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Thüringer Allgemeine (Arnstadt) - - Freizeit -

in Hob­by-Tri­ath­let be­erbt den Welt­klas­se-Hoch­sprin­ger. Mit der Vor­stel­lung des künf­ti­gen Haupt­ge­schäfts­füh­rers Tho­mas Zir­kel als Nach­fol­ger von Rolf Beil­schmidt hat der Lan­des­sport­bund die im Herbst mit dem Prä­si­den­ten­wech­sel be­gon­ne­ne Füh­rungs­ro­cha­de voll­zo­gen.

Beil­schmidt stand mehr als 30 Jah­re für ei­ne Ära: Klub­chef des SC Mo­tor Je­na, Vi­ze­prä­si­dent des Deut­schen Turn- und Sport­bun­des der DDR, zehn Jah­re Lei­ter des Olym­pia­stütz­punk­tes, seit 2001 Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Lan­des­sport­bun­des. Der EM-Drit­te von 1978 hat den Thü­rin­ger Sport ge­prägt wie kein an­de­rer. Aber er hat zu­gleich po­la­ri­siert, sei­nen Geg­nern An­griffs­flä­chen und da­mit auch dem Sport of­fe­ne Flan­ken ge­bo­ten. Im­mer wie­der, zu­letzt vor vier Jah­ren, hol­ten ihn Sta­si­Vor­wür­fe ein.

Ge­gen­über den om­ni­prä­sen­ten Gö­sel und Beil­schmidt, die nur im Du­ett zu ha­ben wa­ren, ist die neue Kon­stel­la­ti­on an der Spit­ze ei­ne an­de­re. Weil sie stär­ker zwi­schen Eh­ren­amt hier (Hü­gel) und Haupt­amt dort (Zir­kel) trennt – und da­mit glei­cher­ma­ßen bei­de stärkt. Weil sie, 30 Jah­re nach der Wen­de, den letz­ten Schick­sals­fa­den zur Ver­gan­gen­heit löst. Den, den Kri­ti­ker re­gel­mä­ßig auf­ge­grif­fen ha­ben, um dem Thü­rin­ger Sport läh­men­de Ver­stri­ckun­gen zu be­schei­ni­gen. Und na­tür­lich, weil je­der An­fang ein Ver­spre­chen ist.

Da­bei ist der Na­me zweit­ran­gig. So, wie es ei­nem Fuß­bal­ler egal ist, wer der Ge­schäfts­füh­rer des Aus­rüs­ters ist. Ent­schei­dend is‘ aufm Platz. Der Ball muss rol­len. Und der Sport­be­trieb als Di­enst­leis­ter der Ver­ei­ne funk­tio­nie­ren. Die Schlag­zei­len des Sports sol­len dann die lie­fern, die ihn be­trei­ben.

Ole Ei­nar Björn­da­len kam in der Ober­ho­fer Are­na nur schlep­pend vor­an, so vie­le Au­to­gramm­wün­sche muss­te der nor­we­gi­sche Re­kord-Olym­pia­sie­ger er­fül­len. Da­bei hat der 44Jäh­ri­ge sei­ne Kar­rie­re schon be­en­det. Lau­ra Dahl­mei­er ist als Ti­tel­trä­ge­rin der Win­ter­spie­le von Pyeong­chang da­ge­gen noch im Ge­schäft, hat­te al­ler­dings ih­ren Start beim Biathlon-Welt­cup im Thü­rin­ger Wald mit dem Hin­weis auf ei­ne Er­käl­tung ab­ge­sagt. Aber auch sie war in Ober­hof so prä­sent, als wä­re sie am Start ge­we­sen. Denn sel­ten wur­de ei­ne Ski­jä­ge­rin der­art ver­misst. So groß die Auf­merk­sam­keit für bei­de auch ge­we­sen sein mag, so schlecht sind die deut­schen Biathlon-Frau­en ins neue Jahr ge­star­tet.

„Das wür­de ich nicht sa­gen. Je­de muss ih­re Leis­tung brin­gen. Und das wol­len sie auch“, sag­te Kris­ti­an Meh­rin­ger als Dis­zi­plin­trai­ner der deut­schen Frau­en auf die Fra­ge, ob die stän­di­gen Dis­kus­sio­nen um Dahl­mei­er die Team­kol­le­gin­nen eher hem­men. Die sie­ben­fa­che Welt­meis­te­rin hat­te bei ih­rem Come­back im De­zem­ber mit Rang zwei im Sprint­ren­nen in No­ve Mes­to für den bis­lang ein­zi­gen Po­dest­platz der deut­schen Frau­en in die­sem Win­ter ge­sorgt.

Nun al­so er­leb­ten die ein­hei­mi­schen Ski­jä­ge­rin­nen beim 7,5 Ki­lo­me­ter lan­gen Sprint als Auf­takt des ers­ten Welt­cups des neu­en Jah­res ei­nen klas­si­schen Fehl­start. Es war das schlech­tes­te Welt­cup-Er­geb­nis der Sai­son für die deut­schen Frau­en, die noch nicht ein­mal un­ter die bes­ten 30 ka­men. Ka­ro­lin Horch­ler aus Claus­thal-Zel­ler­feld war vor 9000 Zu­schau­ern mit ei­nem Rück­stand von 1:28 Mi­nu­ten auf Platz 34 die bes­te deut­sche Bi­ath­le­tin an die­sem ge­brauch­ten Nach­mit­tag.

Mit ei­nem na­he­zu iden­ti­schen Rück­stand war die eins­ti­ge Lang­läu­fe­rin De­ni­se Herr­mann aus Ober­wie­sen­thal zwei Rän­ge da­hin­ter ins Ziel ge­kom­men. Die 30-Jäh­ri­ge muss­te al­ler­dings bei bei­den Schieß­ein­la­gen je­weils zwei­mal in die Straf­run­de. Mit ei­nem feh­ler­frei­en Schie­ßen wä­re sie so­gar ganz nach vor­ne ge­lau­fen, wes­halb Frau­en-Trai­ner Meh­rin­ger auch von ei­ner gu­ten läu­fe­ri­schen Leis­tung sprach. Na im­mer­hin.

Fran­zis­ka Preuß, die drei­mal in die Straf­run­de muss­te und nur Platz 45 er­reich­te, wirk­te ziem­lich rat­los. „Es war ein­fach rich­tig schlecht am Schieß­stand“, sag­te die ak­tu­ell bes­te deut­sche Bi­ath­le­tin aus Oberbayern, die nach neun Ren­nen im Welt­cup auf Platz elf liegt und we­nig amü­siert auf die Fra­gen nach der feh­len­den Lau­ra Dahl­mei­er re­agier­te. „Uns nervt es, dass das The­ma kein En­de nimmt. Biathlon ist ein Ein­zel­sport.“Fran­zis­ka Hil­de­brand aus Claust­halZel­ler­feld auf Platz 40 und Na­di­ne Horch­ler (Wil­lin­gen) als 41. wa­ren un­ter­des­sen eben­so chan­cen­los wie An­na Wei­del (Kie­fers­fel­den), die als 80. so­gar das Ver­fol­gungs­ren­nen am Sonn­abend ver­pass­te.

Da­bei prä­sen­tier­te sich das mit Ne­bel, Wind oder Re­gen manch­mal ziem­lich raue Ober­hof ges­tern Nach­mit­tag von sei­ner bes­ten Sei­te. Kla­re Sicht, aus­rei­chend Schnee, kaum Wind und so­gar ein paar Son­nen­strah­len zum En­de des Ren­nens sorg­ten für per­fek­te Be­din­gun­gen. Mit die­sen Ge­ge­ben­hei­ten kam un­ter­des­sen Li­sa Vit­toz­zi am bes­ten zu­recht. Die 23 Jah­re al­te Ita­lie­ne­rin, die noch nie zu­vor ein Welt­cup-Ein­zel­ren­nen ge­win­nen konn­te, sieg­te vor Anais Che­va­lier aus Frank­reich so­wie der schwe­di­schen Olym­pia­sie­ge­rin Hanna Oe­berg, die am Schieß­stand al­le oh­ne Feh­ler ge­blie­ben wa­ren.

Für das Ver­fol­gungs­ren­nen am mor­gi­gen Sonn­abend wer­den sich die deut­schen Frau­en nun ziem­lich weit hin­ten an­stel­len. „Wir müs­sen es schaf­fen, mit gu­ten Leis­tun­gen wie­der Selbst­ver­trau­en zu sam­meln“, sagt Frau­en-Trai­ner Meh­rin­ger.

An­sons­ten bleibt nur die Hoff­nung auf die Rück­kehr von Lau­ra Dahl­mei­er. Wahr­schein­lich am kom­men­den Mon­tag will die Olym­pia­sie­ge­rin ge­mein­sam mit den Trai­nern ent­schei­den, ob sie beim am 16. Ja­nu­ar be­gin­nen­den Welt­cup in Ruh­pol­ding wie­der da­bei sein wird.

Beim FC Rot­Weiß Er­furt steht am heu­ti­gen Abend er­neut ein Hal­len­tur­nier auf dem Pro­gramm. Dies­mal ist der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­gist in Des­sau ak­tiv (18 Uhr). Prio­ri­tät hat aber wei­ter­hin die Vor­be­rei­tung im Frei­en. Trai­ner Tho­mas Br­da­ric hat sich auf die wid­ri­gen Be­din­gun­gen und den dar­aus fol­gen­den Wech­sel von Na­tur- auf Kun­st­ra­sen be­reits ein­ge­stellt. „Wir müs­sen echt auf­pas­sen, weil die Trai­nings­ein­hei­ten sehr in­ten­siv, sehr for­dernd sind. Un­se­re Ein­hei­ten wer­den dem Wet­ter an­ge­passt, nicht mehr so lang sein, aber da­für kurz und in­ten­siv“, sagt der 43-Jäh­ri­ge.

Ent­war­nung gibt es bei To­bi­as Has­se, des­sen Ver­let­zung sich im MRT nur als Deh­nung im Knie her­aus­ge­stellt hat. Nächs­te Wo­che wird der Mit­tel­feld­spie­ler vor­aus­sicht­lich wie­der in das Trai­ning ein­stei­gen kön­nen.

Auch ers­te per­so­nel­le Ent­schei­dun­gen sind ge­fal­len. Ab­wehr-Ta­lent Marc Fleisch­hau­er (19) wech­selt zum Ver­bands­li­gis­ten SV 09 Arn­stadt. (tr)

Martin Haus­wald hat beim FSV Wa­cker Nord­hau­sen ei­ne neue Auf­ga­be er­hal­ten. Der ehe­ma­li­ge Fuß­bal­ler und Co-Trai­ner der ers­ten Mann­schaft wird nun Coach der A-Ju­nio­ren. „Es freut mich sehr, dass er wei­ter­hin ein Teil der Wa­cker­Fa­mi­lie bleibt“, so Prä­si­dent Ni­co Kleo­fas. Die Re­gio­nal­li­ga­Män­ner be­strei­ten un­ter­des­sen mor­gen (13.30 Uhr) beim VfB San­ger­hau­sen ein ers­tes Test­spiel. (red)

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