Der Vin­ta­geVi­sio­när

Dank sei­nes Jobs, der ihn von Mia­mi über Chi­ca­go nach New York, bis nach Eu­ro­pa und wie­der zu­rück brach­te, ver­fügt die­ser All­round­künst­ler über ei­ne un­ver­gleich­li­che Äs­t­he­tik

Sweet Paul - - Hobbymaler - Text: Lacey Tay­lor Fo­tos: Paul Lo­we

SCHON IM­MER WAR SE­AN SCHE­RER von der Kon­struk­ti­on neu­er Wel­ten fas­zi­niert. Als Kind be­nutz­te er da­für Baustei­ne oder die Spit­ze sei­nes Blei­stifts. Nach sei­nem Stu­di­um an der Kunst­hoch­schu­le von Chi­ca­go und dem „In­de­pen­dent Stu­dy Pro­gram“des Whit­ney-Mu­se­ums für Ame­ri­ka­ni­sche Kunst in New York leb­te er sei­nen Schöp­fer­geist in sei­ner Kunst aus, die in Ame­ri­ka und Eu­ro­pa aus­ge­stellt wur­de. Als er spür­te, dass er sei­ne krea­ti­ven Mög­lich­kei­ten noch wei­ter ent­de­cken und aus­schöp­fen woll­te, wid­me­te er sei­ne Zu­kunft der Ver­gan­gen­heit, in­dem er „Ka­bi­nett and Kam­mer“, ei­nen zeit­ge­nös­si­schen Ku­rio­si­tä­ten­han­del mit An­ti­qui­tä­ten, Na­tur­wun­dern und Kunst in An­des, New York, grün­de­te. Wenn Se­an nicht ge­ra­de auf der Su­che nach al­ten Vo­gel­kar­ten oder ei­nem aus­ge­stopf­ten Ze­bra um die Welt reist, fin­det man ihn als Pro­fes­sor an der Sta­te Uni­ver­si­ty­of New York in Oneon­ta, als Gast­ge­ber von Din­ner­par­tys in sei­nem mit An­ti­qui­tä­ten ge­füll­ten Farm­haus oder mit ei­nem Mar­ti­ni in der Hand nach ei­nem Ar­beits­tag in New York Ci­ty. Gleich­zei­tig Künst­ler, Leh­rer, Un­ter­neh­mer und De­si­gner zu sein, ge­nügt den meis­ten, um sich hin- und her­ge­ris­sen zu füh­len, aber für Se­an Sche­rer sind dies al­les klei­ne Puz­zel­tei­le sei­ner Krea­ti­vi­tät. Er ist ein Mann der Re­nais­sance und kann das si­cher mit dem ein oder an­de­ren Ar­te­fakt be­wei­sen. Mit sweet paul un­ter­hielt sich Se­an über sei­ne Zu­kunfts­plä­ne für „Ka­bi­nett and Kam­mer“, sei­ne ers­te An­ti­qui­tä­ten­ent­de­ckung und dar­über, was ihn ge­ra­de in­spi­riert.

Lacey: Wie hat Dei­ne Kind­heit Dei­ne Kunst be­ein­flusst?

Se­an: Ich wuchs in Mia­mi auf und rea­li­sier­te gar nicht, wie exo­tisch das war, bis ich das Kun­st­in­sti­tut in Chi­ca­go be­such­te. Die Far­ben der Sub­tro­pen, das Ar­tDe­co-Vier­tel von Mia­mi Beach und der Mix der Kul­tu­ren ha­ben mei­ne Ar­beit stark be­ein­flusst. Da Mia­mi ei­ne sehr neue Stadt ist, war die Idee des Al­ten ein neu­es Kon­zept für mich. Ich den­ke, aus die­sem Wi­der­spruch ist mei­ne Lie­be zu An­ti­qui­tä­ten ent­stan­den.

Lacey: Er­in­nerst Du Dich an Dein ers­tes an­ti­kes Stück?

Se­an: Ja, es war ei­ne Art-De­co-Uhr aus Mes­sing. Ich war 16. Ich be­sit­ze sie noch im­mer, und sie ist nach wie vor ka­putt. Aber es war ih­re Form, die mich da­mals so fas­zi­nier­te. Sie um­gab ei­ne Au­ra des gu­ten De­signs – ich konn­te ein­fach nicht wi­der­ste­hen.

Lacey: Was ist der bes­te krea­ti­ve Rat­schlag, den Du je er­hal­ten hast? Se­an: Tu, was Du am bes­ten kannst.

Lacey: Wie nahm „Ka­bi­nett and Kam­mer“sei­nen An­fang?

Se­an: Ich war sehr oft im An­ti­qui­tä­ten­la­den mei­ner Freun­din Broo­ke Al­der­son in An­des. Sie hat mich bei der Er­öff­nung mei­nes ei­ge­nen Ge­schäfts un­ter­stützt.

Lacey: Was ist Dir de­sign­tech­nisch an Dei­nem Ar­beits­platz am wich­tigs­ten? Se­an: Kom­fort und ein Ge­fühl der Un­aus­weich­lich­keit. Ich brau­che ei­nen Ort, der sich selbst wei­ter­ent­wi­ckelt.

Lacey: Wie hat sich Dein Ge­schmack bei An­ti­qui­tä­ten im Lauf der Jah­re ver­än­dert?

Se­an: Ich fei­le stän­dig an mei­nem Au­ge und bin mu­ti­ger in mei­nen Zu­sam­men­stel­lun­gen ge­wor­den.

Lacey: Was ist Dei­ne Lieb­lings­ent­de­ckung bis­her?

Se­an: Ein 25 cm lan­ger, falt­ba­rer Le­der­pa­ra­vent aus den 1940ern. Ich ha­be ihn vor Jah­ren in Hel­sin­ki ent­deckt.

LINKS: SE­AN SCHE­RER IST KÜNST­LER UND UN­TER­NEH­MER ZU­GLEICH LIN­KE SEITE: IN SEI­NEM HAUS SCHAFF­TE SE­AN VIE­LE GE­MÜT­LI­CHE RÜCKZUGSORTE

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