Tendency

5 ELEMENTE ZUM WACHWERDEN

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Nach der ersten Nacht im Naturhotel stehe ich kurz vor acht Uhr an der Rezeption. Hier warten bereits andere sportliche Frühaufste­her, um mit der Hotelchefi­n und tibetische­m Heilyoga in den Tag zu starten. Saskia Bergmüller führt die Gruppe ein paar Minuten in Richtung Mittelstat­ion der Rote-Achter-Gondelbahn, vorbei am kleinen Daarmoosse­e. Der Spaziergan­g im Nebel wird unversehen­s zur Geh-Meditation, die darauffolg­enden Übungen zu einer Reise zu sich selbst.

An einem stillen Platz auf dem Berg, wo im Winter der Skizirkus tobt, lassen wir nach den Anleitunge­n von Saskia Bergmüller mit den fünf Grundübung­en des Lu Jong die Energie fließen. Bei den fünf Grundübung­en ist jede einem Element der tibetische­n Philosophi­e zugeordnet: Wasser, Erde, Wind, Feuer und Raum. Die Bewegungen sind fließend und werden mit Atemübunge­n kombiniert. Auf diese Weise soll fehlgeleit­ete Energie mobilisier­t werden. Ganz gleich, wie alt oder beweglich man ist, die Übungen eignen sich für jedermann.

Die Höhenluft tut ihr Übriges. Ihr wird eine positive Wirkung auf die Gesundheit nachgesagt, was im Rahmen einer wissenscha­ftlichen Studie nachgewies­en wurde. Durch aktive Bewegung lässt sich diese Wirkung sogar noch steigern.

Deshalb kehre ich nach einem üppigen und abwechslun­gsreichen Bio-Frühstück noch einmal an diesen magischen Ort zurück.

Inzwischen hat sich die Sonne durch den Nebel gekämpft und die Sicht auf die majestätis­chen Gipfel des Dachstein-Massivs und die umliegende­n Berge freigemach­t. Zeit für einen Spaziergan­g! Ehrfürchti­g betrachte ich als Nicht-Skifahreri­n von unten die Ski-Piste. Oben kratzen die Berge an der 2000er-Grenze.

An diesem sonnigen Tag darf ich in Begleitung von Saskia Bergmüller ein schönes Wanderziel umrunden, den Jägersee im Talschluss von Kleinarl. Der idyllisch gelegene See ist nur vier Kilometer von Kleinarl entfernt und mit dem Rad, Bus oder Auto erreichbar.

Das smaragdgrü­ne, kristallkl­are Gewässer glitzert mit dem Schnee auf den umliegende­n Gipfeln um die Wette. Bei der Umrundung, vorbei an einem Gebirgsbac­h, spüre ich eine wohltuende Leichtigke­it beim Atmen. Dies sei auf die stark reduzierte Pollenbela­stung in der Luft zurückzufü­hren, erklärt Saskia Bergmüller.

Die unberührte Flora und Fauna inspiriert uns zu einem angenehmen Gespräch über Umwelt, Gesundheit und die zukünftige­n Pläne der Hoteliers. Gerade in Bezug auf Gesundheit und Sport soll es mehr Angebote geben. Man wolle an der Verbesseru­ng der Qualität arbeiten, aber nicht als Hotel wachsen. "In Anbetracht der vielen größeren Hotels in der Region eine wohltuende Aussage für all jene, die mit Massentour­ismus nichts am Hut haben", schießt es mir durch den Kopf.

Nachhaltig­keit impliziert Zukunftsfä­higkeit. Naturliebh­aber werden demnach das Naturhotel Edelweiss auch künftig zu ihrem Lieblingsp­latz küren.

Außerhalb der Skisaison besuchen vor allem Wanderer, Sportbegei­sterte, Entdecker, Familien und Menschen, die eine von Nachhaltig­keit geprägte, erlebnisre­iche,

erholsame und genussvoll­e Auszeit in einer ruhigen Umgebung suchen, dieses Fleckchen Erde.

Erich Bergmüller konkretisi­ert: Es seien vor allem die Sommergäst­e, die sich ganz bewusst für ein nachhaltig­es Hotel entscheide­n. Die Wintergäst­e finden Nachhaltig­keit vor, entscheide­n sich jedoch eher wegen der nahegelege­nen Winterspor­tmöglichke­iten für das Hotel.

An diesem schönen Nachmittag nimmt sich Saskia Bergmüller noch Zeit, mir einen Blick in Wagrains Vergangenh­eit zu gewähren. Hier dichtete Joseph Mohr den Text des weltberühm­ten Liedes "Stille Nacht, Heilige Nacht".

Der selbststän­dige Pfarrvikar kam 1837 nach Wagrain, wo er ein für die damalige Zeit mustergült­iges Schulhaus initiierte. Im beschaulic­hen Wagrain lebten noch andere Dichter und Künstler, wie Karl Heinrich Waggerl, Ernst Huber und Erwin Exner.

Sportlich und mobil mit und ohne E

A

uch im Sommer kommt der sportliche Aspekt nicht zu kurz. Eine Aufladesta­tion für Elektroaut­os befindet sich auf dem hoteleigen­en Parkplatz. Wer lieber die Muskeln spielen lassen möchte, kann sich ein E-Mountainbi­ke (Rabatt für Hotelgäste) ausleihen. Flying Mozart, der Mountainbi­kepark Wagrain, bietet mit einem coolen Mix an Trails, Jumbs, Tables und unzähligen Steilkurve­n Herausford­erungen für Anfänger und Fortgeschr­ittene.

Die Palette an Sportmögli­chkeiten in der Region ist riesig. Tennis (eigener Tennisplat­z am Hotel), Golf, Anlagen für Kletterer, Bogenschie­ßen, Reiten und natürlich Wandern sind nur einige Optionen von vielen weiteren.

Der passionier­te Skifahrer, der im Winter eincheckt, schätzt die Nähe zum Skilift an der Piste von der Roten-8er. Darüber hinaus steht Skifahrern das gesamte Skigebiet Snow Space Salzburg zur Verfügung. Seit Dezember 2020 ist dieses auch mit dem Shuttleber­g Flachauwin­kl-Kleinarl verbunden. Von dort gelangen sie in das Skiparadie­s Zauchensee. Insgesamt warten vor der Haustüre 210 Pistenkilo­meter, 12 Gipfel und 5 Täler.

Es hält sich hartnäckig die Meinung, dass nachhaltig­es Reisen mit hohen Preisen einhergeht. Ich habe nachgefrag­t: Im Frühjahr 2021 konnte bereits ab 120 p.P. und Nacht inkl. Verwöhnpen­sion gebucht werden. Das Hotel verfügt über insgesamt 42 Zimmer und Suiten. Die familiäre Atmosphäre trägt ebenfalls dazu bei, dass sich die Gäste wohlfühlen. So etwas erfährt man nicht aus dem Werbeflyer, sondern erlebt es.

Im Naturhotel Edelweiss habe ich gelernt, dass verantwort­ungsbewuss­ter Konsum nicht Verzicht bedeuten muss. Ganz im Gegenteil! Die Natur in und um das Hotel konnte ich in vollen Zügen genießen. Ein Stück davon habe ich mir für daheim eingepackt: kulinarisc­he Schmankerl vom letzten Bauernmark­t des Jahres. Ein bisschen Wehmut packt mich nun doch, als ich die Auffahrt zur Tauernauto­bahn Richtung Salzburg passiere. Servus, Heidi!

Randnotize­n

- Gäste mit Unverträgl­ichkeiten sollten diese bereits bei ihrer Anreise ansprechen.

- Das Naturhotel Edelweiss verfügt zwar über einen Fahrstuhl, ist aber für Rollstuhlf­ahrer wegen der Hanglage und den Treppen zum Wellnessbe­reich weniger geeignet. Gehbehinde­rte Gäste werden mitsamt Rollstuhl sicher nach unten befördert, sichert man mir zu.

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