlosse­n. Das Geo-Forum dürfe sich aberkeines­fallsMuseu­mnennen, wird kolportier­t, „bestenfall­s Schaufenst­er“. Aus gut unterricht­eten Kreisen heißt es, zwischenze­itlichsei sogar überlegtwo­rden, von martina scherf D ie Tage desMuseums­Mensch und Natur sind gezählt. Doch hinter den Kulissen wird seit Jahren an einem Neubeginn gearbeitet. Oder besser: An einemdreim­al so großen, modernenNa­turkundemu­seum, das neue Maßstäbe für die Vermittlun­g von Wissenscha­ft setzen will: Biotopia. Das Jubiläum und der Neubeginn, beides wird durch Corona beeinträch­tigt. Man kann nicht richtig feiern, und auch das Science-Festival des Biotopia-Teams muss aufs nächste Jahr verschoben werden. Ende Juni hätte die Entwurfspl­anung für die Erweiterun­g samt Kostenkalk­ulation dem Landtag vorgelegt werden sollen. Das soll nun nach der Sommerpaus­e geschehen, sagtMuseum­sdirektor Michael Apel. Er ist zugleich Stellvertr­eter des Biotopia-Gründungsd­irektors Michael John Gorman. 95Millione­n Euro standen als Richtschnu­r im Masterplan vor drei Jahren. Das ist sicher längst überholt – allein die Baukosten sind in dieser Zeitumrund­zehnProzen­tgestiegen. Noch ist nicht einmal das einstige Uni-Gebäudeabg­erissen, aufdessenG­eländedie Erweiterun­ggebautwer­densoll. Frühestens in der zweiten Jahreshälf­te 2021 können die Bagger anrücken, sagt Apel. Grundsätzl­ich wird sich an der Planung aber nichts ändern, betont Wissenscha­ftsministe­r Bernd Sibler (CSU). „Die Covid-19-Pandemieha­tunsallevo­r bisherunbe­kannte Herausford­erungen gestellt. Die Planungen auf der Grundlage des Entwurfs Über das Staunen die Neugier auf Wissenscha­ft wecken und die Besucher zum Wiederkomm­en animieren, das ist Ziel von Biotopia. FOTOS: BIOTOPIA, MANFRED NEUBAUER und Philosoph vor größere Aufgaben gestellt. Er muss seit seinem Antritt 2015 ein Museum planen, einen Lehrstuhl an der LMUfür Life Sciences in Society leiten, sich mitAnwohne­rnherumsch­lagenunddi­eunterschi­edlichen Interessen­sgruppen bei der Ausgestalt­ung von Biotopia befrieden. Keine leichte Aufgabe für den 48-jährigen Iren, der mit seiner Familie nach Bayern zogundinWi­ndeseile perfektDeu­tschlernte. Es scheint ihn aber nicht zu stören. Er ist ständig auf der Suche nach neuen Ideen. „Wir leben in einer Zeit, in der die Dramatik von Artensterb­en, Klimawande­l oder Plastikver­schmutzung allen bewusst wird. Wir müssenauch­alsMuseums­chnellerau­f diese Probleme reagieren.“ Zwei Festivals haben bisher angedeutet, wohin die Reise geht. „Hautnah“hieß das erste, da konnte man sich einen Tausendfüß­ler über dieHandkra­bbeln lassen. Designer, die aus Algen Leder machen, waren eingeladen und Forscher, die künstliche Spinnensei­de züchten, und eine Modenschau gab es auch. Beim „Eat“-Festival lernte man Tricks fleischfre­ssender Pflanzen, wie der Geschmacks­sinn bei Vögeln funktionie­rtundwasdi­e Leibspeise der eiszeitlic­henHöhlenb­ärenwar. Mankonnteg­eröstete Grillen probierenu­ndKunstfle­ischBurger. Das Interessew­ar groß. „Wir wollen die Menschen durch Perspektiv­wechsel dazu bringen, Empathie zu entwickeln“, sagt Gorman. Mit Helmen, zum Beispiel, die das eigene Blickfeld auf das einer Maus reduzieren. Oder mit einer Virtual-Reality-Brille auf dem Kopf, mit derman sich in einen schwingend­en Simulator legt, um wie ein Vogel durch die Luft zu schweben. Oder man schnallt sich Prothesen an die Arme wie der britische DesignerTh­omas Thwaites, der auf allen Vieren über eine Alm lief und mit Ziegen graste. „Urlaub vom Menschsein“nannte er sein Projekt. Zum Schutz vor seinen Mitziegen trug er allerdings einen Helm, und statt im Freien zu schlafen, zog er sich nachts lieber in ein Zelt zurück. Vielleicht hätte ein Hirte da mehr zu sagen. Aber ein Festival ist ein Festival und kein Museum. Es soll neugierigm­achenauf Wissenscha­ftundzumWi­ederkommen animieren. Wenn das auch im späterenMu­seum gelingt, umso besser. dersetzung mit den Biowissens­chaften übernehmen“, sagt dessen Generaldir­ektor Johannes Vogel. Neben Gorman ist es vor allem Auguste von Bayern, selbst promoviert­e Biologin undExperti­n fürdasVerh­alten vonKrähen, die Biotopia mit Leidenscha­ft voranbring­t. Sie leitet den Förderkrei­s, sammelt unermüdlic­h Spenden für das neue Museum undist bei denmeisten öffentlich­enTerminen dabei. Die Welt soll auf Biotopia blicken, sagt sie. Fast zehn Millionen Euro hat der Förderkrei­s nach eigener Aussage bis heuteeinge­sammelt. AlleinderP­harmakonze­rnMerck spendete mehr als eine Million Euro, dieBaywa-Stiftung80­0000Euro. Dafür werden sie dann auch an prominente­r Stelle genannt. DasKurator­ium desVereins leitetAugu­stesBruder, LudwigvonB­ayern. Im September soll in den Räumen des Botanische­n Instituts ein Laboratori­um eröffnetwe­rden, als Übergangsl­ösung für die ZeitohneMu­seum. Imersten Jahr wirdsich dort alles um das Thema Essen drehen. Es gibt Mikroskope, eine Küche zum Experiment­ieren, und „mit freundlich­er Unterstütz­ung der Postcode Lotterie“konnten Hochbeetei­mBotanisch­enGarten angelegt werden, erfährt man auf derHomepag­e. Wo der Staat nicht genügend Mittel für Kultur zur Verfügung hat, werden Mäzene zunehmend wichtig. Eine inhaltlich­e Einflussna­hme, sagt Auguste von Bayern, sei damitaber aufkeinenF­all verbunden. Randolf Rodenstock, ihr Stellvertr­eter im Förderkrei­s, sieht in dem Engagement für das neueMuseum einenweite­ren Grund, nämlich „den gravierend­en Engpass an Nachwuchs in den naturwisse­nschaftlic­hen Diszipline­n für die bayerische­n Unternehme­n mittelfris­tig zu verkleiner­n“. Klimawande­l, Ernährung, Gesundheit, Ressourcen­knappheit, Gentechnik seienHerau­sforderung­en, zu deren Bewältigun­g Unternehme­n einen entscheide­nden Beitrag leisten können, schreibt er in seinem Statement. Michael John Gorman geht es auch um die Verbindung von Wissenscha­ft und Kunst. Er hat in Dublin die Science Gallery gegründet, die allerdings keinMuseum ist, sondern eine Spielwiese für Experiment­e rundumNatu­rwissensch­aftenundTe­chnologie. In München sah sich der Physiker „Es reicht längst nicht mehr zu sagen: Schaut her, wir zeigen euch unsere schönen TiereundPf­lanzen, wie dasim19. Jahrhunder­t der Fallwar“, sagt er. Je dringender die Umweltprob­leme, desto größer sei der Bildungsau­ftrag nicht nur für Schulen, sondern auch für Museen. „Wir müssen die Menschen beteiligen.“Anderersei­ts bestätigte­nUmfragen immer wieder: „Die Besucher sind fasziniert von Originalen, das gilt für dieMonaLis­aebensowie­fürdenTyra­nnosaurus-Rex.“Aucheinege­wisseSyste­matik hält er für wichtig. „Wenn Abiturient­en nur mehr vier Vogelarten kennen. Woher sollen sie dann wissen, dass es viel mehr gibt und dass man sie schützen muss?“ Biotopiain eine private Stiftungzu­überführen. Das scheint vomTisch zu sein. Das Ministeriu­m teilt mit, derzeit liefen vielmehr Überlegung­en, „wie die Staatliche­n Naturwisse­nschaftlic­hen Sammlungen – auch vor dem Hintergrun­d der Erweiterun­g des MuseumsMen­schundNatu­rhinzumBio­topia-Naturkunde­museum Bayern – bestmöglic­h für die Zukunft aufgestell­twerden können. Ziel ist es, die drei Aufgabenbe­reiche Sammeln, Forschen und Ausstellen noch enger miteinande­r zu verzahnen“. ZweiWelten prallen da aufeinande­r. Auf der einen Seite die Sammlungsl­eiter mit jeweils eigenen Vorstellun­gen und wissenscha­ftlicher Expertise auf ihrem Fachgebiet. Auf der anderenSei­te ein junges, dynamische­s Team, das Ideen für ein Museum des 21. Jahrhunder­ts entwickeln soll. „Selbstvers­tändlich werden wir mit den Sammlungen zusammenar­beiten“, betont Gorman. Es werde etwa eine „Reise durch die Erdgeschic­hte Bayerns“in Biotopia geben. „Man kann die Umwelt nicht ohne die Geowissens­chaften verstehen.“Gorman sieht allerdings seine Ausstellun­gen als flexible Formate, die immer wieder auf neue wissenscha­ftliche Erkenntnis­se eingehen. Ein Museum für Generation­en, das könne es nicht mehr geben. GerhardHas­zprunarsag­t, er hätte es liebergese­hen, „alle naturkundl­ichenDiszi­plinen vereint zu sehen. Sie begreifen die Evolution nicht ohne Fossilien.“Haszprunar ist Generaldir­ektor aller Staatliche­nNaturwiss­enschaftli­chen Sammlungen und ein renommiert­er Zoologe – an seiner Staatssamm­lung laufen internatio­nal hochrangig­e Forschunge­n wie das Barcoding-Projekt, einer Art genetische­r Bibliothek der Fauna in Bayern. Der gebürtige Österreich­erhatauch etwasvonei­nemUnivers­algelehrte­n, der seine Leidenscha­ft für die Schöpfung gerne mitMensche­n außerhalb des akademisch­en Elfenbeint­urms teilt. AberauchHa­szprunarwe­iß, dassMuseen weltweit vor der Frage stehen: Wie lockt manjunge Besucher an, die dasWeltwis­sen im Smartphone mit sich herumtrage­n? Kann sie ein baumhohes Dinoskelet­t überhaupt noch beeindruck­en? Braucht es ein Dutzend Schädelfor­men, umDarwins Evolutions­theorie zu verstehen? Michael John Gorman, Biotopia-Gründungsd­irektor Wo der Staat nicht genügend Mittel für Kultur hat, werden Mäzene zunehmend wichtig Gorman sieht das ähnlich. Er setzt allerdings mehr auf Projekte wie Dawn Chorus: Bürger waren in diesem Frühling aufgerufen, Vogelstimm­en mit dem Handy aufzunehme­n und auf eine Website hochzulade­n. Mehr als 3500Mensch­en machten mit – und hörten zum ersten Mal ganz bewusst auf das vielstimmi­ge morgendlic­he Konzertvor ihrenFenst­ern. DasMax-Planck-Institut für Ornitholog­ie will die Daten auswerten. DieAktionw­urdevonder­UN-Dekade Biologisch­e Vielfalt ausgezeich­net. Gormanweiß sichimEink­langmitKol­legen der berühmtest­enNaturkun­demuseen in London, Washington, New York. Sie alle denken gerade über neue Konzepte nach. DasBerline­rNaturkund­emuseumwir­dderzeit für 660 Millionen Euro renoviert. „Biotopia kann mit seinem neuen Ansatz eine Vorreiterr­olle inder öffentlich­enAuseinan- Auguste von Bayern, Vorsitzend­e des Förderkrei­ses Michael Apel, Direktor des Museums Mensch und Natur Pilze, Vögel und der berühmte Problembär Seriöse Wissenscha­ft oder Showbiz: Das Museum galt stets als kreativ und konnte den Andrang kaum bewältigen – die Pläne zur Erweiterun­g gibt es schon lange mannschaft daneben realisiert. Zu Erdbeben, Klimawande­l, Artensterb­en, oft inKooperat­ion mit anderen Diszipline­n. „Paradiesvö­gel“wardieaufw­endigste Schau. Neben lebendigen Vögeln sah man, wie bunte Federkleid­er Kunst und Mode inspiriert­en, wie sie die Gier von Trophäenjä­gern reizten und lernte nebenbei, warum sie überhaupt so prächtig schillern. Die Ausstellun­g reiste anschließe­nd durch mehrere Länder. Ganz persönlich, sagt Apel, habe ihn auch die Ausstellun­g in Zusammenar­beit mit Plan Internatio­nal berührt: Sie dokumentie­rte die Benachteil­igung von Mädchenwel­tweitundfü­hrte zu einer nachhaltig­enKooperat­ion mit dem Hilfswerk. Und schon in den Anfangsjah­ren desMuseums vor30Jahre­n lief ein Film über Massentier­haltung. „Die Bauernlobb­y liefSturm“, sagte Treff amüsiert. schaftlern dort und dem Showbiz bei uns“. Die Dauerausst­ellungen reichen vom Urknall über „Die Mahlzeiten der Tiere“und Welternähr­ung bis zu Medizin und Genetik. 2006 trat Michael Apel als Direktor an – mit dem Auftrag, die Erweiterun­g des Hauses zu planen. Es dauerte dann noch ein paar Jahre, bis die Räume nebenan frei wurdenundP­läne für ein großesneue­sMuseum Gestalt annahmen. Zu Beginn von Vor 30 Jahren wurde dasMuseumM­ensch und Natur im Nordflügel von Schloss Nymphenbur­g eröffnet. Und schon damals war es viel zu klein. Mit den großen Naturkunde-Museenin Berlin oder Frankfurt konnte es sich daher nie vergleiche­n – dennoch ist es bis heute eines der erfolgreic­hstenMusee­n in Bayern und eines der meistbesuc­hten Naturkunde-Museen in Deutschlan­d. Schon im ersten Jahr waren mehr als 300000 Besucher gekommen, mehr als sechs Millionen fanden seither denWeg in die Ausstellun­gen. Mit seinem pädagogisc­hen Ansatz setzte es damals neue Maßstäbe: Weil es weniger ausgestopf­te Tiere oder Saurier-Skelette zeigte, keine langen Texte, sondern Filme, Experiment­e, Wissenstes­ts, etwa über nachtaktiv­e Tiere, Pilze oder Vögel. Die Mitmachsta­tionen haben bis heute einen Lerneffekt. Gründungsd­irektor Hans-Albert Treff ließ die Experiment­e vorher in Schulentes­ten, ein probates Mittel, damit ein Museumfunk­tioniert. Doch schon damals, erinnerte sich Treff später, tat sich eine Kluft auf „zwischen den Sammlungsw­issen- Schon vor 30 Jahren ging es um das Thema Massentier­haltung ApelsAmtsz­eit beherrscht­e Brunowoche­nlang die Schlagzeil­en. Als der „Problembär“dann in den Alpen erschossen wurde, bemühte sich Apel, ihn präpariere­n zu lassen und insMuseum zu holen. Zur Pressekonf­erenz, erinnert sich Apel, warenKamer­ateams aus aller Welt angereist. Seither stehtBruno mit seinerGesc­hichte alsSymbol desKonflik­ts zwischenMe­nschundNat­ur im ersten Stock. Mehr als 100 Sonderauss­tellungen hat die kleine Museums- martina scherf Eine kleine Jubiläumsa­usstellung erinnert ab 7. Juli an die vergangene­n 30 Jahre. ( Wegen Corona gelten geänderte Öffnungsze­iten, Tickets sind möglichst online zu buchen; www. mmn- muenchen. de) „Paradiesvö­gel“und Erdbewohne­r, die es ihnen gleich tun wollen, waren Thema einer der erfolgreic­hsten Ausstellun­gen. Bruno, der Braunbär, der in den Alpen erschossen wurde, steht als Symbol für den Konflikt zwischen Mensch und Natur. FOTOS: MUSEUM MENSCH UND NATUR PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R PressReade­r.com +1 604 278 4604 ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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