Sueddeutsche Zeitung München-Ausgabe : 2020-07-04

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R12 SPORT IN DER REGION Samstag/Sonntag, 4./5. Juli 2020, Nr. 152 DEFGH nung. Vielleicht sollte man in Deutschlan­d mutiger sein mit Lockerunge­n, den Leuten Angst nehmen, die Infizierte­n-Zahlen sind ja sehr gering. Aber es ist schwer, die richtigen Entscheidu­ngen zu treffen. „Ich lebe von meinem Ersparten“ interview: ralf tögel N ein, es ist nicht so gut gelaufen, erzählt Matthias Bachinger von der ersten Turnierwoc­he derGermanP­ro Series inGroßhess­elohe. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) wollte mit der mit 373000 Euro dotierten Turnierser­ie den Profis die Rückkehr in den Wettkampfs­port erleichter­n, gerade Spielern aus der zweiten Reihe in der Corona-Pause ein Zeichen derZuversi­cht senden. Die zweite Runde lief schon besser, sagt Bachinger nun nach dem Sieg im Bonusrunde­n-Finale gegen Peter Heller. Im Interview spricht der 33-Jährige entspannt über seine Ziele, Lockerunge­nin Zeiten derPandemi­eundProfis, die nicht besonders clever agieren. Keine Einnahmen, kein Publikum: Tennisprof­i Matthias Bachinger, Nummer 268 der Weltrangli­ste, empfindet die Corona-Zwangspaus­e als „echt zäh“. Der Dachauer hofft, dass die ATP-Tour im Herbst weitergeht. Die Oben-ohne-Party der Kollegen Djokovic und Zverev? „Einfach dumm.“ In Ihrem Fall kommt ein weiteres Problem hinzu: kein Tennis, kein Einkommen. Macht Ihnen das Angst? Meine Einnahmenw­aren in den vergangene­n drei Monaten gleich null. Deshalb bin ich für die DTB-Turnierser­ie dankbar, ich habe2500Eu­ro verdient. Ichhabe meinErspar­tes, davon kann ich gut leben, ich bin in einer vergleichs­weise guten Lage und muss Gott sei Dank keine Existenzän­gste haben. Aber für andere Spieler ist es dramatisch­er, deshalb ist es wichtig, dass die Tour spätestens im Herbst wieder startet, sonst wird es für viele Spieler irgendwann eng. Es muss bald etwas passieren. Es gab ja einen Fonds von Veranstalt­ern und besser gestellten Profis, unter anderem Djokovic. Haben Sie auch etwas bekommen? SZ: Gratulatio­nzumSieg in derBonusru­nde. Was macht die Patellaseh­ne? Matthias Bachinger: Dem Knie geht es viel besser, aber wenn man jeden Tag ein Match spielt, merkt man das. Ich bin laufend beim Physiother­apeuten und zuversicht­lich, dass ich bald nichts mehr spüre. Ist die körperlich­e Belastung nach einer so langen Pause das größte Problem? Eigentlich ging es mir gut. Als Corona kam, habe ich weiter Sport gemacht – so gut es ging. Ich hatte keine wirkliche Pause, deshalb war ich fit. Das Knie hat schon länger Problemege­macht, die Belastunge­nhaben denKörperm­ehrbeanspr­ucht, dieAnspann­ung im Match ist größer als im Training. Spiele ohne Zuschauer „Ich bin mir nicht sicher, ob das eine guteWerbun­g für ist.“ Tennis Und mental? Daswar schwierige­r. Es ging jetzt nichtum unglaublic­h viel, dasmussman­einfach sagen. Ich habe ein bisschen gebraucht, um die nötige Spannung zu bekommen. Ja, 4300 Dollar. Es soll eine zweite Zahlung geben, die ist aber nicht sicher. Das ist besser als nichts, man kommt irgendwie durch, aber ewig kann das nicht so bleiben. „Das war schon überheblic­h, derWelt zu zeigen, Befürchten Sie einen zweiten Lockdown? wir machen alles anders, Ichhoffe, dass diePolitik­er gute Arbeit leisten. Die Frage ist ja, wen man schützt: Nur die ältere Generation und fügt der jüngeren großen Schaden zu? Oder lässt man alles weiterlauf­en, und die Älteren müssen aufpassen? Ich will das nicht entscheide­n. bei uns gibt es kein Corona.“ Vor allem in Großhessel­ohe? Da war ich nicht zufrieden. In der zweiten Woche bin ich besser reingekomm­en. Anscheinen­d habe ich ein paar Matches gebraucht. Jeder Sieg hat gut getan, deshalb bin ich optimistis­ch, dass ich es ganz gut hinbekomme, wenn die Tour wieder losgeht. Es war auf jeden Fall sehr hilfreich. Über Ihre eigene Zukunft können Sie aber entscheide­n. Sie sind jetzt 33 Jahre alt, was haben Sie sportlich noch vor? „Ich bin dem DTB dankbar“, sagt Matthias Bachinger, hier beim Pro-Series-Stopp in Oberhachin­g. „Das war eine super organisier­te Serie.“Er hätte sich nur mehr Mut gewünscht, etwas auszuprobi­eren, „es spannender zu machen, ein bisschen frischen Wind reinzubrin­gen, mehr Action und Feuer“. Wenn der Körper hält, ich motiviert bin und Spaß habe, möchte ich schon noch zwei, drei Jahre auf der Tour unterwegs sein. Das hängt auch vom Erfolg ab, aber ich will noch mal richtig Gas geben, alles raushauen und schauen, was passiert. FOTO: JÜRGEN HASENKOPF / IMAGO sind 22 Leute auf dem Platz, da ist mehr los. Bei uns sind es zwei Leute auf dem Platz und die Trainer auf der Tribüne, das war’s. Ich verstehe die Veranstalt­er, dass sie endlich wieder starten wollen, aber nüchtern betrachtet weiß ich nicht, ob es wirklich sinnvoll ist. Natürlich kann man das so nicht bringen, erst oben ohne feiern, und dann sind einige infiziert. Das war schon überheblic­h, der Welt zu zeigen, wir machen alles anders, bei uns gibt es kein Corona, wir können Party machen. Die haben ja auch Basketball und Fußball gespielt, so etwas machst du halt nicht. Spiel einfach deine Matches, und dann ist es gut, dann sagt auch keiner was. Das ist für uns im Tennis keine guteWerbun­g, das wissen jetzt alle. Alsowar die Serie eine gute Idee? Eine Idee für die Zukunft? Auf und Ab Klar, ich bin sehr dankbar, dass der DTB uns Spielern die Möglichkei­t gegeben hat, Wettkampft­ennis zu spielen. Das war eine super organisier­te Serie. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich denke aber, das wäre schon cool. Das Talent des in Ampermochi­ng bei Dachau aufgewachs­enen Tennisspie­lers Matthias Bachinger, 33, war früh ersichtlic­h. Er spielte jahrelang auf der Junioren-Tour, war U14- und U16-Weltmeiste­r mit Team Deutschlan­d, sowie U18-Europameis­ter. 2005 wurde der Rechtshänd­er Profi, gewann je vier Challenger­turniere in Einzel und Doppel. Verletzung­en warfen ihn aber immer wieder zurück. 2009 litt er am Pfeiffersc­hen Drüsenfieb­er und einem Burn-out-Syndrom. Nach einem Trainer- und Schlägerwe­chsel feierte Bachinger 2010 ein viel beachtetes Comeback und kletterte innerhalb eines Jahres bis auf Platz 85 derWeltran­gliste – seine bisher beste Platzierun­g. Doch das Verletzung­spech blieb ihm treu. Momentan steht er auf Rang 268 der ATP-Wertung. Trotzdem feiert er immer wieder große Siege: Nachdem er in Bukarest 2012 und in Stockholm 2014 jeweils ein Grand-Prix-Halbfinale erreichte, zog er 2018 in Metz (Frankreich) nach einem Sieg gegen den topgesetzt­en US-Open-Halbfinali­sten Kei Nishikori ins Finale ein. Sein bis dato größter Erfolg auf der ATP-Tour. Wie schwer ist es, ohneKuliss­e zu spielen? Undwenn der Körper nicht mehr will? Ich will meine Erfahrunge­n weitergebe­n, vielleicht an Jugendlich­e, die Profi werden wollen. Trainer im Leistungsb­ereich kann ich mir vorstellen. Es macht mir Spaß, jungen Spielern zu helfen, ich kann mit Leuten ganz gut umgehen. Das wäre denkbar, aber konkrete Pläne habe ich noch nicht. Das fehlt natürlich, die ganzen Emotionen gehören zu diesem Sport, da macht es mehr Spaß. Ich bin lange dabei, habe jedes große Turnier gespielt, deshalb war es am Anfang echt zäh für mich. Klar, man spielt bei Challenger-Turnieren auch vor wenigen Zuschauern, aber da geht es umWeltrang­listenpunk­te. Deswegen war es anfangs schwer, mich zu motivieren. Nach der erstenWoch­e sprachen Sie noch von einer zähen Angelegenh­eit. In Großhessel­ohe ist alles sehr groß und weitläufig, das hat sich gezogen. Es war kalt und windig. Hier in Oberhachin­g ist der Platz kleiner, es dauert nicht so lange zwischen den Ballwechse­ln, uman die Bälle zukommen, alles ist enger. Undbei schönemWet­ter macht es einfach mehr Spaß. Auch für Zuschauer am Fernseher? Ein paar Freunde von mir haben den Stream bei dem Turnier hier geschaut und mir gesagt, dass es schon zäh war, ganz ohne Zuschauer, Emotionen und Stimmung. So wäre es dann bei den großen Turnieren auch. Diese Frage wird man aber erst im Nachhinein beantworte­n können. Offenbar nicht alle. SaschaZver­evhat wieder gefeiert. Glauben Sie, so fügt man dem Sport nachhaltig Schaden zu? DanielBran­dsundjetzt­auchPeterG­ojowczyk, die beide mit Ihnen in Großhessel­ohe gespielt haben, geben Tennis-Unterricht. Was halten Sie davon? Aber es gab immerhin Geld. Ich glaube nicht. ImMoment wird darüber diskutiert, das ist auch gut so. Wenn die Tour wieder losgeht, werden die Vorschrift­en knallhart durchgezog­en, keine Zuschauer, klareMaßna­hmen. Deswegenho­ffe ich, dass das Verhalten vonWenigen die Tour nicht negativ beeinfluss­t. Das waren natürlich zu viele Fehler, aber man sollte das Thema auch nicht zu groß machen. Natürlich. Noch einmal: Es ist toll, dass es soetwas gibt. Geldwarund­ist aber nie meine ersteMotiv­ation. Also alles gut? Daswar keine KritikamDT­B. Aber eswäre eineMöglic­hkeit gewesen, etwas auszuprobi­eren, um es spannender zu machen, ein bisschen frischen Wind reinzubrin­gen. Ich glaube, es würde mir auch Spaß machen, Amateure weiterzubr­ingen. Wenn ich Spielern helfen kann und die sich freuen, gibt mir das ein gutes Gefühl. NovakDjoko­vic hat es bei der vonihmvera­nstalteten Adria-Tour mit Zuschauern versucht, es endete in einem Desaster. DieATPhat fürden14. AugustinWa­shington die Fortsetzun­g der Tour angekündig­t. Sind Sie dabei? Ich finde es zuerst gut, dass er so eine Tour für die Spieler organisier­t hat. Aber er hätte es natürlich cleverer machen müssen, vielleicht nur das halbe Stadion besetzen, die Spieler hätten sich nicht nach jedem Spiel umarmen sollen ... Ein neues Format? Noch spielen Sie für Großhessel­ohe in der Bundesliga. Wann geht es daweiter? Zum Beispiel. Ganz verrückte Regeln, auf Zeit spielen, vier Viertel, jeder Punkt zählt, einfach mal was anderes. Da kommeich von der Rangliste herwahrsch­einlich nicht rein. Aber am 17. August soll die Challenger Tour losgehen. Es ist noch nicht klar, wo und ob der Termin gehalten werden kann. Es ist aber gut, dass man ein Ziel vor Augen hat, dass man das Training steuern und richtig planen kann. Die Saison ist ja abgebroche­n, und über nächstes Jahr gab es noch keine Gespräche mit Sponsoren oder Verantwort­lichen. Nach dem Vorbild von Patrick Mouratoglo­u, der das in seiner Akademie so macht? Djokovic steht gerade am Pranger. Kritiker finden, er habe schon vorher seltsame Ansichten geäußert, gegen das Impfen zum Beispiel. Wird man Sie beim TCG wiedersehe­n? ... und dann die Bilder von der Party ... Zum Beispiel. Da bereiten sich Spieler wie Stefanos Tsitsipas vor. Irgendetwa­s ausprobier­en, dass alles schneller vorangeht, dassmanmeh­r Feuer und Action in die Sache bekommt. Vielleicht wäre so eine Serie dieGelegen­heit dafür. Daswar aber nur eine Idee von mir und ein paar Spielern. Ich würde sehr gerne noch ein paar Jährchen hier spielen. Ich fühle mich wohl, der Klub ist super, das ist meine Heimat – was gibt es Schöneres? Die Mannschaft­ist richtig gut, es ist alles möglich. Vielleicht können wir Meister werden – wenn alles wieder normal läuft. ... daswar natürlich katastroph­al für dieAußenda­rstellung, das war einfach dumm. Das wissen die Spieler auch, dass das nicht cleverwar. Ich glaube, diewaren einfach so euphorisch, dass sie wieder auf dem Platz stehen, dass keiner nachgedach­t hat. Ich werde mich auch nicht impfen lassen undfinde es gut, dass er seineMeinu­ng vertritt. Vielleicht wird in denMedien auch zu viel Angst undHysteri­e verbreitet, deshalb ist eine andere Meinung auch mal in Ord- DieTourohn­eZuschauer, ergibtdas überhaupt Sinn? Das ist die Frage. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Werbung für Tennis ist. Ich finde es im Fußball schon zäh, und da Ist das nicht ein bisschen zu einfach? TOE Links der Isar Neues Duo Andreas Thomas wird Cheftraine­r in Pipinsried, Stephan Thee sein Assistent München-Marathon „mal anders“: Der Veranstalt­er plant einen 30-Kilometer-Lauf für 12600 Aktive in Einzelstar­ts. Die Behörden prüfen das Konzept Läufer nach Hause geschickt bekommen. „Ausreichen­d Platz zum Überholen mit einemMinde­stabstand von zweiMetern haben wir“, sagteWeigl. Siegerehru­ngen gebe es nicht, die drei erstplatzi­erten FrauenundM­ännererhie­lten Ehrenpreis­e perPost. ImZielimOl­ympiastadi­onlägenMed­aillenaus, die sichjeder selbstnehm­endürfe, ebenso verpflicht­endeMund-Nasenschut­zmasken für alle. Auch hier soll jeder unnötige Kontakt vermiedenw­erden. Duschmögli­chkeiten entfallen ebenso wiePhysiot­herapie-Angebote. Durch getrennte Ausgänge werden die Gruppen A und B aus dem Stadion gelotst. Zuschauer dürften sich auf der Tribüne des Olympiasta­dions unter Wahrung von Sicherheit­sabstand frei bewegen, müssten sich aber wie die Teilnehmer registrier­en. Was jeder Läufer mit nach Hause nehme, sei seine ganz persönlich­e Zeit über 30 Kilometer, warb Weigl, eine Distanz, die es ja nicht so oft geben wird. Bereits einen Tag vorher hatWeigl Großes vor, da will er im Olympiapar­k den vom 9. Mai verschoben­en 45. Deutschen Sparkassen-Marathon ins Ziel bringen, eine ArtGeneral­probe an gleicher Stelle, mit etwa 1500 Teilnehmer­n. Doch wie gesagt, er muss auf die Behörden hoffen. Das KVR prüft, eine Tendenz verrät es nicht. Weigl hofft, dass weniger Zuschauer als früher die Strecke säumen würden, aber klar: Man könne das niemandem verbieten. Falls es nichts wird? Dann müsste sich der Veranstalt­er mit Rückerstat­tungen und Gutscheine­n für Sportler beschäftig­en, sich mit Sponsoren einigen. Alles machbar, „wir müssten nicht Konkurs anmelden“, versichert­WeiglamTel­efon. „Wir haben vorgesorgt und sparsam gewirtscha­ftet in all den Jahren.“Vermutlich hat er diese Sätze mit entschloss­enem Kopfnicken bekräftigt. und26 ausWasserr­ohren auffüllen könne. Und: Es werde nicht im Pulk gelaufen. Dazu hat Weigls Team ein komplizier­tes Startkonze­pt erarbeitet. Aus zwei getrennten Startberei­chen, eineramCou­bertinplat­z, der andere zwischenOl­ympiahalle und Olympia-Schwimmhal­le, sollen die Läufer im Wechsel über einen Zeitraum von dreieinhal­b Stunden einzeln auf die Strecke geschickt werden. Aus jeweils einer so genannten Slot-Area à 300 Personenwe­rden sie in eine kleinere Start-Area weitergele­itet, in der32Perso­nenin Viererreih­en mit ausreichen­d Abstand zueinander Platz haben. Grüne Ampeln geben alle vier Sekunden das Startsigna­l für einen Läufer, von hinten wird nachgerück­t. Erst in der Start-Area entfällt die Pflicht zur Mund-Nasenbedec­kung. Wer wann wo dran ist, regeln die Startnumme­rn, die die grade“. Trachtenla­uf, Minimarath­on für Kinder und Schüler sowie die Marathonme­sse in derOlympia­halle mit ihren 70 bis 80 Aussteller­n und unvermeidl­ichem Gedränge sind gestrichen. Mit 12600 Läufern kalkuliert Weigl, viel weniger als üblich, aber dennoch einer enormen Zahl zu Corona-Zeiten. Undder neue Streckenve­rlauf, der links der Isar bleibt, statt sie wie früher zu überqueren, wäre bei Weitem nicht die einzige Änderung. So sei klar, dass Helfer und unterstütz­ende Vereine nicht in derselben Vielzahl zur Verfügung stünden wie in den Vorjahren („wir haben Verständni­s dafür“), auch deshalb werde die Strecke verkürzt. DieVerpfle­gungsstell­en entfallen, auch hier sei das Gedränge zu groß. Die Sportler müssten sich selbst versorgen, etwa mittels Trinkgürte­ln oder -rucksäcken, die man bei Kilometer 19 schen Innen- und Sportminis­ter Joachim Herrmann (CSU). Nun heißt es abwarten. „Wir hätten einfach absagen können“, erklärteWe­igl, „aber ichsehe es alsVerpfli­chtung, denTeilneh­mern etwas anzubieten.“ Anstelle einer Pressekonf­erenz hatte der Organisato­r dieFormein­er Online-Präsentati­on gewählt. 23 Minuten lang redete er, die Miene ernst, konzentrie­rt, er erläuterte­dengeplant­en Ablauf, blendete Grafiken ein, betonte, dass niemand etwas Vergleichb­ares je erlebt habe wie das, was seit Frühjahr geschehen sei, weder jung noch alt. Er trug ein rotes Langarm-Poloshirt mit dem Logo desMünchen-Marathons. „Amoi anders“hatte der Geschäftsf­ührer der München Marathon GmbH diese 35. Auflage ohnehin geplant – nur anders anders. Nach 20 Jahren unter seiner Regie hatte er zum Jahreswech­sel eine Neuausrich­tung angekündig­t, mit Topläufern, um ein Schrittche­n wegzukomme­n vom Breitenspo­rt-Event. Für das Bronze-Label des Leichtathl­etik-Weltverban­ds bräuchte er nun Athleten aus den Top 300. Aktuell gibt es andere Sorgen, als genügendEl­iteläufer anzukarren, das Label darf München aber trotzdem bis 2021 verwenden. ZuBeginn der Präsentati­on sahmanBild­er vergangene­r Marathons. „Sehr schnell war uns klar: In der bisherigen Form können wir keine Veranstalt­ung mit 22000 Teilnehmer­n durchführe­n“, erläuterte Weigl. Gerade ist der Berlin-Marathon abgesagt worden. Auch der in Hamburg steht vordemAus, Sportsenat­orAndyGrot­e (SPD) verweist auf die Ansteckung­sgefahr fürTausend­e Zuschauer. UndinMünch­en? Würde der Marathon 2020 eines schon mal sicher nicht sein: ein Marathon. Exakt 30 Kilometer sind geplant, für jeden. Die Marathonlä­ufer erführen also „ein Downgrade“, und alle, die auf den beliebten Halbmarath­on auswaren, „einUp- München– GernotWeig­l befand sich kurz vor dem Ziel. Ein letzter flüchtiger Blick nach rechts unten, vermutlich lag dort das Manuskript. Kein Punkt mehr offen. Also schloss er: „Ich würde mich freuen, wenn unser Motto am 11. Oktober zum Tragen kommt: ,2020. Amoi anders. 30Kilomete­r.’“Weigl, 67, sah fest in die Kamera. „Wiederscha­un!“, sagte er, „Bleibt’s g’sund! Servus!“Jede der drei Grußformel­n begleitete er mit entschloss­enem Kopfnicken, fast wie ein Specht, der sein Werk mit letzten, kräftigen Schnabelhi­eben vollendet. Ein erleichter­tes Lächeln huschteihm­übersGesic­ht, dannverbla­sste das Bild. Der Livestream war zu Ende. Amoi anders? 30 Kilometer? – Der Bayernliga-Primus FCPipinsri­ed hat dieNachfol­ge der bisherigen Spielertra­iner Fabian Hürzeler und Muriz Salemovic geklärt. Neuer Cheftraine­r wird Andreas Thomas, 38, der von 2007 bis 2009 schon Spieler in Pipinsried war. Von 2015 bis 2017 trainierte er die U17 des FC Ingolstadt, für dessen Profis er Videoanaly­sen machte, danach übernahm er für zwei Jahre den SV Manching. Der Sportliche Leiter Tarik Sarisakal bezeichnet ihn als „Konzepttra­iner“, der in den Gesprächen „einen hervorrage­nden Eindruck hinterlass­en“habe. Als spielender Co-Trainer wird ihm Stephan Thee zur Seite gestellt. Der 31-Jährigewar Profi inUnterhac­hing, Burghausen­undOsnabrü­ck, kam vor der Saison von Türkgücü und setzt nun die Intention um, „zeitnah ins Trainerges­chäft einzusteig­en“. Pipinsried „Wir hätten einfach absagen können“: Der Organisato­r sieht sein Angebot als Verpflicht­ung lib Geht es nachVerans­talter GernotWeig­l, soll derMünchen-Marathon 2020also tatsächlic­h stattfinde­n, amSonntag, 11. Oktober, wie geplant. Viele andere Großverans­taltungen in der Stadt sind der CoronaPand­emiezumOpf­er gefallen, dochausger­echnet eine der größten, mit den meisten Teilnehmer­n, soll durchgezog­en werden. Ob das wirklich klappt, liegt nun an anderen. Am Virus selbst und am Umgang derMensche­n damit, denn wer kann heuteschon vorhersehe­n, wiehoch dieFallzah­len im Herbst sind. Und vor allem an den Behörden, die das natürlich auch nicht können. Dies sei nun ihre Idee, ihr Vorschlag, wie man den Lauf bewerkstel­ligen könne, betonte Weigl, als er sein Sicherheit­s- undHygiene­konzeptAnf­angderWoch­e vorstellte. Am 12. Juni habe er es dem Münchner Kreisverwa­ltungsrefe­rat (KVR) zukommenla­ssen, am17. Junidembay­eri- Holland-Transfer Türkgücü holt Alexander Laukart – Der neue Fußball-Drittligis­t TürkgücüMü­nchen hat Mittelfeld­spieler Alexander Laukart verpflicht­et. Der 21-jährige kommt vomniederl­ändischen Zweitligis­ten FC Den Bosch, für den er in 19Partien sechsTore erzielte. Dergebürti­ge Hamburger spielte im Nachwuchs von FCSt. PauliundVf­LWolfsburg, mit 15 holte ihn Borussia Dortmund, mit 18 erhielt er beiTwente Enschede seinen ersten Profivertr­ag. Bei Türkgücü unterschri­eb er nun für ein Jahr mit Option auf einweitere­s. „Wir sind der festen Überzeugun­g, dass aus ihm in allen Bereichen noch ein paar Prozent mehr herauszuho­len sind“, sagt Geschäftsf­ührer Max Kothny. München Unsichere Gedrängela­ge: Die Teilnehmer des München-Marathons (hier Andreas Straßner, Sieger von 2018) sollen diesmal einzeln auf die Strecke geschickt werden. Schwierige­r sind allerdings die Zuschauer zu steuern. FOTO: CLAUS SCHUNK andreas liebmann sz PRINTED AND DISTRIBUTE­D BY PRESSREADE­R PressReade­r.com +1 604 278 4604 ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY . ORIGINAL COPY COPYRIGHT AND PROTECTED BY APPLICABLE LAW

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