Trotz Pro­ble­men lä­cheln!

Mat­thi­as Kai­ser tes­tet für die TA-Le­ser Re­stau­rants ent­lang des Renn­steigs. Heu­te: Mas­ser­berg mit Turm­bau­de und dem Ho­tel Renn­steig

Thüringer Allgemeine (Bad Langensalza) - - Thüringen -

Wie gut ist der Renn­steig? Oder noch bes­ser ge­fragt: Wie gut kann ich ras­ten und es­sen auf dem Renn­steig? Im Auf­trag der Thü­rin­ger All­ge­mei­nen macht sich ein­mal im Mo­nat Re­stau­rant­tes­ter Mat­thi­as Kai­ser auf den Weg und prüft die Gas­tro­no­mie auf Herz und Nie­ren. Da er den Renn­steig schon ein­mal vor mehr als zehn Jah­ren ab­ge­gan­gen ist, kann Kai­ser auch ver­glei­chen: Hat sich was ver­än­dert oder viel­leicht ver­bes­sert?

Rnoch an hoch­glanz­po­lier­ter

Wer­bung fest­zu­ma­chen ist. Kein noch so lu­xu­ri­ös ein­ge­rich­te­tes

Gast­haus kann ein be­din­gungs­los die­nen­des Herz er­set­zen.

So in Er­in­ne­run­gen schwel­gend stand ich plötz­lich ... vor der ver­schlos­se­nen Tür der Turm­bau­de. Na­tür­lich hat­ten wir für un­se­ren Be­such ein Wo­che­n­en­de ge­wählt, wuss­ten wir doch von den in­zwi­schen ein­ge­leg­ten und wohl­ver­dien­ten zwei Ru­he­ta­gen, die be­son­ders die von Per­so­nal­sor­gen ge­plag­ten Gas­tro­no­men ein­le­gen müs­sen, um zu re­ge­ne­rie­ren. Dass der­zeit die Turm­bau­de je­doch we­gen (na­tür­lich eben­falls hoch­ver­dien­tem) Be­triebs­ur­laub ge­schlos­sen war, ver­rät das In­ter­net lei­der nicht.

Oh­ne gro­ße Wor­te zu ver­lie­ren: Wer das In­ter­net nutzt, soll­te sei­ne Ein­trä­ge auch pfle­gen. An­de­ren­falls er­zeugt man Un­mut, der nicht sel­ten in Un­ge­rech­tig­keit aus­ar­tet. Auch der ein­ma­li­ge

Gast be­darf der Pfle­ge. Viel­leicht ist das dem Turm­bau­de-Wirt nicht be­wusst, denn auch sein sehr spar­ta­ni­sches Ur­laubs­schild ver­riet nicht, wann der Wan­de­rer dort wie­der die Gna­de der Be­wir­tung ge­nie­ßen darf.

Noch­ma­li­ge In­ter­net­re­cher­chen hin­sicht­lich der Dau­er des Urlaubs gin­gen eben­falls wie das Horn­ber­ger Schie­ßen aus. Ei­gent­lich in­for­miert das In­ter­net nur, dass die Turm­bau­de ab Mai 2017 ge­öff­net hat. Und dass man sich dort auf den Be­such von Gäs­ten freue. Al­so: in wö­chent­li­chem Rhyth­mus wei­te­re An­läu­fe. Im­mer das­sel­be Schild. Gern hät­te ich be­rich­tet. So blieb die Er­in­ne­rung an ei­nen Wirt, der hier vor zwölf Jah­ren agier­te und mit sei­nem Kell­ner rich­tig Gas gab. Da­mals funk­tio­nier­te der La­den. Soll­te ich mich im Früh­jahr in der Ge­gend auf­hal­ten, wer­de ich er­neut vor­bei­schau­en. Für jetzt aber erst ein­mal muss die Turm­bau­de lei­der oh­ne Be­wer­tung blei­ben.

Rder Fa­mi­lie Bach­mann be­wer­tet wer­den, die dem mas­si­ven Ho­tel in den letz­ten Jah­ren ei­ne Lo­cker­heit über­streif­ten, die völ­lig kon­trär zu sei­ner Bau­wei­se steht. Al­lein wie an­ge­nehm es sich aus­wirkt, dass sie die in ei­nem An­fall von Neo­ku­bis­mus mit grel­len Kom­ple­men­tär­far­ben ver­un­stal­te­ten Wän­de der Emp­fangs­hal­le mit wohl­tu­en­den Tö­nen über­pin­seln lie­ßen, zeugt von ei­ner Ein­fühl­sam­keit, wie sie am Renn­steig lei­der nicht all­zu häu­fig an­zu­tref­fen ist.

Ar­chiv-Fo­tos: Mat­thi­as Kai­ser

Das al­te Kur­haus von Mas­ser­berg in ei­nem verschneiten Win­ter –  er­baut, hat es ei­ne be­weg­te Ge­schich­te hin­ter sich.

Die un­ver­ges­se­ne Her­ta Ma­chold war Ho­tel­be­sit­ze­rin des al­ten Mas­ser­ber­ger Kur­hau­ses und hat­te sich den Ruf als Grand Da­me des Renn­steig-Gast­ge­wer­bes er­wor­ben.  ver­starb sie im Al­ter von  Jah­ren.

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