6 Luft­be­feuch­ter

Test Journal - - INHALT - VON RI­CAR­DO PET­ZOLD

∙ Der Hei­zungs­tro­cken­heit ent­ge­gen

Zum Start der Heiz­pe­ri­ode gilt es, die Luft in den Wohn­räu­men zu op­ti­mie­ren. Ne­ben aus­rei­chend Frisch­luft ist da­für ei­ne aus­ge­gli­che­ne Luft­feuch­te un­er­läss­lich. So muss in den meis­ten Fäl­len die tro­cke­ne Raum­luft mit zu­sät­li­cher Feuch­tig­keit ver­se­hen wer­den. Wir neh­men die da­zu pas­sen­den Ge­rä­te für Sie un­ter die Lu­pe.

Die Luft­feuch­te­kon­zen­tra­ti­on in der Raum­luft hängt von den äu­ße­ren Be­din­gun­gen ab. Grund­sätz­lich schließt sich die Feuch­te in der Luft gern küh­le­ren Luft­schich­ten an, wes­halb sich beim Lüf­ten im Win­ter auch die re­la­ti­ve Luft­feuch­te im Raum re­du­ziert. Im Som­mer, wo es oft drau­ßen wär­mer als im Raum ist, ist die per­fek­te Luft­feuch­te, die zwi­schen 40 und 60 Pro­zent liegt, meist ge­ge­ben. Dar­über hin­aus sor­gen Hei­zun­gen da­für, dass die Luft­feuch­te in klas­si­schen Wohn­räu­men kon­ti­nu­ier­lich re­du­ziert wird. Je nach Hei­zungs­an­la­ge so­wie dem Wohn­zim­mer­am­bi­en­te (hier spielt auch der Fuß­bo­den­be­lag ein gro­ße Rol­le) muss der Luft­feuch­te­ge­halt auf­ge­bes­sert wer­den, um Er­käl­tun­gen zu ver­mei­den. Die Luft­feuch­te im Raum sorgt auch für Ihr ge­sund­heit­li­ches Wohl­be­fin­den. ¢e ge­rin­ger die­se ist, um­so mehr trock­nen Schleim­häu­te im Ra­chen und der Na­se aus. Die Fol­ge ist, dass sich Bak­te­ri­en­kul­tu­ren auf den schlecht be­netz­ten Schleim­häu­ten op­ti­mal ver­meh­ren kön­nen, da die­se nicht freucht ge­hal­ten und die Krank­heits­er­re­ger da­mit in ih­rer Ent­wick­lung ge­stört wer­den. Al­les ist re­la­tiv Die re­la­ti­ve Luft­feuch­te gibt an, wel­che Was­ser­men­ge tat­säch­lich in der Luft ge­spei­chert ist. Dies ist aber ab­hän­gig von der Luft­tem­pe­ra­tur und je hö­her die­se ist, des­to mehr Was­ser kann die Luft auf­neh­men. Im Som­mer em5fin­det man ei­ne ho­he Luft­feuch­te von z. B. 80 Pro­zent als schwül, bei 30 °C Luft­tem­pe­ra­tur ent­spricht dies et­wa 24 Gramm Was­ser pro Ku­bik­me­ter Luft. Bei Tem­pe­ra­tu­ren um den Ge­frier­punkt ent­spre­chen 80 Pro­zent re­la­ti­ver Luft­feuch­te aber nur noch et­wa 4 Gramm Was­ser pro Ku­bik­me­ter Luft und 80 Pro­zent sind ein Wert, der qua­si uner­reich­bar ist. Re­al sind 40 Pro­zent die Re­gel, je nach Wet­ter­la­ge auch so­gar un­ter 30. Dies be­deu­tet, dass die Schleim­häu­te qua­si gar nicht mehr ex­tern be­feuch­tet wer­den. Der „phy­sio­lo­gi­sche Be­hag­lich­keits­be­reich“liegt bei 40 bis 65 Pro­zent re­la­ti­ver Luft­feuch­te und dies be­deu­tet im Win­ter, dass der Luft Was­ser zu­ge­führt wer­den muss. Un­ter­schied­li­che Ver­fah­ren Die Luft­be­feuch­tung im Raum kann ver­schie­den op­ti­miert wer­den. Ganz klas­sisch sind da­bei die Was­ser­scha­len die an Heiz­kör­pern auf­ge­hängt wer­den oder auf die­se ge­stellt wer­den. Die­se Mög­lich­keit ist seit Jahr­zehn­ten be­währt, schafft es aber in den heu­ti­gen, oft hoch­tech­ni­sier­ten Räu­men nicht die Luft­feuch­te zu re­gu­lie­ren. Wir ha­ben des­halb je drei Ge­rä­te aus zwei ver­schie­de­nen Luft­be­feuch­ter­grup­pen für den Test aus­ge­wählt. Die ers­te Gat­tung sind die Ul­tra­schall-Luft­be­feuch­ter, auch schlicht „Ver­neb­ler“ge­nannt. Die­se sind die größ­te Grup­pe der auf dem Markt be­find­li­chen Luft­be­feuch­ter und in di­ver­sen For­men, Grö­ßen, Preis­klas­sen und mit ei­ner mal mehr, mal we­ni­ger um­fang­rei­chen Aus­stat­tung er­hält­lich. Ein­mal mehr rich­tet sich hier das pas­sen­de Ge­rät nach den per­sön­li­chen und bau­tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen. Der pas­sen­de Luft­be­feuch­ter soll­te na­tür­lich für die ei­ge­ne Raum­grö­ße op­ti­miert sein, denn ein Ge­rät was für 20 Ku­bik­me­ter aus­ge­legt ist, wird es nicht schaf­fen ei­nen 40 Ku­bik­me­ter gro­ßen Raum aus­rei­chend zu be­feuch­ten. Die Ver­ne­be­lungs­leis­tung der Ge­rä­te ist nicht al­les, auch die Fra­ge der „Ne­bel­qua­li­tät“, al­so der Feucht­luft­ver­wir­be­lung, ist ei­ne wich­ti­ge. Schwingt die Ul­tra­schall-Mem­bran nicht schnell gut, wer­den ver­gleichs­wei­se gro­ße Was­ser­trop­fen er­zeugt: Der Ne­bel ist sehr feucht, ist „schwer“, sinkt schnell zu Bo­den, ver­teilt sich al­so nicht weit­räu­mig in der Luft. Die Fol­ge: Un­schö­ne Was­ser­la­chen am Stand­ort, ggf. durch­feuch­te­te Tep­pi­che, al­les was der Nut­zer im Haus­halt al­so nicht mag. Bei un­se­rem Test tritt die­se Pro­blem bei kei­nem der vier Ver­ne­be­lungs­ge­rä­te auf.

Selbst in der höchs­ten Stu­fe ha­ben wir we­der auf den Ge­rä­ten von Ste­ba, Klar­stein, Sich­ler und Dy­son Was­ser­trop­fen aus­ge­macht, noch im Um­kreis der Ge­rä­te feuch­te Stel­len ge­fun­den. Un­ter­schie­de sind zwi­schen den Ge­rä­ten aber trotz­dem zu fin­den, denn die Ven­ti­la­tor­leis­tung un­ter­schei­det sich stark. Das Dy­son-Ger/t in sei­nem [email protected]­schen _ut­fit kann hier deut­lich durch ei­nen wei­ten Aus­wurf der an­ge­rei­cher­ten Luft punk­ten, wäh­rend die Be­feuch­ter Ste­ba Aro­ma-Luft­be­feuch­ter LB 10 und Klar­stein Cu­bix die an­ge­rei­cher­te Luft eher sanft nach oben aus­wer­fen und auf ei­ne aus­rei­chen­de Zir­ku­la­ti­on der Raum­luft set­zen. Ein nicht zu un­ter­schät­zen­des Pro­blem bei Ver­neb­lungs-Luft­be­feuch­tern ist es, dass das Was­ser mit­samt sei­ner Be­stand­tei­le ver­teilt wird. Auch wenn die Her­stel­ler in ih­ren An­lei­tun­gen im­mer wie­der für die Ver­wen­dung von de­stil­lier­tem Was­ser wer­ben, ist es in der Pra­xis eher an der Ta­ges­ord­nung, dass die Was­ser­tanks mit Lei­tungs­was­ser be­füllt wer­den. Be­denkt man, dass in Win­ter­mo­na­ten nicht sel­ten 45 und mehr Li­ter Was­ser in ei­ner Woh­nung ver­teilt wer­den müs­sen, um ein an­ge­neh­mes Raum­kli­ma zu hal­ten, ist dies auch die ein­zi­ge prak­ti­ka­ble Lö­sung. Denn wer will schon beim wö­chent­li­chen Fa­mi­li­en­ein­kauf sie­ben oder mehr Ka­nis­ter de­stil­lier­tes Was­ser zur Raum­be­feuch­tung mit­neh­men. Ist das hei­mi­sche Was­ser sehr hart – sprich mit Mi­ne­ra­li­en wie Kalk an­ge­rei­chert – soll­te dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass die Luft­be­feuch­ter Fil­ter­ein­hei­ten in­te­griert ha­ben. In un­se­rem Test­feld ist das bei dem Sich­ler- und Klar­stein-Ger/t der [all. Xausch­ba­re 4ar­ti­kel­fil­ter sor­gen bei die­sen Ge­rä­ten da­für, dass Kalk­par­ti­kel nicht in die Luft ge­wir­belt wer­den. Sind der­ar­ti­ge Fil­ter nicht vor­han­den und das hei­mi­sche Was­ser hart, kommt es nicht sel­ten zu un­schö­nen Abla­ge­run­gen auf Mö­beln und Ge­rä­ten.

Ver­duns­tung

Auf ei­ne an­de­re Ar­beits­wei­se set­zen die Luft­be­feuch­ter Phi­lips HU4803 und Phi­lips HU4811. Die­se Ge­rä­te ver­tei­len die feuch­te Luft über ei­ne Na­no Cloud. Die­ses mo­dern klin­gen­de Wort be­deu­tet nicht mehr, als dass die­se Luft­be­feuch­ter die Feuch­te mit­hil­fe von Ver­duns­tung auf gro­ßen Flä­chen und an­schlie­ßen­de Ven­ti­la­ti­on der Luft aus­brin­gen. Bei den gro߃/chi­gen Ver­duns­tungsƒ/chen han­delt es sich zu­dem um Fil­ter die auch aus­ge­tauscht wer­den kön­nen. Phi­lips ver­spricht da­von nicht nur sau­be­re­re und kalk­freie Luft, son­dern gibt auf der Ver­pa­ckung auch an, dass die so ver­brei­te­te Feucht­luft deut­lich keim­frei­er ist als all je­ne der Ver­neb­ler. Fakt ist, dass die von die­sen Ver­duns­ten aus­ge­sto­ße­ne Luft im Test na­he­zu kei­ne Kalk­par­ti­kel be­inhal­tet, so­mit auch bei har­tem Was­ser nicht mit Ve­r­un­rei­ni­gun­gen zu rech­nen ist. Doch kein Licht oh­ne Schat­ten: Wäh­rend die Ver­neb­ler in der Re­gel oh­ne Ver­brauchs­ma­te­ri­al aus­kom­men, soll­ten beim Ver­duns­ter die Fil­ter in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den ge­tauscht wer­den. 4hi­li5s em5fiehlt sei­nen Kun­den, dies al­ler drei Mo­na­te zu er­le­di­gen. )eue Luf­be­feuch­ter­fil­ter kos­ten ak­tu­ell um die 10 Eu­ro.

War­me oder kal­te Luft

Im Som­mer darf es gern et­was küh­ler sein, aber gera­de im Win­ter mö­gen es die Meis­ten zu Hau­se eher mol­lig warm. Kal­ter Was­ser­ne­bel wird da­bei oft als stö­rend emp­fun­den. Die In­dus­trie hat das er­kannt: Die Test­kan­di­da­ten von Klar­stein und Ste­ba ha­ben des­halb ei­ne Heiz­funk­ti­on in­te­griert. Hier wird das Was­ser er­wärmt, wo­durch auch die zu ver­ne­beln­de Luft er­wärmt wird, die dann mehr Was­ser auf­neh­men kann. Beim Dau­er­be­trieb zum Bei­spiel des LB 10 von Ste­ba ist aber zu be­den­ken, dass das elek­tri­sche Be­hei­zen ein Mehr­fa­ches der für das Zer­stäu­ben be­nö­tig­ten Ener­gie braucht. Die Ener­gie­kos­ten spre­chen im Üb­ri­gen ge­ne­rell eher für die Ver­neb­ler, die mit un­ter 20 Watt doch teil­wei­se deut­lich un­ter den Ener­gie­kos­ten der Zer­stäu­ber ar­bei­ten. Wäh­rend der Phi­lips HU4803 bei 10 St­un­den täg­li­chen Be­trieb rund 6 Cent Ener­gie­kos­ten pro Tag ver­ur­sacht, sind es beim Ste­ba Ge­rät bei ab­ge­schal­te­ter Hei­zung rund 14 Cent, mit Hei­zung rund 35 Cent pro Tag.

Rei­ni­gung

Die Hy­gie­ne spielt bei Luft­be­feuch­tern ei­ne wich­ti­ge Rol­le, schließ­lich wird die Flüs­sig­keit des Was­ser­be­häl­ters in der Raum­luft ver­sprüht. Even­tu­ell im Was­ser ent­hal­te­ne Kei­me oder Bak­te­ri­en ge­lan­gen so­mit eben­falls in die At­mo­sphä­re. Das Wich­tigs­te ist, stets fri­sches Was­ser zu nut­zen. Soll­te das Ge­rät ei­ni­ge Ta­ge ge­stan­den ha­ben, em5fiehlt es sich das Was­ser aus­zu­tau­schen. Dar­über hin­aus soll­ten die Was­ser­be­häl­ter und die Ul­tra­schall-Mem­bran in an­ge­mes­se­nen In­ter­val­len ge­rei­nigt wer­den. Bei den Ver­neb­lern ist ein Tausch des Fil­ters in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den wich­tig. Die ;ei­ni­gung der im Xest be­find­li­chen 0erä­te ist sehr un­ter­schied­lich mög­lich. Am schlech­tes­ten schnei­det bei die­sem Test­teil das von Pe­arl ver­trie­be­ne Sich­ler-Ge­rät NX-1308 ab, da sich die ent­spre­chen­den zu rei­ni­gen­den Tei­le nur knif­fe­lig aus­bau­en las­sen. Doch auch der Was­ser­be­häl­ter des Dy­son AM10 ist nicht ein­fach zu rei­ni­gen, Abla­ge­run­gen sind auf­grund der klei­nen Öff­nung nur schwer er­reich­bar. Bei den rest­li­chen Ge­rä­ten im Test­feld ist ei­ne un­kom­pli­zier­te Rei­ni­gung mög­lich

(1) Das Touch­screen-Dis­play des Klar­stein Cu­bix ist auch bei ho­her Licht­ein­strah­lung noch gut les­bar (2) Wird der Was­ser­tank des Dy­son AM10 ent­fernt wird die Ul­tra­schal-Mem­bran sicht­bar, auch die­se soll­te hin und wie­der von Abla­ge­run­gen und Kalk be­freit wer­den

(3) Klein aber fein: / " Y des Ste­ba-Ge­rä­tes soll Kalk und an­de­re Mi­ne­ra­li­en nach dem Zer­stäu­bungs­vor­gang ent­fer­nen, der Fil­ter ist leicht wech­sel­bar (4) Bei den Phi­lip­sMo­del­len ist ein Fil­ter in­te­griert, der re­gel­mä­ßig ge­tauscht wer­den muss. Er­satz-Fil­ter kos­ten knapp 10 Eu­ro

(5) Der Tank des Klar­stein Cu­bix lässt sich gut ent­neh­men und di­rekt un­ter dem Was­ser­hahn be­fül­len. Dank des gro­ßen Tank­vo­lu­mens von 5,5 l ist er op­ti­mal für Lang­zeit­be­feuch­tung nutz­bar (6) Der Dy­son AM10 ist ne­ben dem Klar­stein-Ge­rät ei­ner von zwei Luft­be­feuch­tern im Test­feld die auch fern­be­dien­bar sind

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