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Thüringer Allgemeine (Arnstadt) - - Thüringen -

an ei­ner un­heil­ba­ren Er­kran­kung und hat in ei­ner Selbst­hil­fe­grup­pe nicht nur Halt und Un­ter­stüt­zung, son­dern auch ei­ne er­fül­len­de neue Auf­ga­be ge­fun­den. Bei der heu­te 52-Jäh­ri­gen wur­de im Jahr 2001 Fi­bro­my­al­gie dia­gnos­ti­ziert. Ei­ne Er­kran­kung, bei der die Be­trof­fe­nen un­ter chro­ni­schen Schmer­zen in ver­schie­de­nen Kör­per­re­gio­nen, ko­los­sa­ler Mü­dig­keit und Er­schöp­fung lei­den. Ei­ne Er­kran­kung, die auch zum Weich­teil­rheu­ma ge­zählt wird.

Sie selbst ha­be über die Krank­heit al­les ge­le­sen, was sie in die Fin­ger be­kam – auch ein Buch der Rheu­ma-Li­ga, das für sie ei­ner Art Of­fen­ba­rung glich: „Denn ich fühl­te mich end­lich ver­stan­den, nach­dem ich un­mit­tel­bar nach der Dia­gno­se erst ein­mal in das sprich­wört­li­che Loch ge­fal­len war.“

2010 wur­de Hei­ke Reyhl Mit­glied der Rheu­ma-Li­ga und be­gann sich in der seit 1991 be­ste­hen­den Ar­beits­ge­mein­schaft Ru­dol­stadt zu en­ga­gie­ren: „Ich dach­te, dass mir die eh­ren­amt­li­che Ar­beit gut tun wür­de. Und so war es dann auch“, sagt die Saal­fel­de­rin. Von An­fang an ge­hör­te Hei­ke Reyhl dem Vor­stand der AG an, im Fe­bru­ar ver­gan­ge­nen Jah­res über­nahm sie de­ren Lei­tung.

Die Ar­beit für die Selbst­hil­fe­grup­pe, die heu­te fast 380 Mit­glie­der zählt, ist für je­man­den, der selbst er­krankt ist, durch­aus her­aus­for­dernd. Doch Hei­ke Reyhl will hel­fen. Sie und ih­re Mit­strei­ter ko­or­di­nie­ren die Ar­beit von eh­ren­amt­li­chen Be­treu­ern, die sich um Rheu­maKran­ke küm­mern, sie zu Ge­burts­ta­gen oder im­mer dann be­su­chen, wenn aku­te Pha­sen ih­nen das Le­ben schwer ma­chen, die Ein­käu­fe er­le­di­gen oder Be­trof­fe­ne zu Ärz­ten oder Be­hör­den be­glei­ten.

Dar­über hin­aus gibt die AG Tipps für den All­tag und zur Su­che von Rheu­ma­to­lo­gen und Kli­ni­ken und un­ter­brei­tet Be­we­gungs­an­ge­bo­te. „Denn Rheu­ma braucht Be­we­gung“, sagt Hei­ke Reyhl.

Sie selbst lenkt die eh­ren­amt­li­che Ar­beit von ih­ren Be­schwer­den ab. „Sie stärkt mein Selbst­wert­ge­fühl, ich füh­le mich ak­zep­tiert“, sagt sie. Es ma­che sie sehr froh, dass sie an­de­ren hel­fen kön­ne, bes­ser mit der Krank­heit zu le­ben.

Sie selbst ver­su­che, ih­re Krank­heits­schü­be hin­zu­neh­men. Die­se Hal­tung ha­be da­zu bei­ge­tra­gen, dass sie ih­re Krank­heit als et­was ak­zep­tie­ren konn­te, das zu ih­rem Le­ben nun ein­mal da­zu­ge­hört. a In Thü­rin­gen gibt es nach An­ga­ben des Ver­ban­des der Er­satz­kas­sen et­wa 650 Selbst­hil­fe­grup­pen. a Die Kran­ken­kas­sen un­ter­stüt­zen die Ak­ti­vi­tä­ten durch im­ma­te­ri­el­le, in­fra­struk­tu­rel­le und fi­nan­zi­el­le Hil­fen. a Pa­ti­en­ten er­hal­ten bei Ärz­ten und Kran­ken­kas­sen Aus­kunft zu Selbst­hil­fe­grup­pen in ih­rer Nä­he.

Da­mit chro­nisch Kran­ke Un­ter­stüt­zung be­kom­men, gibt es in Thü­rin­gen lan­des­weit ein dich­tes Netz aus Selbst­hil­fe­grup­pen. Sie die­nen vor al­lem dem In­for­ma­ti­ons­und Er­fah­rungs­aus­tausch von Be­trof­fe­nen und An­ge­hö­ri­gen. Ar­chiv-Fo­to: Vic­to­ria Bonn-Meu­ser/dpa

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