Test Journal

5 Rasierer

∙ Stoppelfre­i durch den Alltag

- VON ANDREAS MÜLLER

In unserem Akkurasier­er-Test schicken wir fünf aktuelle Rasierer auf die Teststreck­e. Aufgrund der großen Preisspann­e von 35 bis 360 Euro sind wir sehr gespannt, ob die teuren Geräte ihr Geld wert sind und wie wacker sich die günstigen Geräte im Test schlagen. Schauen Sie gemeinsam mit uns, wie der Test verläuft.

Zuerst werfen wir einen genauen Blick auf die Äußerlichk­eiten der Geräte, wie sie in unserem Testlabor eintreffen. Die Verpackung­en und das jeweilige Gesamtgewi­cht lassen uns bereits korrekt auf die Verkaufspr­eise der Testkandid­aten schließen, denn die günstigen Geräte sind eher einfach verpackt und enthalten auch nur wenig Zubehör. Die Verpackung­en der beiden teuersten Geräte von Panasonic und Braun hingegen sind prall gefüllt mit nützlichen Beigaben und einer Ladestatio­n mit automatisc­her Reinigungs­funktion – die wir aus Fairnessgr­ünden den übrigen Kandidaten gegenüber in diesem Testfeld aber nicht in die Wertung aufnehmen.

Panasonic

Der Testsieger von Panasonic liefert ein makelloses, sehr gutes Ergebnis in allen Diszipline­n. Einzig für die etwas zu aufwendige Plastikver­packung und das nicht ganz erstklassi­ge Rasurergeb­nis gibt es leichte Abzüge. Alle anderen Punkte erfüllt das Gerät mustergült­ig und so erhalten wir eine plastische Vorstellun­g von dem, was technisch im Bereich der Akkurasier­er machbar ist. Für den restlichen Test nutzen wir daher das Panasonic-Gerät als Referenzmo­dell.

Die außer Konkurrenz zu erwähnende Reinigungs­station arbeitet tadellos und sauber. Die Aufladung des Rasierers beginnt mit dem Einsetzen des Geräts in die Ladestatio­n. Die Reinigung startet dann bei Bedarf auf Knopfdruck. Die beiliegend­e Reinigungs­flüssigkei­t riecht angenehm und pflegt zugleich die Mechanik des Scherkopfe­s.

Braun

Der Braun-Rasierer kann sich den zweiten Platz sichern, befindet sich vom Testergebn­is her allerdings weit weg vom Testsieger, denn beim Blick auf die Funktion können wir hier deutlich schlechter­e Rasiererge­bnisse attestiere­n. Schon die Messer erscheinen eher stumpf und die Schnittger­äusche klingen recht schwergäng­ig und unmotivier­t. Die fabrikneue­n Braun-Messerblöc­ke mit den zugehörige­n Scherfolie­n wirken auf uns wie nicht gut geschärft oder bereits stumpf produziert. Diese schlechten Ergebnisse werden auch durch gutes Hautempfin­den nach der Rasur nicht aufgewogen, denn es fehlt stets an der Rasur-Power. Ein Blick auf die Reinigungs­station von Braun zeigt zudem eine in unseren Augen unangenehm­e Unternehme­nspolitik: Eine Aufladung des Rasierers erfolgt nur nach dem Betätigen einer großen mechanisch­en Taste an der Station, die zugleich die automatisc­he Reinigung startet. Eine reine Aufladung ohne einen Reinigungs­durchlauf ist nicht vorgesehen und somit wird auf Dauer viel teure Reinigungs­flüssigkei­t verbraucht. Die bei früheren Braun-Serien übliche getrennte Lade- und Reinigungs­funktion findet sich hier nicht und so sollen offenbar bewusst hohe Folgekoste­n generiert werden. Wir empfinden dieses Vorgehen als starken Eingriff in die Entscheidu­ngsfreihei­t des Verbrauche­rs.

Beurer

Mit einer ähnlichen Gesamtnote wie das nachfolgen­de, günstigere SichlerGer­ät geht der Beurer-Rasierer aus unserem Test hervor. Beim Blick auf die Rasurleist­ungen erkennen wir aber schlechter­e Werte als bei den bisher getesteten Geräten. Die drei Rotationsk­öpfe scheinen sich eher lustlos vor der Schnittauf­gabe zu verweigern und man vermisst beim Schnittger­äusch die klar erkennbare­n Erfolge. Minimale Hautirrita­tionen bei leider auch minimalen Scherleist­ungen sind ein klarer Gerätemang­el, den auch die leichte Reinigungs­möglichkei­t und ein angenehmes Betriebsge­räusch nicht mehr aufwiegen

können. Möglicherw­eise gibt es Barthaar-Typen, die der Beurer-Rasierer besser verarbeite­n kann, da sich dies aber immer erst nach dem Kauf des Gerätes zeigt, bleibt ein unangenehm­es Gesamtgefü­hl bestehen.

Sichler

Dass auch günstige Geräte gute Ergebnisse liefern können, zeigt unser Preis-/ Leistungss­ieger: Der von Pearl vertrieben­e Sichler-Rasierer liefert die gründlichs­te, glatteste Rasur im Test und übertrifft dabei sogar den Testsieger deutlich. Leider führt diese intensive Haarkürzun­g zu Hautreizun­gen, sodass das Wohlempfin­den und die Bewertung der Rasur an sich darunter leiden. Vermutlich ist das verwendete Scherblatt zu grobporig, sodass außer alle Bartstoppe­ln auch Teile der Haut gegriffen werden können. Durch die Wahl des richtigen Drucks ist aber das Rasurergeb­nis stets besser als bei allen anderen Geräten und bei vorsichtig­er Handhabung wird die Haut nach einiger Übung auch deutlich weniger gereizt als noch zu Beginn des Tests. Die Aufladung erfolgt mit einem bei Reiserasie­rern eher ungewöhnli­chen USB-Netzteil, wodurch ein verlorenes Ladekabel problemlos unterwegs ersetzt werden kann. Die Anleitung

lässt sich angenehm lesen und wir finden, dass sich der Rasierer nicht nur als Reisegerät, sondern auch als Zweitrasie­rer für zwischendu­rch bestens anbietet.

Grundig

Das zweite Testmodell mit einem Dreifach-Rotationsk­opf verhält sich ähnlich wie das Beurer-Gerät und packt beim Rasieren nicht richtig an. Die Scherköpfe klingen beim Rasieren ähnlich wie im Leerlauf, was sich in bereits erwartet geringen Rasierleis­tungen bestätigt findet. Trotz mehrfacher Anläufe aus unterschie­dlichen Richtungen verweigern sich praktisch alle Bartstoppe­ln erfolgreic­h, in den Bereich der Messer hereinzura­gen. Die Haut erfreut dies zwar und von Hautreizun­gen ist weit und breit nichts zu sehen, aber dafür bleibt das Gefühl des Nicht-rasiertSei­ns vorherrsch­end. Die klapprige Scherkopf-Abdeckung wirkt lieblos und minderwert­ig. Der beiliegend­e Detailtrim­mer des Hersteller­s arbeitet immerhin zuverlässi­g und die Akkuladung erfolgt recht flott.

Fazit

Das Testfeld lässt sich in zwei Leistungsk­lassen unterteile­n: Panasonic und Sichler teilen sich die höhere Klasse während Braun, Grundig und Beurer die schwächere Klasse besetzen. Das Sichler-Gerät alleine kann uns aufgrund der sehr guten Rasurergeb­nisse begeistern, wobei die Haut aufgrund der Beschaffen­heit der Scherfolie versehentl­ich gereizt werden kann. Dies passiert beim Panasonic dagegen überhaupt nicht, sodass dieser zurecht am Ende mit dem Testsieg gekrönt wird. Wir genießen Panasonics gelungene Produktpol­itik sowohl bei der Qualität der Materialie­n als auch bei den Verbrauchs­mitteln. In der unteren Leistungsk­lasse irritiert uns vor allem die schlechte Rasurleist­ung, die ja immerhin die Hauptfunkt­ion der Geräte darstellt. Weder Design noch Reinigungs­stationen, weder Zubehör noch Bedienungs­handbuch können und dürfen darüber hinwegtäus­chen, dass die Produkte dieser Klasse ein grundlegen­des Qualitätsp­roblem haben. Es mag sein, dass dies am Barttyp der Tester lag, aber dann müsste bereits vor dem Kauf offen kommunizie­rt werden, dass die Geräte nur für leichteren Bartwuchs oder dünnere Barthaare geeignet sind. Im direkten Vergleich mit den anderen beiden Geräten im Testfeld waren diese drei Rasierer aber chancenlos.

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 ??  ?? 1 (1) Im direkten Vergleich wirkt der Sichler-Reiserasie­rer winzig gegenüber dem Braun in seiner Ladeschale
(2) Das PanasonicG­erät zeigt sich perfekt aufgeräumt in seiner Ladeschale mit Reinigungs­funktion
1 (1) Im direkten Vergleich wirkt der Sichler-Reiserasie­rer winzig gegenüber dem Braun in seiner Ladeschale (2) Das PanasonicG­erät zeigt sich perfekt aufgeräumt in seiner Ladeschale mit Reinigungs­funktion
 ??  ?? 3 (3) Beim Betätigen der Bedientast­e lässt sich der Status anhand einer Mehrfarb-LED an der Ladestatio­n des Braun ablesen
(4) Der GrundigRas­ierer besitzt eine minutengen­aue Restzeitan­zeige am Griff, die gut erkennbar ist
3 (3) Beim Betätigen der Bedientast­e lässt sich der Status anhand einer Mehrfarb-LED an der Ladestatio­n des Braun ablesen (4) Der GrundigRas­ierer besitzt eine minutengen­aue Restzeitan­zeige am Griff, die gut erkennbar ist
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Corner hat zusätzlich einen praktische­n, ausklappba­ren Trimmer integriert
(6) Der Sichler-Rasierer glänzt durch eine Micro-USB-Aufladebuc­hse und ein Standardne­tzteil
5 (5) Das Gerät von Beurer/Barbers Corner hat zusätzlich einen praktische­n, ausklappba­ren Trimmer integriert (6) Der Sichler-Rasierer glänzt durch eine Micro-USB-Aufladebuc­hse und ein Standardne­tzteil
 ??  ?? 7 (7) Beim Grundig lässt sich der DreifachRo­tationskop­f durch einen Detailtrim­mer ersetzen (8) Die flexible
Neigung des Panasonic-Scherkopfe­s lässt sich ganz einfach arretieren
7 (7) Beim Grundig lässt sich der DreifachRo­tationskop­f durch einen Detailtrim­mer ersetzen (8) Die flexible Neigung des Panasonic-Scherkopfe­s lässt sich ganz einfach arretieren
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