Wie ge­sund sind Fisch­stäb­chen?

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - Erste Seite -

Die Kon­sum­freu­de der Ver­brau­cher hat dem deut­schen Ein­zel­han­del das neun­te Jahr in Fol­ge ei­nen Ge­schäfts­zu­wachs be­schert. Nach Schät­zun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes klet­ter­ten die Um­sät­ze 2018 preis­be­rei­nigt (re­al) um knapp 1,5 Pro­zent. Wird die Preis­ent­wick­lung ein­ge­rech­net (no­mi­nal), liegt das Plus nach vor­läu­fi­gen Be­rech­nun­gen so­gar zwi­schen 3,1 und 3,3 Pro­zent. Der Bran­chen­ver­band HDE rech­ne­te zu­letzt mit ei­nem no­mi­na­len An­stieg von 2,3 Pro­zent auf 525 Mil­li­ar­den Eu­ro im Ge­samt­jahr 2018.

Vie­le Men­schen in Deutsch­land sind dank der his­to­risch gu­ten La­ge auf dem Ar­beits­markt mit ho­her Be­schäf­ti­gung und stei­gen­den Löh­nen of­fen­bar in Kauf­lau­ne. Ne­ben dem On­line­Han­del pro­fi­tie­ren dem HDE zu­fol­ge vor al­lem auch gro­ße Han­dels­häu­ser von der Kauf­lust der Men­schen. Für vie­le Ge­schäf­te in den deut­schen In­nen­städ­ten sieht es da­ge­gen eher düs­ter aus.

Die Aus­ga­ben der Ver­brau­cher sind ei­ne wich­ti­ge Stüt­ze der deut­schen Kon­junk­tur: Nach An­ga­ben des Nürn­ber­ger Markt­for­schungs­in­sti­tuts GfK liegt der An­teil des pri­va­ten Kon­sums am Brut­to­in­lands­pro­dukt bei et­wa 55 Pro­zent. Die GfK ging zu­letzt da­von aus, dass die pri­va­ten Kon­sum­aus­ga­ben 2018 um et­wa 1,5 Pro­zent ge­stie­gen sein dürf­ten. Auch für das lau­fen­de Jahr sind die Aus­sich­ten aus Sicht der Markt­for­scher güns­tig. (dpa)

Noch steht auf der Pa­ckung Rahms­pi­nat nur ei­ne lan­ge Lis­te an Zu­ta­ten. Und ei­ne Ta­bel­le in klei­nen Buch­sta­ben, die Auf­schluss gibt über den Ge­halt an Fett oder Zu­cker des Pro­duk­tes. Doch ob das Ge­mü­se mit dem Blubb nun wirk­lich ge­sund und gut für ei­nen ist oder viel­leicht doch all­zu vie­le be­denk­li­che Bei­ga­ben ent­hält, muss je­der Kun­de für sich selbst ab­wä­gen. Wer gut in­for­miert ist, für den ist die Nähr­wert­ta­bel­le von Nut­zen. Der ei­li­ge Su­per­markt­kun­de mit Halb-Wis­sen über Er­näh­rung dürf­te an­ge­sichts des Klein­ge­druck­ten eher re­si­gnie­ren und ein­fach das Bes­te hof­fen, wenn er die Spi­nat­pa­ckung in den Ein­kaufs­wa­gen fal­len lässt. Das soll sich nun än­dern. Seit Jah­ren strei­ten Ver­brau­cher­schüt­zer, Po­li­tik und die In­dus­trie in Deutsch­land über ein trans­pa­ren­te­res Kenn­zeich­nungs­sys­tem für Le­bens­mit­tel. Zwei Un­ter­neh­men pre­schen jetzt vor und füh­ren von sich aus ei­ne leicht er­kenn­ba­re Nähr­wert­kenn­zeich­nung ein: Da­no­ne will En­de Ja­nu­ar, spä­tes­tens An­fang Fe­bru­ar ei­nen so ge­nann­ten Nu­tri-Sco­re für sei­ne Mol­ke­rei­er­zeug­nis­se ein­füh­ren. Und der Tief­kühl­pro­du­zent Ig­lo kün­dig­te an, schon in die­sem Mo­nat mit dem Sys­tem zu star­ten und dann nach und nach sei­ne ge­sam­te Pa­let­te – vom Tief­kühl­spi­nat bis zu Fisch­stäb­chen und Fer­tig­ge­rich­ten – da­mit zu kenn­zeich­nen.

Mit der Le­bens­mit­telam­pel, die es in Groß­bri­tan­ni­en schon seit sechs Jah­ren gibt und die auch in Deutsch­land lan­ge zur Dis­kus­si­on stand, hat der in Frank­reich ent­wi­ckel­te Nu­triS­co­re nichts zu tun. Im Jahr 2013 hat­te das bri­ti­sche Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ein Am­pel-La­bel ein­ge­führt, das den Zu­cker-, Salz- und Fett­ge­halt von In­dus­trie­pro­duk­ten mit Rot, Gelb und

Grün be­wer­tet. Auf ei­nen Blick er­ken­nen Ver­brau­cher so, was sie sich mit ih­rem Lieb­lings­kä­se oder ei­nem Fer­tigsa­lat an un­ge­sun­den Stof­fen ein­ver­lei­ben.

In Deutsch­land stieß die­ses Mo­dell stets auf hart­nä­cki­gen Wi­der­stand der In­dus­trie. Sie kri­ti­siert, dass die Am­pel die Pro­duk­te zu ver­ein­fa­chend dar­stel­le und nütz­li­che Zu­ta­ten au­ßer Acht las­se. Ig­lo und

Da­no­ne set­zen statt­des­sen auf den Nu­triS­co­re aus Frank­reich, der po­si­ti­ve und ne­ga­ti­ve Ele­men­te in Punk­ten be­wer­tet, bei­des mit­ein­an­der ver­rech­net und das Pro­dukt dann auf ei­ner Ska­la ein­stuft. Ne­ga­tiv schlägt ein ho­her

Ge­halt an Ka­lo­ri­en, Zu­cker, Fett oder Salz zu Bu­che; po­si­tiv Be­stand­tei­le wie Bal­last­stof­fe, Pro­te­ine, Obst, Nüs­se und Ge­mü­se. Das Er­geb­nis ist im Lo­go auf der Pa­ckung zu se­hen. In ei­ner fünf­stu­fi­gen Ska­la von „A“in Dun­kel­grün (güns­ti­ge Bi­lanz) über ein gel­bes „C“bis zu ei­nem tief­ro­ten „E“(un­güns­tig).

Schluss mit dem Trick­sen: 100 Gramm sind das Maß

Al­le An­ga­ben be­zie­hen sich auf die Men­gen­an­ga­be 100 Gramm. So las­sen sich ver­schie­de­ne Pro­duk­te schnell ge­gen­ein­an­der ab­wä­gen. Bis­her trickst die In­dus­trie bei den Nähr­wert­an­ga­ben ganz ger­ne, in­dem sie die Kenn­zeich­nung auf recht be­lie­big de­fi­nier­te Por­ti­ons­grö­ßen be­zieht. Bei Chips zum Bei­spiel sieht der Fett­ge­halt gleich viel harm­lo­ser aus, wenn die Por­ti­on un­rea­lis­tisch klein­ge­rech­net wird. „Durch den jet­zi­gen Schritt lie­fern wir den Ver­brau­chern ei­ne Trans­pa­renz, die im­mer mehr nach­ge­fragt wird“, sagt An­tje Schu­bert, Che­fin von Ig­lo Deutsch­land. Die ein­fa­che und leicht ver­ständ­li­che Kenn­zeich­nung, die Ig­lo ein­füh­re, sen­si­bi­li­sie­re die Ver­brau­cher, aber las­se je­dem die Wahl: „Es­sen muss Spaß ma­chen, lust­voll sein und be­darf kei­nes er­ho­be­nen Zei­ge­fin­gers.“

Auch der Ver­brau­cher­zen­tra­len Bun­des­ver­band (vz­bv) ist von dem Nu­tri-Sco­re über­zeugt. „Ver­brau­cher wol­len sich zwi­schen ver­schie­de­nen Fer­tig­piz­zen oder Früh­stücks­ce­re­a­li­en ent­schei­den – wel­ches ist das, was für sie am bes­ten und am ge­sün­des­ten ist?“, sagt vz­bv-Chef Klaus Mül­ler. Das fran­zö­si­sche Mo­dell sei das bes­te am Markt und bie­te die Chan­ce, aus den „Schüt­zen­grä­ben der Ver­gan­gen­heit“her­aus­zu­kom­men. „Wir ap­pel­lie­ren an die Le­bens­mit­tel­wirt­schaft, hier ih­ren de­struk­ti­ven Wi­der­stand auf­zu­ge­ben.“

Da­nach sieht es aber nicht aus. Der Bran­chen­ver­band BLL lehnt wei­ter je­de Kenn­zeich­nung nach ei­nem Am­pel- oder Nu­tri-Sco­re-Sys­tem ab. Die bri­ti­sche Am­pel sei „will­kür­lich“, die Be­wer­tun­gen des Nu­tri-Sco­re „so pau­schal nicht trag­bar“. Von der Bun­des­re­gie­rung ist so schnell auch kein be­herz­tes Vor­ge­hen zu er­war­ten. Der Ko­ali­ti­ons­ver­trag sieht vor, dass bis zum Som­mer ein Mo­dell vor­lie­gen soll, das Nähr­wert­ge­hal­te „ge­ge­be­nen­falls ver­ein­facht vi­sua­li­siert“. In Frank­reich gibt es den Nu­tri-Sco­re seit Ok­to­ber 2017, Bel­gi­en und Spa­ni­en wol­len ihn ein­füh­ren.

Ei­nem ja­pa­ni­schen Mil­li­ar­där ist es mit Geld­ver­spre­chen ge­lun­gen, ei­nen neu­en Twit­ter-Re­kord auf­zu­stel­len. Von Frei­tag­mor­gen bis Mon­tag­nach­mit­tag wur­de ei­ne Bot­schaft des In­ter­net­un­ter­neh­mers Yusa­ku Ma­e­za­wa mehr als fünf Mil­lio­nen Mal wei­ter­ge­lei­tet. Be­mer­kens­wert dar­an: Der Tweet war auf Ja­pa­nisch ab­ge­fasst. Ma­e­za­wa knackt da­mit den Re­kord ei­nes US-Teen­agers, der sich mit vie­len Ret­weets ein Jahr kos­ten­lo­se Hüh­ner-Nug­gets ge­si­chert hat­te.

Ma­e­za­wa ist der Grün­der des er­folg­rei­chen On­line-Mo­de­la­dens Zoz­o­town, dem ja­pa­ni­schen Ge­gen­stück von Za­lan­do. Die Sei­te ver­zeich­net pro Jahr mehr als zwei Mil­li­ar­den Eu­ro Platt­for­m­um­satz; Ma­e­za­wa ver­dient über Ge­büh­ren mit.

Jetzt hat er sich auf Twit­ter für die ho­hen Um­sät­ze zum Jah­res­en­de be­dankt. Er kün­dig­te „ein Neu­jahrs­ge­schenk im Wert von 100 Mil­lio­nen Yen“an. Die um­ge­rech­net 800.000 Eu­ro wol­le er an 100 Leu­te ver­lo­sen. Wer teil­neh­men will, muss die Nach­richt wei­ter­lei­ten. Die Hoff­nung auf 8000 Eu­ro ließ dann mil­lio­nen­fach den Klick-Fin­ger zu­cken. An­ders als Lotto kos­tet ein Ret­weet nichts. (fmk)

Mit­ar­bei­ter des Che­mie­kon­zerns BASF in Tai­wan könn­ten Be­triebs­ge­heim­nis­se an Chi­na wei­ter­ge­ge­ben ha­ben. Die Be­hör­den er­mit­tel­ten ge­gen sechs ak­tu­el­le und frü­he­re Mit­ar­bei­ter, sag­te ein Spre­cher in Tai­peh. Fünf Ver­däch­ti­ge sei­en fest­ge­nom­men, ein sechs­ter ge­gen Kau­ti­on wie­der frei­ge­las­sen wor­den. Ein rang­ho­her Ma­na­ger ste­he im Ver­dacht, sen­si­ble In­for­ma­tio­nen zu Pro­duk­ti­on und Tech­no­lo­gie für viel Geld an ei­nen chi­ne­si­schen Kon­kur­ren­ten wei­ter­ge­reicht zu ha­ben. BASF be­rich­te­te, man un­ter­stüt­ze Be­hör­den. (rtr)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.