Blut­druck­mess­ge­rä­te

Test Journal - - INHALT - VON RI­CAR­DO PET­ZOLD

Selbst­kon­trol­le für die Ge­sund­heit

Das The­ma Ge­sund­heits­vor­sor­ge wird in un­se­rer Ge­sell­schaft groß ge­schrie­ben. Das ist gut so, schließ­lich soll­te je­der auf sei­nen Kör­per ach­ten, Sym­pto­me ernst neh­men und mög­li­che Ri­si­ken mi­ni­mie­ren. Die Blut­druck­kon­trol­le ge­hört da­bei zu den ein­fachs­ten Din­gen, die wir selbst im Blick hal­ten kön­nen.

Zu den größ­ten Ri­si­ko­fak­to­ren beim mo­der­nen Men­schen ge­hört das Herz-Kreis­lauf­sys­tem. Un­ge­sun­de Er­näh­rung, Stress und wei­te­re äu­ße­re Ein­flüs­se be­ein­flus­sen es zum Teil ne­ga­tiv. Nicht we­ni­ge Deut­sche lei­den un­ter Blut­hoch­druck. Ge­ra­de die­se Men­schen soll­ten den Blut­druck in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den kon­trol­lie­ren. Dies wird in Arzt­pra­xen und Apo­the­ken un­ter me­di­zi­ni­scher Fach­kennt­nis durch­ge­führt – für die all­täg­li­che Kon­trol­le und Lang­zeit­über­wa­chung bie­tet sich je­doch zu­sätz­lich ein Ge­rät für Zu­hau­se an. Blut­druck­mess­ge­rä­te für den Heim­ge­brauch sind mitt­ler­wei­le zu güns­ti­gen Prei­sen, oft un­ter 50 Eu­ro im Han­del er­hält­lich. Doch tau­gen die­se Pro­duk­te und was ist bei der Be­nut­zung der Ge­sund­heits­hel­fer zu be­ach­ten? Wir ha­ben fünf ak­tu­el­le Blut­ruck­mess­ge­rä­te ge­nau­er un­ter die Lu­pe ge­nom­men.

Port­fo­lio

Eins vor­weg, die häus­li­che Blut­druck­mes­sung er­setzt kei­nes­falls den re­gel­mä­ßi­gen Gang zum Arzt. Zu­dem emp­feh­len wir den In­ter­es­sen­ten die­ser Ge­rä­te vor der Mes­sung mit dem er­wor­be­nen Ge­rät den Haus­arzt auf­zu­su­chen, dort ei­ne pro­fes­sio­nel­le Mes­sung durch­füh­ren zu las­sen und im An­schluss zu prü­fen, ob das ei­ge­ne Ge­rät eben­falls den ärzt­lich er­mit­tel­ten Mess­wert lie­fert. Zwar sind die Ge­rä­te zer­ti­fi­ziert und so­mit ge­normt, hin und wie­der kommt es bei Pa­ti­en­ten aber trotz­dem zu Ab­wei­chun­gen zwi­schen der ei­ge­nen Mes­sung und ärzt­lich er­mit­tel­ten Wer­ten. Das liegt nicht sel­ten am Kör­per­bau. Nicht je­der Kör­per ist gleich und nicht bei je­dem Pa­ti­en­ten lässt sich der Blut­druck gleich ver­läss­lich mes­sen. Be­vor al­so über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum die fal­schen wer­te er­mit­telt wer­den, ist es sinn­voll dem vor­zu­beu­gen. Hin­zu kommt, dass auf dem Markt ver­schie­de­ne Ge­rä­te zur Ver­fü­gung ste­hen. Zum ei­nen Ober­arm­mess­ge­rä­te, aber auch Hand­ge­lenk­mess­ge­rä­te sind ver­füg­bar. Letz­te­re wa­ren als ers­te für den Heim­ge­brauch er­hält­lich. Erst in den letz­ten Jah­ren ha­ben sich die Ober­arm­mess­ge­rä­te durch­ge­setzt, wel­che ei­ne prä­zi­se­re und zu­ver­läs­si­ge­re Mes­sung zu­las­sen. In un­se­rem Test­feld be­fin­den sich vier Ober­arm- und ein Hand­ge­lenk-Mess­ge­rät.

Aus­stat­tung

Un­ter­schie­de im Test­feld sind in ers­ter Li­nie bei der Aus­stat­tung zu fin­den. Von den vier Ober­arm-Mess­ge­rä­ten ver­fügt das So­ehn­le Sys­to Mo­ni­tor Con­nect 300 über den größ­ten Funk­ti­ons­um­fang. Das Ge­rät hat Blue­tooth in­te­griert, wo­durch die er­mit­tel­ten Mess­wer­te un­kom­pli­ziert zum Smart­pho­ne über­tra­gen wer­den kön­nen. Dies ist be­son­ders dann von Vor­teil, wenn der Blut­druck nicht nur stich­pro­ben­ar­tig son­dern lang­fris­tig kon­trol­liert wer­den soll. Ei­ne ent­spre­chen­de kos­ten­los ver­füg­ba­re App des Her­stel­lers sam­melt die er­mit­tel­ten Wer­te und kann die­se so­gar gra­phisch auf­be­rei­ten, so dass für den Nut­zer ver­deut­licht wird, wann Blut­druck­spit­zen und wann ein eher ent­spann­ter Blut­druck er­mit­telt wur­de. Et­was scha­de ist al­le­rings das die­se App nicht mit den He­alth-An­ge­bo­ten der Smart­pho­ne Her­stel­ler kom­mu­ni­ziert. be­sit­zer von Samsung Smart­pho­nes müs­sen die Wer­te ma­nu­ell in die ent­spre­chen­de He­alth-App, die deut­lich mehr als nur die Blut­druck- und Puls­wer­te spei­chert, ein­tra­gen. Das New­gen Me­di­cals Blut­druck­mess­ge­rät un­ter­schei­det sich eben­falls von den rest­li­chen Kan­di­da­ten im Test­feld. Es eig­net sich be­son­ders gut für äl­te­re, seh­be­hin­der­te An­wen­der, da es zum ei­nen über ein sehr gro­ßes gra­phi­sches Dis­play ver­fügt, das so­gar be­leuch­tet ist, des wei­te­ren aber die Mess­wer­te auch akus­tisch aus­gibt. Das Ge­rät in­for­miert den Nut­zer über Sprach­aus­ga­be (in Eng­lisch, Deutsch und Fran­zö­sisch

ver­füg­bar), wenn die Mes­sung be­ginnt und gibt auch die er­mit­tel­ten Wer­te per Sprach­aus­ga­be aus. Zu­dem wird dem Nut­zer ei­ne Ein­schät­zung des Mess­wer­tes mit­ge­teilt. Da­bei wird nicht nur der Blut­druck an­hand der WHO-Ska­la aus­ge­wer­tet son­dern auch der Puls­wert.

Ein­schät­zung der Wer­te

Na­tür­lich ist die Blut­druck­mes­sung das ei­ne, das an­de­re ist aber die Wer­te rich­tig le­sen zu kön­nen. Der ers­te Wert, der sys­to­li­sche, gibt den Blut­druck an, der beim Ent­lee­ren der lin­ken Herz­kam­mer in den Ar­te­ri­en ent­steht. Al­so wenn das Herz sich an­spannt, um Pump­leis­tung zu brin­gen und so­mit das Blut in den Kör­per drückt. Er ist im­mer der hö­he­re Wert. Der zwei­te Wert ist der di­as­to­li­sche Wert. Die­ser be­zeich­net den Blut­druck, der wäh­rend der Er­schlaf­fungs­pha­se vom Herz in den Ar­te­ri­en herrscht, al­so wenn die Herz­kam­mern sich öff­nen und Blut in die Kam­mern ein­fließt. Für die Deu­tung der Wer­te hat die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO Richt­wer­te aus­ge­ge­ben, an de­nen sich die Blut­druck­mess­ge­rä­te­her­stel­ler ori­en­tie­ren. Al­le fünf Test­kan­di­da­ten ha­ben die WHO-Emp­feh­lungs­ta­bel­le in­te­griert und ord­nen den ge­mes­se­nen Wert in­ner­halb ei­ner sechs­glied­ri­gen Ska­la ein. Die un­te­ren drei mit Grün be­zeich­ne­ten Stu­fen sind da­bei un­pro­ble­ma­tisch, wer mehr­fach im obe­ren mit Rot mar­kier­ten Drit­tel misst, soll­te ei­nen Arzt auf­su­chen und den zu ho­hen Blut­druck ab­klä­ren las­sen. Wich­tig ist bei der Blut­druck­mes­sung auch zu ver­schie­de­nen Ta­ges­zei­ten zu mes­sen. Wer bei der mes­sung in den Mor­gen­stun­den im grü­nen Be­reich der WHO-Ska­la tan­giert, kann bei ei­ner abend­li­chen Mes­sung schon im kri­ti­schen Be­reich lan­den.

Puls­mes­sung

Zu­sätz­lich zum Blut­druck mes­sen die fünf Test­kan­di­da­ten auch den Puls mit. Zwei­fel­los, auch mo­der­ne Smart­wat­ches kön­nen heu­te schon die Puls­mes­sung durch­füh­ren und im Ge­gen­satz zum Blut­druck lässt sich der Puls auch kom­plett oh­ne Mess­ge­rät nach­wei­sen und ein­ord­nen. Trotz­dem ist die Mes­sung mit den Blut­druck­mess­ge­rä­ten selbst­ver­ständ­lich ge­nau­er als die Be­stim­mung mit Stopp­uhr und Er­tas­ten. Doch auch beim Puls gilt, er soll­te rich­tig ge­deu­tet wer­den. Im Ge­gen­satz zum Blut­druck ist der Nut­zer hier­bei mit ei­ner Aus­nah­me, dem New­gen Me­di­cals Ge­rät, sich selbst über­las­sen. Wäh­rend die Ge­rä­te von So­ehn­le, Me­dis­a­na und Pro­fiCa­re die Puls­ana­ly­se kom­plett dem Be­nut­zer über­las­sen, gibt das New­gen Ge­rät zu­min­dest akus­tisch an, wenn der Puls zu hoch ist. Die Deu­tung des Pul­ses ist al­ler­dings kein He­xen­werk. Wer im Ru­he­zu­stand ei­nen Puls zwi­schen 60 und 80 be­sitzt, ist im gu­ten Be­reich. Sport­ler ha­ben im Ru­he­zu­stand oft so­gar ei­nen ge­rin­ge­ren Puls.

Fa­mi­li­en­taug­lich

Die fünf Test­kan­di­da­ten sind al­le­samt für Paa­re ge­eig­net. Sie be­sit­zen Spei­cher­plät­ze für zwei vor­ab be­stimm­te Nut­zer. Die Um­schal­tung zwi­schen den Nut­zern ist in der Re­gel mit­tels ei­nes Tas­ten­drucks mög­lich. Um ein kla­res Mess­bild zu er­hal­ten, emp­fiehlt es sich, vor der Mes­sung un­be­dingt dar­auf zu ach­ten, dass der rich­ti­ge Be­nut­zer ein­ge­stellt ist. Zwi­schen 60 und 90 Mess­wer­te kön­nen bei den im Test­feld be­find­li­chen Ge­rä­ten pro An­wen­der ge­spei­chert wer­den. So­mit lässt sich mit Ih­nen ein gu­tes Bild ge­ne­rie­ren, wie sich der Blut­druck über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum ent­wi­ckelt und ggf. auch ein Über­blick für den be­han­deln­den Arzt schaf­fen. Ein­zi­ger Nach­teil: Mit Auf­nah­me des So­ehn­le Con­nect-Ge­rä­tes müs­sen die Wer­te nach­träg­lich hän­disch her­aus­ge­schrie­ben wer­den, da ei­ne Ex­port nicht ver­füg­bar ist.

(2) Die vier Ober­arm-Blut­druck­mes­ser wer­den je­weils mit vier AA-Bat­te­ri­en ver­sorgt, al­ter­na­tiv ist auch der Ein­satz von Ak­kus mög­lich

(1) Das Dis­play des New­gen Me­di­cals-Ge­rä­tes über­zeugt mit sehr gro­ßen Zif­fern und der Hin­ter­grund­be­leuch­tung

(4) Die Ge­rä­te wer­den zum Groß­teil mit Schutz­ta­schen aus­ge­lie­fert

(3) Wer Bat­te­ri­en und Ak­kus mei­det, kann die Ge­rä­te von So­ehn­le, New­gen Me­di­cals und Me­dis­a­na auch per Netz­teil ver­sor­gen – die­ses liegt dem Lie­fer­um­fang aber nicht bei

(6) Ach­ten Sie auch auf ei­nen fes­ten Sitz des Schlau­ches an dem ent­spre­chen­den An­schluss am Mess­ge­rät!

(5) Die Ober­armm­an­schet­te muss so plat­ziert wer­den, dass sich der Schlauch an der In­nen­sei­te des Ar­mes be­fin­det, zir­ka zwei Zen­ti­me­ter über der Arm­beu­ge

(8) Sind Smart­pho­ne und Blut­druck­mess­ge­rät ver­netzt, ist das Blue­tooth-Sym­bol auf dem Dis­play des Mess­ge­rä­tes zu se­hen

(7) die Kom­mu­ni­ka­ti­on So­ehn­le bie­tet für mit dem Sys­to Mo­ni­tor Con­nect 300 ei­ne ei­ge­ne App für die Be­triebs­sys­te­me An­dro­id und iOS an

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