Su­che Frie­den und ja­ge ihm nach

Thüringer Allgemeine (Artern) - - Erste Seite -

Die­ser Ta­ge nahm ich öf­fent­lich kri­tisch Stel­lung zur Jah­res­lo­sung der evan­ge­li­schen Kir­che, die da lau­tet „Su­che Frie­den und ja­ge ihm nach.“Ich ha­be mich da­zu wie folgt ge­äu­ßert: Den Frie­den su­chen – ja! Das Nach­ja­gen aber hat für mich ei­nen bit­te­ren Bei­ge­schmack, da zu­meist nach ei­ner Jagd auch Op­fer zu be­kla­gen sind.

Ich hat­te wohl die rich­ti­ge In­tui­ti­on. Mit Ent­set­zen ha­be ich die klei­ne Mel­dung „Ei­ge­ne Kir­che in der Ukrai­ne“zur Kennt­nis ge­nom­men. Was maßt sich die In­sti­tu­ti­on Kir­che da über die Köp­fe ih­rer Gläu­bi­gen hin­weg an, de­ren po­li­ti­schen An­sich­ten wohl viel­fäl­tig und folg­lich in kei­ner Wei­se uni­for­miert sind?

Die Kir­chen wer­den für mich im­mer un­glaub­wür­di­ger, weil ih­re Ver­qui­ckun­gen mit den welt­li­chen Macht­ha­bern auch auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne nicht se­gens­reich sein kön­nen. P. Achim Tett­schlag, Mel­chen­dorf Ge­gen Bi­schö­fin Frau Il­se Jun­ker­mann ha­be ich per­sön­lich nichts, aber die Rea­li­tät zeigt uns ei­nen auf­fal­len­den Mit­glie­der­schwund. Die Kur­ve geht von Jahr zu Jahr nach un­ten, im­mer wei­ter. Man müss­te schrei­ben, der Glau­be ist es und nicht die An­zahl der Mit­glie­der. Kann man es wirk­lich noch brem­sen?

Rei­che Re­li­gio­nen wer­den sich län­ger hal­ten, weil man mit Geld al­les kau­fen kann. Mit viel Geld kann man so­gar neue Re­li­gio­nen grün­den, je nach­dem wo­für. Man­che Re­li­gio­nen hal­ten sich durch Fa­na­tis­mus län­ger. Oder mit Ge­walt. Auch Mis­sio­na­re sind welt­weit ak­tiv.

Die ak­tu­el­len, aku­ten Pro­ble­me wie Ter­ror, Krieg, Kli­ma, Mi­gra­ti­on, Welt­hun­ger müs­sen die Erd­be­woh­ner lö­sen. Wenn ei­ne Brem­sung des Gläu­bi­gen­schwun­des hier­zu sich als hilf­reich er­weist, dann bit­te sehr.

Héc­tor Cal­le, Söm­mer­da In die­sem in­ter­es­san­ten Bei­trag ver­tritt der Au­tor Auf­fas­sun­gen, die so weit von der Wahr­heit ent­fernt sind (die er ei­gent­lich ken­nen müss­te), dass sie nicht oh­ne Kom­men­tar ste­hen blei­ben soll­ten. Er zeich­net für Sy­ri­en ein idyl­li­sches Bild des fried­li­chen Ne­ben­ein­an­ders von Chris­ten und Mos­lems. Das ist his­to­risch falsch.

Als die Mos­lems Sy­ri­en im 7. Jahr­hun­dert er­ober­ten, war das Land ei­nes der Kern­län­der des Chris­ten­tums. Im Lau­fe der Zeit wur­den die Chris­ten durch ei­ne brei­te Pa­let­te von Zwangs­maß­nah­men und Po­gro­men auf die heu­te ver­schwin­dend klei­ne Zahl de­zi­miert.

Dass es heu­te zwi­schen Mos­lems und Chris­ten in Sy­ri­en ver­gleichs­wei­se fried­lich zu­geht, liegt nur an der to­le­ran­ten Re­li­gi­ons­po­li­tik des vom Wes­ten we­gen sei­ner Russ­land-Kon­tak­te ver­teu­fel­ten Prä­si­den­ten As­sad und ist kei­nes­wegs ty­pisch für die üb­ri­gen mus­li­mi­schen Staa­ten die­ser Re­gi­on, man den­ke nur an die Chris­ten­ver­fol­gung in Sau­di-Ara­bi­en oder in der Tür­kei oder an den ak­tu­el­len Fall der pa­kis­ta­ni­schen Christin, die we­gen Kor­an­be­lei­di­gung mit dem Tod be­droht ist.

Im Koran sind Chris­ten als Un­gläu­bi­ge kei­ne Men­schen. Sie sind Un­gläu­bi­ge, die es zu be­kämp­fen gilt.

Hans-Heinz Sey­farth, Klett­bach In mei­ner ge­lieb­ten Ge­burts­stadt Erfurt wird nun doch ei­ne Mo­schee ge­baut. Und das auch noch mit dem Se­gen un­se­rer bei­den Kir­chen.

Ist das Ge­rech­tig­keit?

Vor et­wa neun Mo­na­ten war ich im Ur­laub, un­ter an­de­rem in ei­ni­gen mus­li­mi­schen Län­dern. Dort sah ich vie­le Mo­sche­en, aber kei­ne ein­zi­ge Kir­che.

Nach ei­nem schwe­ren Un­fall in der Wüs­te kam ich in ein is­la­mi­sches Mi­li­tär­kran­ken­haus. Dort wur­de ich von Mit­tag an bis Mit­ter­nacht auf ei­ner har­ten Lie­ge in ei­ne Art Ab­stell­kam­mer oh­ne me­di­zi­ni­sche Hil­fe ver­legt. Ab und zu er­schie­nen zwei jun­ge Ärz­te, die mit un­freund­li­chen Bli­cken und in ih­rer Spra­che auf mich ein­re­de­ten. Ich hat­te wahn­sin­ni­ge Schmer­zen we­gen ei­nes ge­bro­che­nen Ober­schen­kel­hal­ses und bat im­mer nur um Hil­fe. Kurz vor 23 Uhr er­schie­nen die zwei Ärz­te wie­der und sag­ten im mi­li­tä­ri­schen Ton, aber deutsch, fol­gen­de drei Wor­te: „Ket­te – Kreuz – ab!“

Erst in die­sem Mo­ment be­griff ich, dass ich als Christin mit Ket­te und ei­nem ein Zen­ti­me­ter gro­ßen Kreuz am Hals hier un­er­wünscht bin. Vor Angst nahm ich so­fort die Ket­te ab. Bald da­nach wur­de ich ver­sorgt. Erst nach sechs grau­en­vol­len Ta­gen wur­de ich nach Erfurt ge­flo­gen und dort ope­riert.

Hei­di Schmidt, Bot­ten­dorf

Lei­der kommt so et­was im­mer wie­der vor. Ver­brau­chern wird per E-Mail viel ver­spro­chen, ge­hal­ten wird aber nur we­nig. In Ih­rem Fall ha­ben Sie meh­re­re Rech­te – es ist aber schwer, die­se durch­zu­set­zen. Denn Sie ken­nen den Händ­ler und sei­ne Adres­se nicht. Sie ha­ben trotz­dem ein Wi­der­rufs­recht und kön­nen Ge­währ­leis­tungs­an­sprü­che gel­tend ma­chen. Sie müss­ten als Ers­tes ver­su­chen her­aus­zu­fin­den, ob es ei­ne In­ter­net­sei­te gibt, von des­sen Be­trei­ber Ih­re Lam­pe ver­schickt wur­de.

Sie kön­nen auch ver­su­chen, an­hand der E-Mail-Adres­se, an die Sie Ih­re Be­stel­lung ge­schickt ha­ben, den Ver­sen­der her­aus­zu­fin­den. Ge­ge­be­nen­falls kann Ih­nen der Ver­sand­händ­ler hel­fen und Ih­nen mit­tei­len, an wen das Geld ge­schickt wur­de. Un­ter Um­stän­den be­kommt man die­se In­fo aber nur über den Ein­blick ei­nes Rechts­an­walts in ei­ne Er­mitt­lungs­ak­te bei der Staats­an­walt­schaft, wenn be­reits von an­de­ren Straf­an­zei­ge ge­stellt wur­de.

Vor ei­ner Be­stel­lung soll­te man sich im­mer ab­si­chern. Er­hält man un­ver­langt E-Mails von Händ­lern zu­ge­sandt, mit de­nen man kei­nen Kon­takt hat­te, liegt ein Wett­be­werbs­ver­stoß vor. Kun­den soll­ten dann auf gar kei­nen Fall Vor­kas­se leis­ten oder per Nach­nah­me zah­len.

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