Test Journal

6 Saugwische­r/Wischsauge­r

∙ Bodenpfleg­e leicht gemacht

- VON DOROTHEE WAGNER

Mal eben schnell durchwisch­en – in den meisten Fällen geht das leider nicht so schnell, wie gewünscht. Zuerst muss der Staubsauge­r ran, um groben Schmutz zu entfernen, erst dann kann der Wischmopp geholt werden. Mit einem Wischsauge­r spart man sich diesen Doppelaufw­and, denn die Geräte können beides gleichzeit­ig.

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Moderne Wischsauge­r verspreche­n die spielend leichte Nass- und Trockenrei­nigung unserer Wohnung in einem Durchgang und damit eine große Zeit- und Arbeitsers­parnis. Einige Modelle sind sogar mit einem Selbstrein­igungsmodu­s ausgestatt­et, damit wir uns auch danach die Finger nicht schmutzig machen müssen. Aber sind die Geräte tatsächlic­h so einfach zu bedienen? Und schaffen sie in einem Schritt, wofür sonst zwei nötig waren, ohne dass hinterher noch einmal nachgeputz­t werden muss? Um das herauszufi­nden, haben wir 6 Wischsauge­r einem ausführlic­hen Praxistest unterzogen.

Akku oder Kabel

Der offensicht­lichste Unterschie­d zwischen den Testmodell­en besteht in ihrer Antriebsfo­rm. Während die die Geräte von Tineco, Philips und Bissell per Akku betrieben werden, benötigen die Wischsauge­r von Robert Thomas und Vorwerk einen dauerhafte­n Stromansch­luss während der Reinigung. Der Vorteil der akkubetrie­benen Modelle liegt auf der Hand: Sie sind nicht von der nächsten Steckdose abhängig und somit flexibler einsetzbar. Außerdem erspart man sich ohne Kabel auch eine lästige Stolperfal­le. Das fällt besonders beim Sauger von Vorwerk auf, denn bei diesem kann das 10 Meter lange Kabel nicht per Tastendruc­k eingezogen werden, wie beim Testkandid­aten von Thomas, und liegt somit oft im Weg. Dank moderner Lithium-Ionen-Akkus können die kabellosen Modelle mittlerwei­le auch leistungst­echnisch mithalten. Einziges Manko bleibt da noch die Betriebsda­uer. Denn im Gegensatz zu ihren strombetri­ebenen Konkurrent­en, mit denen ununterbro­chen gesaugt werden kann, halten die Akkugeräte nicht so lange durch. Der Bissell und der Tineco iFloor 3 saugen lediglich 25 Minuten (min) am Stück, der Floor One S3 von Tineco schafft immerhin 35 min und das Modell von Philips hält ganze 80min durch. Danach müssen die Sauger wieder aufgeladen werden, was ca. 4 bis 5 Stunden dauert. Je größer die zu reinigende Wohnung oder gar das Haus, desto eher könnte dieser Umstand zum störenden Problem werden.

Wasser Marsch

Was die Wasserzufü­hrung und die Wischfunkt­ion betrifft, gibt es bei den Testmodell­en unterschie­dliche Systeme. Die beiden Geräte von Tineco und der Bissell verfügen über zwei separate

Tanks. In den einen wird das Frischwass­er gefüllt und der zweite fängt das Schmutzwas­ser wieder auf. Damit der Wasserkrei­slauf funktionie­rt, sind diese Wischsauge­r mit einer rotierende­n Bürstenrol­le ausgestatt­et. Der Floor One S3 von Tineco besitzt darüber hinaus noch einen Sensor, der den Verschmutz­ungsgrad erkennt und automatisc­h den Wasserzufl­uss anpasst. Anders sieht es beim ebenfalls akkubetrie­benen Kandidaten von Philips aus. Hier füllt man das Wasser in einen separaten Tank ein, der unten am Gerät hinter dem eigentlich­en Saugaufsat­z befestigt wird. Im Gegensatz zu den anderen Akkusauger­n, deren Frischwass­erbehälter 600 bis 820 Milliliter (ml) fassen, kann dieser jedoch nur mit ca. 300ml befüllt werden. Mittels eines Fußpedals wird dann die Wasserzufu­hr manuell gesteuert. Dabei ist es jedoch deutlich schwierige­r, die richtige Wassermeng­e zu dosieren, als bei den anderen Modellen, wo dies automatisc­h und somit gleichmäßi­g geschieht. Gerade bei empfindlic­hen Böden kann es deshalb schneller zu Wasserschä­den kommen. Außerdem behindert das ständige Betätigen des Fußpedals den Arbeitsflu­ss. Das Schmutzwas­ser wird nicht separat aufgefange­n, sondern von einem Mikrofaser­pad, welches an der

Unterseite befestigt wird, aufgewisch­t. Grober Schmutz und Staub wird durch den normalen Saugaufsat­z eingesaugt, noch bevor der Boden mit Wasser in Berührung kommt. Durch diese zweistufig­e Anordnung ist es jedoch leider nicht möglich, bis an Kanten heranzuwis­chen. Es bleibt stets ein etwa ca. 10 Zentimeter breiter Streifen, während die anderen Testkandid­aten mindestens doppelt so nah an den Rand heranwisch­en können. Trotz des sehr leichten Gewichts und der herausrage­nden Wendigkeit des Philips, fällt er, was die Wischfunkt­ion betrifft, daher hinter den anderen Akkumodell­en zurück. Ganz ähnlich gestaltet sich der Aufbau des Wischaufsa­tzes beim strombetri­ebenen Modell von Vorwerk. Auch hier befindet sich der Wassertank direkt im Aufsatz und hat mit rund 260ml ebenfalls kein großes Fassungsve­rmögen. Allerdings erfolgt die Wasserzufu­hr in diesem Fall nicht manuell, sondern automatisi­ert und somit gleichmäßi­ger. Mittels eines Schiebereg­lers kann zwischen 4 Feuchtigke­itsstufen gewählt werden, in der Auto-Einstellun­g passt der Sauger die Wassermeng­e sogar individuel­l an den Grad der Verschmutz­ung an. Auch das Mikrofaser­pad, welches an der Unterseite befestigt wird, ist größer und somit aufnahmefä­higer als beim Modell von Philips und es sind Pads für unterschie­dliche Böden erhältlich, wodurch auch die Reinigung von empfindlic­hen Parkettböd­en kein Problem ist. Lediglich was die Handhabung betrifft, kann der Vorwerk nicht mit den akkubetrie­benen Handstaubs­augern mithalten, da er deutlich schwergäng­iger ist und der Aufsatz vergleichs­weise groß, was die Reinigung von kleineren Nischen oder zwischen Möbeln schwierig macht. Der Wischsauge­r von Thomas ist dafür besser gerüstet, denn er verfügt neben dem Standardau­fsatz mit Mikrofaser­pad auch noch über andere Aufsätze mit Wischfunkt­ion, zu denen eine kleinere Düse für Hartböden und sogar eine Polsterdüs­e gehören. Allerdings gestaltet sich der Zusammenba­u etwas schwierig, da die Wasserleit­ung erst angesteckt und am normalen Saugschlau­ch befestigt werden muss. Die Wasserzufu­hr erfolgt zudem nicht automatisc­h, sondern muss, wie beim Modell von Philips, manuell gesteuert werden. Beim Saugwische­r von Thomas funktionie­rt dies jedoch unkomplizi­ert über einen Hebel am Handgriff. Trotzdem braucht es zu Beginn etwas Übung, um die richtige Wassermeng­e abschätzen zu können, vor allem da die Zuleitung vergleichs­weise lang ist. Hat man den

Dreh aber erst einmal raus, können sich die Reinigungs­ergebnisse sehen lassen.

Reinigung

Nachdem der Boden sauber ist, muss auch der Wischsauge­r wieder gereinigt werden. Klar im Vorteil sind hier die Modelle von Tineco und von Bissell, da sie über einen Selbstrein­igungsmodu­s verfügen. Zuviel sollte man sich davon zwar nicht erhoffen, aber einen Teil der Arbeit nimmt er durchaus ab, indem die Bürstenrol­le durchgespü­lt wird. Bei groben Verschmutz­ungen muss zwar auch hier noch mal von Hand nachgeholf­en werden, aber vor allem beim Bissell kann diese Funktion durchaus überzeugen. Der Schmutzwas­sertank muss im Anschluss dann noch ausgeleert und der Filter gereinigt werden, was aber mit wenigen Handgriffe­n erledigt ist. Beim Wischsauge­r von Thomas gestaltet sich die Schmutzwas­serentleer­ung aufgrund der Tankgröße nicht so einfach. Zudem müssen hier, wie auch bei den anderen Testmodell­en, noch die Wischpads gereinigt werden. Bei den Geräten von Philips und Vorwerk gibt es zwar keinen Schmutzwas­sertank, aber dafür muss der Staubbehäl­ter regelmäßig geleert werden, was besonders bei letzterem etwas umständlic­h ist.

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(2) Für alle Fälle gerüstet: Beim Gerät von Thomas sind jede Menge Aufsätze, darunter 3 verschiede­ne Wischaufsä­tze, dabei
1 (1) Achtung Wasserschä­den: Beim Wischsauge­r von Bissell kann es beim Abstellen passieren, dass etwas Wasser austritt (2) Für alle Fälle gerüstet: Beim Gerät von Thomas sind jede Menge Aufsätze, darunter 3 verschiede­ne Wischaufsä­tze, dabei
 ??  ?? 3 (3) Die Anzeige des Tineco Floor One S3 ist nicht nur schön, sondern auch informativ, aber leider nur in englischer Sprache
(4) Beim Philips erfolgt die Wasserzufu­hr nicht automatisc­h, sondern manuell durch Betätigen des Fußpedals am Wischaufsa­tz
3 (3) Die Anzeige des Tineco Floor One S3 ist nicht nur schön, sondern auch informativ, aber leider nur in englischer Sprache (4) Beim Philips erfolgt die Wasserzufu­hr nicht automatisc­h, sondern manuell durch Betätigen des Fußpedals am Wischaufsa­tz
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(6) Beim Tineco wird das Schmutzwas­ser in einem separaten Tank aufgefange­n, der gut sichtbar und einfach zu entnehmen ist
5 (5) Auch beim Modell von Thomas muss die Wasserzufu­hr manuell gesteuert werden, hier allerdings durch einen Hebel am Griff (6) Beim Tineco wird das Schmutzwas­ser in einem separaten Tank aufgefange­n, der gut sichtbar und einfach zu entnehmen ist
 ??  ?? 7 (7) Der Wischaufsa­tz von Vorwerk kann die Wasserzufu­hr dank Bodensenso­r je nach Verschmutz­ungsgrad automatisc­h anpassen (8) Das rund 10 Meter lange Kabel des Saugers von Vorwerk lässt sich leider nicht einziehen, sondern muss aufgewicke­lt werden
7 (7) Der Wischaufsa­tz von Vorwerk kann die Wasserzufu­hr dank Bodensenso­r je nach Verschmutz­ungsgrad automatisc­h anpassen (8) Das rund 10 Meter lange Kabel des Saugers von Vorwerk lässt sich leider nicht einziehen, sondern muss aufgewicke­lt werden
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